Jubiläum: Nidwaldner Lehnenviadukt und Seelisbergtunnel werden 40

1980 wurde das letzte Teilstück der Autobahn auf Nidwaldner Boden dem Verkehr übergeben. Eine Ausstellung in der Beckenrieder Ermitage erinnert daran.

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Über die Autobahn in Nidwalden diskutieren, von links: alt Kantonsingenieur Reto Zobrist, Brigitt Flüeler, Präsidentin des Historischen Vereins Nidwalden, und Baudirektor Josef Niederberger.

Über die Autobahn in Nidwalden diskutieren, von links: alt Kantonsingenieur Reto Zobrist, Brigitt Flüeler, Präsidentin des Historischen Vereins Nidwalden, und Baudirektor Josef Niederberger.

Bild: Jakob Christen

(pd/sez) Wer die Ausstellung zum Autobahnjubiläum in der Ermitage betritt, kann beinahe Baustellenluft schnuppern. Eindrückliche Fotos aus der Bauzeit von Lehnenviadukt und Seelisbergtunnel sind teilweise auf Baustelleninventar montiert und Exponate stehen auf Palettentürmen. Dazu kommen technische Geräte aus den 1970er-Jahren sowie Leihgaben aus dem Nidwaldner Museum.

Eine Gruppe Geschichtsinteressierter aus dem Umfeld des Kulturvereins Ermitage und des Historischen Vereins Nidwalden liess sich von der Idee des ehemaligen Beckenrieder Gemeindeschreibers Paul Zimmermann motivieren, diese Ausstellung zu realisieren. Bei strahlendem Spätsommerwetter wurde sie am letzten Samstag eröffnet. Verschiedene Rednerinnen und Redner, darunter Baudirektor Josef Niederberger und Gemeindepräsident Bruno Käslin, würdigten die Bedeutung der Autobahn für Nidwalden und erzählten von persönlichen Erinnerungen. Auffallend häufig wurde die «Eröffnung vor der Eröffnung» 1980 erwähnt, als die Bevölkerung mit dem Velo den Seelisbergtunnel durchfahren durfte.

Ausstellungsgäste betrachten das «Dorfbild im Wandel».

Ausstellungsgäste betrachten das «Dorfbild im Wandel».

Bild: Jakob Christen

Doch die Autobahn brachte und bringt nicht nur Vorteile, sondern hat auch ihre Schattenseiten. Über den Gesinnungswandel in der Nidwaldner Bevölkerung von überschwänglicher Autobahneuphorie in den 1960er-Jahren hin zu einer verbreiteten Autobahnskepsis im Eröffnungsjahr 1980 berichtet eine Publikation, die zur Ausstellung erschienen ist. Viel Publikum zog die Filmecke an, wo Beiträge aus dem Archiv des Schweizer Fernsehens und ein eigens produzierter Kurzfilm mit Erinnerungen von Zeitzeugen gezeigt werden. Einzelne Filmausschnitte belegen, dass die Beckenrieder für den «Betonchlotz» nicht nur freundliche Worte fanden.

Die Ausstellung ist noch bis zum 27. September in der Ermitage Beckenried zu sehen, ergänzt wird sie durch drei Veranstaltungen, die besondere Einblicke geben in Geschichte und Gegenwart der monumentalen Strassenbauwerke. Dabei geht es – wie im gesamten Jubiläumsprojekt – nicht nur um technische Aspekte des Autobahnbaus, sondern auch um Menschen und deren Leben an und mit der Autobahn.

Informationen zu den Öffnungszeiten und Begleitveranstaltungen unter www.kulturverein-ermitage.ch. Die Publikation kann beim Ausstellungsbesuch gratis bezogen werden.