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Jugendliche demonstrieren in Stans erstmals für das Klima

Im Rahmen einer schweizweiten Aktion traten erstmals auch junge Nidwaldner Klimaaktivisten an die Öffentlichkeit. Ihre Demonstration konnte die Massen nicht bewegen. Sie war viel mehr als Zeichen des Aufbruchs gedacht.
Primus Camenzind
Die Klimaaktivisten ziehen durch Stans. Bild: Primus Camenzind (Stans, 31. August 2019)

Die Klimaaktivisten ziehen durch Stans. Bild: Primus Camenzind (Stans, 31. August 2019)

Am Samstagnachmittag finden sich beim Stanser Dorfbrunnen gegen 40 Jugendliche und ein knappes Dutzend Erwachsene ein, um ihrer Sorge ums Klima Ausdruck zu verleihen. Organisiert hat die Demonstration die Klimagruppe Nidwalden.

Annina Rohrer, Klimagruppe Nidwalden. Bild: Primus Camenzind (Stans, 31. August 2019)

Annina Rohrer, Klimagruppe Nidwalden. Bild: Primus Camenzind (Stans, 31. August 2019)

Eine der Mitorganisatorinnen ist die 18-jährige Annina Rohrer. «Die weltweiten Klimastreiks sind zurückzuführen auf die schwedische Umweltaktivistin Greta Thunberg und so gesehen steht auch sie indirekt am Anfang unserer Bewegung, die vor rund einem Jahr ins Rollen kam», betont die Maturandin. Sie möchte nach einem Zwischenjahr – davon vier Monate in einem Kinderheim in Rumänien – ihr Studium als Umweltingenieurin angehen.

Die jungen Nidwaldnerinnen und Nidwaldner sind auf Grund gleichlautender Forderungen und Ziele mit den Bewegungen Klimastreik Zentralschweiz und Schweiz vernetzt. Annina Roher erklärt:

«Unsere Gruppe ist sehr stark von Kanti-Schülern besetzt. Wir wollen allerdings heterogener werden und uns auch den Lernenden in den Betrieben und den Berufsschulen öffnen.»

Landwirtschaft und Tourismus stehen im Fokus

Die Tatsache, dass die um das weltweite Klima besorgte Jugend kompromisslos den Netto-Null CO2-Ausstoss im Inland bis 2030 und die Ausrufung des Klimanotstandes fordert, ist auch für die Nidwaldner Gruppe bindend. Die Krise betreffe Stadt und Land und sei ein Grund dafür, dass Demonstrationen nun auch in ländlichen Gebieten stattfinden würden. «Vor allem Landwirtschaft und Wintertourismus werden vom Klimawandel mehr und mehr betroffen sein», stellt unsere Gesprächspartnerin fest. «In diesen Bereichen besteht deshalb auch Handlungsbedarf». Für die Nidwaldner Aktivisten besitzt die heimische Flugzeugindustrie nicht erste Priorität. «Sie ist schon auf nationaler und internationaler Ebene stark angeprangert», begründet Rohrer. «Um glaubhaft zu sein, dürfen wir in Nidwalden jedoch auch vor dieser Problematik die Augen nicht verschliessen».

Demonstration soll das Bewusstsein stärken

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer – zur Hauptsache weiblich – warten inzwischen auf den Abmarsch via Stanser Bahnhof, weiter zur Talstation Stanserhornbahn und zurück auf den Dorfplatz. Die ältere Generation ist etwa in Dutzendstärke vertreten.

Chlaus Joller. Bild: Primus Camenzind (Stans, 31. August 2019))

Chlaus Joller. Bild: Primus Camenzind (Stans, 31. August 2019))

Zu ihr gehört auch Chlaus Joller, 71-jährig und pensionierter Sozialarbeiter. «Ich erwarte hier eigentlich nicht viel. Aber ich möchte mit der Teilnahme zeigen, dass es mir bewusst ist, wie ernst es um unser Klima steht. Und ich will dies mit anderen teilen.» Dass die Jugend mit den Demos auch den Bauernstand erreichen kann, wagt Joller zu bezweifeln.

«Ich bin selber ein Bauernsohn, und weiss, wie Landwirte funktionieren. Mit Lenkungsgeldern, allerdings nur für jene mit ökologischen Betrieben, könnte man einiges bewirken.»

Jollers Gattin, Sarojini Elisabeth Deuber, bringt es auf den Punkt: «Mir geht es um Klimagerechtigkeit – ein Menschenrecht – und zwar sofort», bekräftigt sie. «Das gilt für alle, für Mensch, Tier und Pflanzen, kurzum für unsere Welt und für die Generationen, die uns nachfolgen.»

Pauschalisierungen sind unerwünscht

Wie steht es um den Handlungsbedarf bei den Jungen? «Man darf weder die Jugendlichen, noch die Erwachsenen pauschalisieren», mahnt Annina Rohrer. Es gebe Erwachsene, die seit Jahrzehnten klimafreundlich leben. «Genauso gibt es Jugendliche, die unsere Aktionen als Blödsinn abtun.» Ziel sei es, alle Generationen zu sensibilisieren.

Der Demonstrationszug begibt sich auf den Weg. Voraus die jungen Frauen und ein junger Mann mit Plakaten und Spruchbändern. Sie skandieren mit Hilfe eines Megaphons Parolen auf Englisch und Deutsch. In Stans herrscht Aufbruchstimmung im Kampf für die Zukunft des Erdballs.

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