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JUNGPOLITIK: Sie rütteln die junge Linke wach

Jeanne Rosset und Meret von Matt wollen der Juso Nidwalden neues Leben einhauchen. Die Co-Präsidentinnen haben es auf Politikmuffel abgesehen, die zum Mitmachen animiert werden sollen.
Franziska Herger
Die Co-Präsidentinnen Meret von Matt (links) und Jeanne Rosset. (Bild: Franziska Herger (Stans, 19. Januar 2018))

Die Co-Präsidentinnen Meret von Matt (links) und Jeanne Rosset. (Bild: Franziska Herger (Stans, 19. Januar 2018))

Franziska Herger

franziska.herger@nidwaldnerzeitung.ch

Wollen junge Politiker heute noch die Welt retten? Jeanne Rosset, Co-Präsidentin der Juso Nidwalden, die diese Woche neu gegründet wird, wiegt den Kopf hin und her. «Eigentlich sind wir ja beide eher Realisten», meint die 18-jährige Stanserin. Ihr Pendant Meret von Matt, ebenfalls 18 und aus Stans, stimmt zu. «Trotzdem kann man nicht alles passiv geschehen lassen. Es ist erstaunlich, was man bewirken kann, wenn man sich zusammenschliesst.» Die beiden Maturandinnen sind politische Seelen. Immigration, Integration, Gleichstellung, günstiger Wohnraum: Das habe beide schon lange interessiert, sagt Rosset. «Wir haben oft politische Diskussionen geführt und sagten, sobald wir 18 sind, wollen wir etwas machen.» Zum Beispiel den Jungsozialisten beitreten.

Zu ihrer Enttäuschung entdeckten die beiden, dass die Partei in Nidwalden faktisch eingeschlafen war. Noch vor wenigen Jahren war sie aktiv. «Doch dann haben viele Mitglieder ihr Studium begonnen, und es kamen keine neuen Gesichter dazu», erklärt von Matt. Die Partei löste sich auf. «Damit das nicht wieder passiert, wollen wir jüngere Leute gewinnen, die nicht gleich wieder gehen», meint Rosset. Denn auch die beiden Co-Präsidentinnen haben nicht ewig Zeit. Jeanne Rosset will nach einem Zwischenjahr in Bern Sozialwissenschaften studieren, Meret von Matt zieht es schon im Herbst nach Genf, um internationale Beziehungen zu studieren. «Unser Ziel ist es, hier alles zum Laufen zu bringen und junge Leute zum Mitmachen und Politisieren zu animieren. Danach als Wochenaufenthalter das Parteipräsidium weiterzuführen, wäre sehr schwer», sagt von Matt.

Frauen in der Überzahl

Seit vergangenem Sommer trommeln die beiden Jungpolitikerinnen gleichgesinnte Kollegen zusammen und «reaktivieren» ehemalige Mitglieder – mit Erfolg: Bereits 27 Mitglieder hat die Juso. Viele weitere hätten Interesse bekundet, sagt Rosset. Mit von der Partie sind auch vier neue Landratskandidaten: Co-Präsidentin Meret von Matt selber kandidiert in Stans, ebenso Studentin Seraina Furger. Die angehende Sekundarlehrerin Isabel Christen tritt in Buochs an, der Sanitärinstallateur Patrick Zimmermann geht in Hergiswil ins Rennen.

Die Mehrheit der Mitglieder der Juso Nidwalden seien Frauen, sagt von Matt. «Das ist interessant, mal eine weibliche Überzahl zu haben.» Im Moment dominieren hingegen noch Stanserinnen und Studentinnen, was die Co-Präsidentinnen gerne ausgeglichener sähen. «Es wäre toll, wenn am Gründungsanlass auch Oberstufenschüler, Lehrlinge und Nicht-Stanser vorbeikämen», hofft Jeanne Rosset. Mitmachen könne jeder zwischen 15 und 35 Jahren.

«Wir wollen für Leute mit ähnlichen Ansichten eine Möglichkeit schaffen, zusammenzufinden und als junge Person ernst genommen zu werden», erläutert Meret von Matt. Geplant seien etwa regelmässige «Polit-Biere», wo zu einem aktuellen politischen Thema debattiert wird. «Dabei sind natürlich auch Nichtmitglieder und Mitglieder anderer Parteien willkommen», meint von Matt.

An den Egoismus appellieren

Für das politische Desinteresse vieler Jugendlicher finden die Co-Präsidentinnen zwei Gründe. «Einerseits haben viele Junge das Gefühl, Politik betreffe sie nicht», sind sie sich einig. «Da muss man an den Egoismus appellieren und aufzeigen, wie etwa steigende Immobilienpreise uns künftig eben doch betreffen», meint Rosset. Andererseits seien linke Jugendliche im konservativen Nidwalden oft desillusioniert, fügt von Matt an: «Das ist auch nachvollziehbar, wenn das Gefühl vermittelt wird, nichts bewirken zu können. Aber gerade das soll Ansporn sein zu weiterem Engagement. Sonst verändert sich nie etwas.»

Und woher nehmen die Co-Präsidentinnen die Energie, eine Jungpartei wieder zum Leben zu erwecken? «Es braucht sicher Durchhaltevermögen», sagen sie und fügen hinzu: «Bei allem Realismus ist es wichtig, immer auch das Gute zu sehen.»

Hinweis

Die Neugründung der Juso Nidwalden findet am Samstag, 27. Januar, um 19 Uhr im Chäslager Stans statt.

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