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Kalter Februar schadet dem Zeitplan der Schulhaus-Sanierung Hergiswil

Die Sanierung des Schulhauses Grossmatt ist in vollem Gange. Gearbeitet wird auch abends und am Samstag. Trotzdem kann der Rückstand nicht mehr ganz aufgeholt werden.
Matthias Piazza
Das Schulhaus Grossmatt präsentiert sich derzeit wie eine Ruine. (Bild: Corinne Glanzmann9

Das Schulhaus Grossmatt präsentiert sich derzeit wie eine Ruine. (Bild: Corinne Glanzmann9

Der Blick schweift tief hinunter. Vom obersten bis zum untersten Geschoss ist die Sicht frei. Der Boden auf sämtlichen drei Etagen ist auf einer grossen Fläche freigelegt. An den zerfransten Seitenrändern schauen noch die Armierungen heraus. Was wie nach einem Bombeneinschlag aussieht, ist das Ergebnis eines wohlüberlegten, wichtigen Arbeitsschrittes, dem zurzeit die gesamte Aufmerksamkeit des Bauteams gewidmet wird. Eine Ladung Beton entleert sich gerade zwischen zwei Schalungsbrettern. «In dieser Baugrube entsteht die Aorta des Schulhauses», erklärt Markus Roth, der als Abteilungsleiter Liegenschaften der Gemeinde Hergiswil die Schulhaussanierung leitet.

Wenn man sich vergegenwärtigt, was hier in den nächsten Monaten gebaut wird, wird einem klar, dass der Begriff nicht zu hoch gegriffen ist. Ein Treppenhaus mit einem Lift, der neu vom obersten Stock bis in den Keller führt, bildet das Herzstück des gesamten Gebäudes. Markus Roth spricht von einem Meilenstein. «Früher fuhr der Lift nur bis ins erste Untergeschoss. Das erschwerte den Alltag.» Reinigungsmaschine und Turngeräte hätten immer aufwendig mit Pritschen und Seilzügen verschoben werden müssen. «Mit den neuen Liften haben wir dieses Problem behoben. Auch wird der Zugang zur Turnhalle im zweiten Untergeschoss behindertengerecht.»

Wegen Frost konnte nicht betoniert werden

Doch dies hat seinen Preis. Die Schlüsselstelle der ganzen Sanierung erweist sich gleichzeitig als grösste Knacknuss. «Wir kommen nicht wie geplant vorwärts. Der kalte Februar hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht», bedauert Markus Roth. Wegen Frost konnte nicht betoniert werden, zudem verhinderte ein Wassereinbruch in der Baugrube das Vorankommen merklich. Diese Probleme beeinflussten nun den Zeitplan spürbar. Ursprünglich wäre geplant gewesen, dass die Schüler das sanierte Schulhaus Anfang des nächsten Jahres wieder bezogen hätten. Nun müssen die rund 140 Grossmatt-Schüler noch bis Ostern 2019 mit dem Containerprovisorium vorlieb nehmen. «Vielleicht waren wir etwas zu ehrgeizig, das Projekt in eineinhalb Jahren durchzuziehen», gesteht er ein.

Um nicht noch mehr Verspätung einzufahren, wurden nun die Arbeitszeiten ausgedehnt. So wird nun bis 20 Uhr und auch am Samstag gearbeitet. Welchen Einfluss die Verzögerungen auf die budgetierten Kosten von 25 Millionen Franken haben, dem die Hergiswiler an der Gemeindeversammlung vom November 2016 zustimmten, kann Roth noch nicht abschätzen. Die Baukommission gehe momentan davon aus, dass dieser Mehraufwand nicht zu einer Kreditüberschreitung führen werde.

Rollstuhlgängig und erdbebensicher

Rund acht Monate nach Baustart sind die Arbeiten ansonsten weit fortgeschritten. Das Gebäude ist bis auf den Rohbau entkernt, sozusagen nackt. Sämtliche Strom- und Wasserleitungen und übriges «Zubehör» wurden entfernt. Dies wird alles neu gemacht. Auch wird das Gebäude verstärkt und damit erdbebensicher gemacht. Schulhaus und Turnhalle erhalten eine neue Gebäudehülle, neue Böden, ein neues Dach, neue Fenster, dies, um die Dämmung zu verbessern. Zudem wird auch der Brandschutz den aktuellen Normen angepasst. Und die allermeisten Zugänge werden rollstuhlgängig.

Stellt sich die Frage, warum man das Schulhaus aus den 1970er-Jahren saniert, statt abzureissen und neu zu bauen. Die Antwort liegt in den Kosten. «Ein Neubau wäre rund 10 Millionen Franken teurer. Mit der Sanierung haben wir für die nächsten rund 40 Jahre wieder ein funktionierendes Schulhaus mit Kosten von nur 25 Millionen Franken», so Markus Roth. Dies sei möglich, da eine Rohbaustruktur rund 80 bis 100 Jahre halte.

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