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Kameras überführen Buochser Abfallsünder

Seit vergangenem Sommer überwacht die Gemeinde ihre Altstoffsammelstelle in Buochs mit Videokameras. Damit sei man auf einem guten Weg, aber noch nicht am Ziel, sagt der zuständige Gemeinderat.
Matthias Piazza
Die Altstoffsammelstelle in Buochs wird mit Videokameras überwacht. Bild: Corinne Glanzmann (17. Juli 2018)

Die Altstoffsammelstelle in Buochs wird mit Videokameras überwacht. Bild: Corinne Glanzmann (17. Juli 2018)

«Achtung Videoüberwachung», steht auf Schildern in roter Schrift bei der Altstoffsammelstelle an der Bürgerheimstrasse. Wird man beim Entsorgen gefilmt? Was einem seltsam vorkommen könnte, ist seit Juli vergangenen Jahres auch in Buochs Realität, nachdem der Werkdienst immer wieder illegal deponierten Abfall hat entsorgen müssen. Zwei Videokameras überwachen Areal und Zugang während der Öffnungszeiten der Sammelstelle. Auch bei den Sammelstellen in Hergiswil und Stans gibt’s schon seit längerem Kameras.
«Bis im vergangenen Jahr informierten wir die ertappten Bürger über ihr Fehlverhalten. Seit Anfang Jahr verschicken wir Rechnungen», sagt der zuständige Buochser Gemeinderat Adolf Scherl, der auch Präsident des Kehrichtverwertungsverbandes Nidwalden ist. Bis zu vier Mal in der Woche zeichne eine Videokamera auf, wie jemand nicht korrekt entsorge.

«So landen etwa Elektrogeräte im Altmetallcontainer, Glasteller und Geschirr vor dem Glascontainer, oder auch PET-Flaschen werden deponiert, obwohl die nur bei Verkaufsstellen entsorgt werden dürfen», nennt Scherl Beispiele. Die Abfallsünder wurden meist anhand der Nummernschilder am Auto identifiziert. Sie erhielten eine Rechnung von durchschnittlich 150 Franken, die sie auch beglichen hätten. Mit dem Betrag seien die Umtriebe abgegolten - etwa fürs richtige Entsorgen und das Auswerten der Videoaufnahmen.

Natürlich soll die «Strafgebühr» auch eine erzieherische Wirkung erzielen. Diesbezüglich sei man auf einem guten Weg, so Adolf Scherl. «Die Zahl der Fälle von illegalem Deponieren hat spürbar abgenommen, aber zufrieden sind wir erst, wenn sich alle an die Regeln halten.» Und diese lauten: Altmetall, Altpapier, Altöl, Batterien, Einwegflaschen und Lebensmittelgläser, Bruchglas, Karton, Korkzapfen, Nespresso- und Kaffeekapseln, Speise- und Küchenabfälle, Textilien und Schuhe können an der Altstoffsammelstelle Buochs entsorgt werden. Andere Abfälle müsse man zum Beispiel im Recyclingcenter Zimmermann in Buochs entsorgen, wozu die «Falschentsorger» in der Lage gewesen wären, da sie ja gefilmt worden seien, wie sie mit dem Auto unterwegs waren.

Ökihöfe als Lösung?

«Illegales Entsorgen lohnt sich nicht. Für die Gebühr kann man sich etwa 70 Sperrgutmarken leisten», rechnet Adolf Scherl vor. Er begründet das rigorose Durchgreifen der Gemeinde mit den hohen Umtrieben, die die Gemeinde habe, wenn Abfall nicht richtig entsorgt werde.

Dass man mehrere Entsorgungsstellen anfahren müsse, erachtet Scherl als zumutbar, gibt aber zu, dass zentrale Ökihöfe, wie man sie in der Agglomeration Luzern kenne, praktischer wären. An diesen Ökihöfen können zusätzlich auch Aluminium, Bauschutt, Blechdosen, Bücher, Elektroschrott, Altholz, Karton, Leuchtstoffröhren und Sparlampen, PET-Flaschen, Pneus, Sperrgut und Styropor abgegeben werden. Er schliesst nicht aus, dass solche Ökihöfe dereinst auch in Nidwalden Realität würden.

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