Kanton Nidwalden
An Schulen ist das Tragen von Schutzmasken ab Montag wieder Pflicht

Momentan sind rund 50 Prozent aller neuen Covid-19-Fälle im Kanton Nidwalden auf das schulische Umfeld zurückzuführen. Der Regierungsrat hat deshalb beschlossen, die Maskenpflicht ab Sekundarstufe I sowie für sämtliche Lehrpersonen wieder einzuführen. Die Regelung gilt ab 22. November.

Martin Uebelhart
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Der Nidwaldner Regierungsrat hat in Absprache mit dem Kantonsarzt die Wiedereinführung der Maskenpflicht für Schülerinnen und Schüler ab der Sekundarstufe I beschlossen, das heisst für die Orientierungsschule, das gesamte Kollegium und die Berufsfachschule. Die Maskenpflicht ab dem kommenden Montag, 22. November, auf dem Areal und in den Innenräumen von Bildungsstätten gilt laut einer Medienmitteilung zudem für sämtliche Lehrpersonen und weiteres schulisches Personal sowie für externe Besucherinnen und Besucher.

Der Regierungsrat reagiere damit auf die stark angestiegenen Covid-19-Fallzahlen. Zuletzt bewegten sich diese durchschnittlich um 60 bis 70 Infektionen pro Tag, Ende Oktober seien es noch zwischen 20 und 30 gewesen, so die Mitteilung weiter. Im Verhältnis zur Bevölkerungszahl fänden im Kanton Nidwalden aktuell die meisten Ansteckungen mit dem Coronavirus statt. Momentan seien rund 50 Prozent aller neuen Fälle im Kanton Nidwalden auf das schulische Umfeld zurückzuführen.

Von der Maskenpflicht ausgenommen sind Situationen, in denen das Tragen einer Maske den Unterricht wesentlich erschwert. Dies gilt gemäss der Mitteilung insbesondere für Aktivitäten in den Bereichen Sport und Kultur. Im Sportunterricht seien allerdings Kontaktsportarten verboten und im Musik- und Instrumentalunterricht müssten genügende Abstände eingehalten werden. Überdies hätten die Bildungseinrichtungen weitere Massnahmen zu ergreifen, welche insbesondere in diesen Bereichen das Risiko zur Übertragung des Coronavirus reduzierten.

«Luft nach oben» bei den Reihentests

Dass vermehrt Schülerinnen und Schüler positiv getestet würden, habe einerseits mit der mittlerweile vorherrschenden infektiöseren Delta-Variante zu tun, andererseits mit der Tatsache, dass die von allen Schulen angebotenen Reihentests von Lernenden und deren Angehörigen insgesamt rege genutzt werden. «Bei der Zahl der Reihentests gibt es noch Luft nach oben», räumt Bildungsdirektor Res Schmid auf Anfrage ein. Die Tests seien wie das Impfen freiwillig.

Dass Erkrankungen ausfindig gemacht würden, sei wichtig, um rechtzeitig Massnahmen anzuordnen und so Übertragungen auf weniger gut geschützte Personen zu verhindern, hält die Regierung weiter fest. «Dies funktioniert bisher gut, wofür die zurzeit stabile Zahl von Covid-19-Patienten, die sich aufgrund ihres Zustands in Spitalpflege begeben müssen, ein Indiz ist», wird Gesundheits- und Sozialdirektorin Michèle Blöchliger in der Mitteilung zitiert. Daneben spiele auch die ansprechende Impfquote von rund 68 Prozent vollständig geimpfter Nidwaldnerinnen und Nidwaldner eine positive Rolle. Wer geimpft sei und sich dennoch infiziere, habe in den meisten Fällen einen deutlich milderen Krankheitsverlauf.

Schulschliessungen sollen verhindert werden

Die Maskenpflicht ab der Sekundarstufe I erachtet der Regierungsrat zum jetzigen Zeitpunkt als adäquate Massnahme. «Mit dem Tragen von Masken können wir einen der Faktoren, der zu Krankheitsübertragungen führen kann, auf ein Minimum reduzieren. Daneben ist es weiterhin wichtig, die Hygieneregeln einzuhalten und wenn immer möglich Abstand zu halten im Unterricht und an schulischen Veranstaltungen. Die bestehenden Schutzkonzepte der Schulen haben sich in dieser Hinsicht grundsätzlich bewährt», so Res Schmid in der Medienmitteilung.

Die Teilnahme an repetitiven Tests sei auch deshalb sinnvoll, weil bei positiven Befunden nicht zwingend ganze Klassen in Quarantäne müssten und der Präsenzunterricht so weit als möglich aufrechterhalten werden könne. Bei mehreren Ansteckungen innerhalb einer Klasse werde jeweils situativ und unter Einbezug des Kantonsarztes entschieden, welche Quarantänemassnahmen angemessen seien, um eine weitere Ausbreitung des Virus einzudämmen.

«Oberstes Gebot ist es, Schulschliessungen zu verhindern», hält Res Schmid fest. Er ist überzeugt, dass sich diese Maxime aufrechterhalten lässt, wenn sich die Situation mit den Coronainfektionen nicht weiter verschärfe. Jene Schülerinnen und Schüler, die in Isolation oder Quarantäne gehen müssten, würden auf elektronischem Weg Aufgaben zum Schulstoff erhalten.

«Das funktioniert sehr gut. Ich konnte mich davon bei Schulbesuchen in dieser Woche selber überzeugen»,

sagt Res Schmid. Alle Lehrpersonen und Schulleitungen seien durch die Zusatzaufwendungen sehr gefordert und es gebühre ihnen grosser Dank.

Aufgrund der gegenwärtigen Fallzahlen stellten die Gesundheitsdirektion und die Bildungsdirektion zusammen mit dem Kantonsarzt Überlegungen an, trotz repetitiven Tests einen vorübergehend strengeren Massstab bei den Quarantäneanordnungen anzuwenden, um zur Beruhigung der Situation an den Schulen beizutragen, wie die Mitteilung weiter festhält.

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