KANTON NIDWALDEN: Die Erziehung fängt bei der Geburt an

Erziehung muss bei Null beginnen, fordert Experte Heinrich Nufer. Er bricht eine Lanze für die geplante Fachstelle für Gesellschaftsfragen.

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Heinrich Nufer von der Uni Freiburg referierte in Stans über wichtige Fragen der Erziehung. (Bild Luca Wolf/Neue NZ)

Heinrich Nufer von der Uni Freiburg referierte in Stans über wichtige Fragen der Erziehung. (Bild Luca Wolf/Neue NZ)

«Wir haben ein neues Problem», sagte Ruedi Meyer an der kantonalen Sozialhilfekonferenz vergangenen Donnerstag in Stans. Der Sozialamtleiter präzisierte: «Ein kleiner Teil der Jugendlichen macht uns echte Sorgen.»

Die Konferenz fand unter dem Titel «Ungezogene Kinder?» statt. Als Referent konnte unter anderem Heinrich Nufer, eine Koryphäe auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendarbeit, gewonnen werden. Er ist Lehrbeauftragter für Verhaltensauffälligenpädagogik an der Uni Freiburg und ehemaliger Leiter des Marie-Meierhofer-Instituts für das Kind. «Die Gesellschaft muss ihre Verantwortung bereits bei Neugeborenen wahrnehmen», sagte Nufer. Er betonte insbesondere die Rolle der Eltern. Diese würden oft zu spät das schwierige «Geschäft» der Erziehung erkennen. Die ersten Jahre im Leben eines Kindes seien die prägendsten.

«Ich bin froh, dass solche Institutionen geschaffen werden»
Nufer rät den Erziehenden, sich mit anderen Eltern auszutauschen, Rat zu suchen, Ideen zu besprechen. Auch soll man sich nicht scheuen, Fachpersonen aufzusuchen. Dabei sei es wichtig, dass diese Fachleute untereinander gut vernetzt seien und alle eine ähnliche Haltung hätten. Diesbezüglich brach Nufer eine Lanze für die in Nidwalden geplante Fachstelle für Gesellschaftsfragen. Diese sieht in einem ersten Schritt vor, die Bereiche Jugend, Familie und Integration unter einem Dach zu vereinen, um so die komplexen sozialen Probleme umfassender und effizienter lösen zu können. «Ich bin froh, dass solche Institutionen geschaffen werden», sagte Nufer.

Der Landrat wird am 22. Oktober über die jährlichen Kosten von 155'000 Franken für die Fachstelle für Gesellschaftsfragen abstimmen.

Luca Wolf

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Nidwaldner Zeitung.