Statistik

Nid- und Obwaldens Sozialhilfequoten sind niedrig

Nicht einmal 1 Prozent der Nidwaldnerinnen und Nidwaldner bedürfen Sozialhilfe, in Obwalden sind es mit 1,1 Prozent nur geringfügig mehr. Betroffen sind gemäss aktueller Zahlen oft Jugendliche sowie Familien mit nur einem Elternteil.

Simon Zollinger
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Vergangenes Jahr wurden 398 Nidwaldnerinnen und Nidwaldner mit wirtschaftlicher Sozialhilfe unterstützt, das sind 10 Personen mehr als im Vorjahr und entspricht 0,9 Prozent der Wohnbevölkerung, was als Sozialhilfequote bezeichnet wird. Nidwalden weist damit – wie bereits in den vergangenen Jahren – die tiefste Sozialhilfequote aller Zentralschweizer Kantone aus (Zentralschweiz insgesamt: 1,9%) und liegt auch im gesamtschweizerischen Vergleich tief (schweizweit 2018: 3,2%). Ein deutlich erhöhtes Risiko für den Bezug von Sozialhilfe wiesen Kinder auf, wenn sie in bildungsfernen Elternhäusern oder in Einelternfamilien aufwachsen, wie die Lustat in ihrer Auswertung schreibt. Lustat Statistik Luzern ist von den Zentralschweizer Kantonen beauftragt, jährlich die Schweizerische Sozialhilfestatistik in der Zentralschweiz zu erheben.

In Obwalden wurden im Jahr 2019 405 Obwaldnerinnen/Obwaldner mit wirtschaftlicher Sozialhilfe unterstützt, das sind 2 Personen oder 0,5 Prozent mehr als im Vorjahr. In weniger urbanen Kantonen bewirkten schon kleine Veränderungen grössere Schwankungen, schreibt Lustat hierzu. So sei die Sozialhilfequote in den Jahren 2011 bis 2015 von 1,2 auf 1,0 Prozent gesunken und stieg danach bis 2017 wieder auf 1,2 Prozent an. Seit 2018 liegt die Quote unverändert bei 1,1 Prozent. Im gesamtschweizerischen Vergleich ist die Sozialhilfequote im Kanton Obwalden mit 1,1 Prozent unterdurchschnittlich.

Die Altersgruppe mit dem höchsten Risiko, Sozialhilfe beziehen zu müssen, sind auch in Obwalden Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren (Quote 2019: 1,7%). Mit steigendem Alter sinkt in der Regel das Risiko, auf Sozialhilfe angewiesen zu sein: Die über 65-jährigen Obwaldnerinnen/Obwaldner bezogen 2019 am seltensten Sozialhilfe (Quote: 0,2%). Aber auch Kinder und Jugendliche aus Einelternfamilien sind einem erhöhten Armutsrisiko ausgesetzt: 2019 bezogen in Obwalden 1,4 Prozent aller Privathaushalte Sozialhilfe; bei verheirateten Paaren mit Kindern waren es nur 0,4 Prozent. Mit 8,6 Prozent deutlich höher war dieser Anteil in Haushalten, in denen ein alleinerziehender Elternteil (überwiegend Mütter) mit seinen Kindern zusammenlebt. Das Einkommen alleinerziehender Mütter und Väter reicht häufig nicht aus, um den Lebensbedarf der Familie zu decken.

2019 wurden im Kanton Obwalden 93 Kindern und jungen Erwachsenen die Alimente bevorschusst (–6,1% gegenüber dem Vorjahr), in Nidwalden waren es 99 Kinder und jungen Erwachsene.

Fast jede fünfte unterstützte erwerbstätige Person arbeitet Vollzeit

2019 waren von den Nidwaldner Sozialhilfebeziehenden 36,7 Prozent erwerbstätig. Sie arbeiteten überwiegend in Form einer Teilzeitanstellung, 42,7 Prozent arbeiteten unter 50 Prozent. Fast jede fünfte Person arbeitete Vollzeit (19,5%). Männer waren unter den Sozialhilfe beziehenden Vollzeitbeschäftigten häufiger als Frauen.

Von den Obwaldner Sozialhilfebezügern im erwerbsfähigen Alter waren 2019 30,2 Prozent erwerbstätig – überwiegend in Form einer Teilzeitanstellung. Erwerbstätigen wird die wirtschaftliche Sozialhilfe als Ergänzung zum Lohn ausbezahlt, wenn dieser zusammen mit anderen Einkommensquellen nicht zur Deckung des Lebensunterhalts ausreicht.

Von den erwerbstätigen Sozialhilfebezügerinnen/Sozialhilfebezügern (ohne Lernende) waren in Obwalden 44,9 Prozent in einem Teilzeitpensum unter 50 Prozent beschäftigt. Fast jede sechste Person arbeitete Vollzeit (15,9%). Auch hier sind Männer häufiger vertreten als Frauen. Umgekehrt gibt es im Kanton Obwalden mehr teilzeitbeschäftigte Frauen mit Sozialhilfeleistungen als Männer. 67,6 Prozent der im Kanton Obwalden Unterstützten gingen 2019 keiner beruflichen Tätigkeit nach. Gut zwei Fünftel von ihnen waren erwerbslos. Das heisst, sie wären zwar für die Aufnahme einer Tätigkeit verfügbar, sind aber ohne bezahlte Arbeit. Die Übrigen der erwerbslosen Obwaldnerinnen/Obwaldner waren Nichterwerbspersonen.