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Kanton Nidwalden macht bei der Mobilität mobil

Der Wandel der Mobilitätsformen wird auch vor unserer Region nicht Halt machen. Darüber ist man sich einig. Die Frage ist, wie man diesem begegnen soll. Der Kanton macht deshalb bei einem Pilotprojekt mit – und tüftelt selber bereits an einem Test-Angebot.
Oliver Mattmann
Die Baudirektion prüft derzeit ein Rufbus-System, das mit einer App funktionieren würde. (Bild: Matthias Piazza (Beckenried, 6. November 2015))

Die Baudirektion prüft derzeit ein Rufbus-System, das mit einer App funktionieren würde. (Bild: Matthias Piazza (Beckenried, 6. November 2015))

Regiomove – frei ins Deutsche übersetzt: «Eine Region ist unterwegs.» Das ist in unseren Gefilden nicht anders, die Mobilität ist längst Tatsache und nimmt laufend zu, viele pendeln mit dem öffentlichen Verkehr zur Arbeit ausserhalb der Wohngemeinde oder des Kantons, andere nutzen das ausgebaute Strassennetz, um regelmässig von A nach B zu gelangen.

Zurück zu Regiomove – so nennt sich eben ein Projekt des Büros für Mobilität in Bern und des Förderfonds der Migros-Gruppe. Ziel ist es, mit Gemeinden und Regionen Mobilitätsformen der Zukunft zu diskutieren und Massnahmen abzuleiten, sei es für den Individualverkehr, den ÖV oder gar für ganze Siedlungen, wenn man etwa an gemeinsam genutzte Elektroautos denkt, die durch Solaranlagen vom eigenen Hausdach gespiesen werden.

Der Kanton Nidwalden ist einer von schweizweit sechs Pilotregionen von Regiomove. Gestern fiel der Startschuss mit einem ersten Workshop. Moderator Michael Bur vom Büro für Mobilität meinte zu den rund 50 Gemeinde- und Unternehmensvertretern, die sich auf Einladung des Kantons im «Engel» in Stans eingefunden hatten: «Wir wollen euch Mut machen, sich mit der Mobilitätsentwicklung auseinanderzusetzen.» Schon heute werde da und dort versucht, Räume mit weniger Verkehr zu gestalten, teuere Infrastrukturen zu vermeiden und dafür mehr Lebensqualität zu erhalten. Nicht nur in Städten, auch in ländlichen Gebieten würden sich die «Probleme» mit Staus, zu wenig Parkplätzen und kostspieligen Strassenausbauprojekten häufen, so Michael Bur.

Selbstfahrende Autos seien die Zukunft. «Die Frage ist nicht, ob diese kommen, sondern wann.» Bur ortet zum Beispiel im sogenannten Carsharing (Auto mit anderen teilen) viel Potenzial, um die Zunahme von immatrikulierten Fahrzeugen und Kapazitätsengpässe bei Parkplätzen zu entschärfen. Auch Gemeinschaftsbüros in Wohnortnähe könnten Teil der Lösung sein, um Pendlerströme zu entschlacken und so vor allem zu Stosszeiten Strassen und Schienen zu entlasten. Voraussetzung dafür sind natürlich Jobs, bei denen man nicht zwingend darauf angewiesen ist, täglich zum Standort des Unternehmens zu fahren.

Gemeinden sind für den Wandel noch nicht gerüstet

Das Pilotprojekt lässt sich die Baudirektion Nidwalden 10000 Franken kosten, wie Stephanie von Samson, Vorsteherin Amt für Mobilität, am Rande der Veranstaltung auf Anfrage sagte. «Uns geht es in erster Linie darum, Entscheidungsträger in den Gemeinden für die weitere Mobilitätsentwicklung zu sensibilisieren und Impulse auszulösen», begründete von Samson die Teilnahme am Programm. «Ich denke, der Auftakt ist gelungen. Wir freuen uns nun auf den Folgeanlass, an dem die Handlungsfelder konkreter angeschaut werden.» Der Wolfenschiesser Gemeinderat Thomas Vetterli bestätigte diesen Eindruck: «Die E-Mobilität wird kommen. Die Frage ist, wie offen man als Gemeinde an das Thema herangeht. Es schadet sicher nicht, wenn der Denkprozess jetzt angestossen wird.» So gaben dann auch die meisten Workshop-Teilnehmer an, die Mobilität in ihrer Region aktiv mitgestalten zu wollen. Dies überrascht wenig, da zwei Drittel einräumten, dass ihre Gemeinde noch nicht oder kaum gewappnet sei für den Zukunftswandel.

Die Baudirektion möchte hier mit gutem Beispiel vorangehen. Sie hat laut Stephanie von Samson die Idee eines Rufbusses über mehrere Gemeinden im Talboden statt eines starren Fahrplans mit teils gering ausgelasteten Postautos in der Pipeline. Der Service könnte per App bestellt werden, Abholung an der Haustüre inklusive. Postauto, Zentralbahn und SBB sind ins Testprojekt involviert, noch sei jedoch vieles offen, zum Beispiel auch, ob man dafür Fördergelder beim Bund auslösen könnte.

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