KANTON NIDWALDEN: Wellenberg: Nicht optimal – aber geeignet

Die Eidgenössische Kommission für nukleare Sicherheit bestätigt: Die Gesteinsstrukturen am Wellenberg sind kompliziert. Trotzdem sei ein Atomares Endlager dort möglich.

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Der Wellenberg bei Wolfenschiessen. (Archivbild Corinne Glanzmann/Neue NZ)

Der Wellenberg bei Wolfenschiessen. (Archivbild Corinne Glanzmann/Neue NZ)

Mit der Stellungnahme der Eidgenössischen Kommission für nukleare Sicherheit (KNS) – einem unabhängigen Expertengremium des Bundes – liegt nun zusätzlich zum Gutachten des Eidgenössischen Nuklearsicherheits-Inspektorates (Ensi) eine weitere Beurteilung der Standortvorschläge der Nagra vor.

Die KNS schliesst sich in ihrer Stellungnahme der sicherheitstechnischen Beurteilung des ENSI zu den möglichen Standorten für ein Atomendlager grundsätzlich an, heisst es in einer Mitteilung der Staatskanzlei Nidwalden.

«Einzigartige» Dicke der Felsmassen
Zwar empfiehlt die KNS für die Endlagerung von schwach- und mittelradioaktiven Abfällen (SMA) dichte und homoge Wirtsgesteine – beim Standortgebiet Wellenberg ist das Gestein sehr heterogen aufgebaut und tektonisch stark beansprucht – dennoch beurteilt sie «das Standortgebiet Wellenberg» als «geeignet». Dies ist der Stellungnahme der KNS zu entnehmen.

Laut ENSI sei das Gestein des Wellenbergs mit seiner Dicke von bis zu 1000 Metern «einzigartig». Um jedoch weiter abklären zu können, wie geeignet der Wellenberg ist, sind laut KNS «vermutlich nur mit Sondierstollen» herausgefunden werden. Alles in allem bleibt damit der Standort Wellenberg in der Auswahl von mögichen Atomlager-Standorten.

Regierung: «Wellenberg muss ausscheiden»
Wie die Staatskanzlei Nidwalden mitteilt, befinden sowohl Ensi als auch KNS, dass der sogenannte Opalinuston das am besten geeignete Gestein für die Tiefenlagerung von radioaktiven Abfällen sei. Zwar gehört das Gestein des Wellenbergs nicht in diese Kategorie, doch die ausserordentliche Dicke der Felsmassen behält den Standort im Rennen.

Nach Ansicht der Nidwaldner Regierung rückt trotz der ambivalenten Zeichen der Standort Wellenberg «deutlich in den Hintergrund». Sie ist überzeugt, «dass der Wellenberg aus dem Auswahlverfahren für ein geologisches Tiefenlager ausscheiden muss», heisst es in der Mitteilung.

Gesuche für Lager wohl 2019
Als weitere Schritt wird nun das Bundesamt für Energie einen Ergebnisbericht. Nach einer dreimonatigen Anhörung bei Kantonen, Nachbarstaaten, Parteien und Organisationen soll er voraussichtlich Mitte 2011 dem Bundesrat vorgelegt werden. Dieser entscheidet dann, welche Standortgebiete festgelegt werden und damit im weiteren Auswahlverfahren verbleiben. Bis die Gesuche für die Lager eingereicht werden können wird es wohl 2019.

ana