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KANTONSGERICHT: Buochs: Streit zwischen Autofahrer endet mit Kieferbruch

Das Kantonsgericht hatte sich mit Nötigung und aggressivem Verhalten auf der Strasse zu befassen. Der eine Autofahrer erlitt bei einem Streit gar einen Kieferbruch.
Kurt Liembd
Gerichtssaal im Rathaus in Stans. (Archivbild: Markus von Rotz)

Gerichtssaal im Rathaus in Stans. (Archivbild: Markus von Rotz)

Kurt Liembd

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

Was sich in Buochs auf der Hauptstrasse ereignete, ist für ­gewöhnliche Verkehrsteilnehmer schwer verständlich. Beteiligt sind zwei in Buochs wohnhafte Autofahrer sowie der Sohn des ­einen. Gemäss Gerichtsakten hat sich Folgendes abgespielt: Im Kreisel Mühlematt fuhr Auto­mobilist A brüsk in den Kreisel und hat damit Automobilist B, der sich bereits im Kreisel befand, den Weg abgeschnitten und zu einer Vollbremsung gezwungen. Dazu kam, dass Fahrer A an seinem Fahrzeug die Scheibe unten hatte (es war im Juli 2015), dem anderen den Mittelfinger zeigte und ihm «Arschloch» zurief. Dies, obwohl es A war, der B die Vorfahrt genommen hatte.

Nun folgte dieser dem Fahrzeug von A auf der Stanserstrasse Richtung Stans. Nun machte A zweimal eine Vollbremsung. B wollte sich nicht weiter von ihm schikanieren lassen und entschloss sich, ihn zu überholen. Als die beiden während des Überholmanövers nebeneinander fuhren, lenkte A sein Fahrzeug vorsätzlich nach links und versuchte, den zweiten abzudrängen. Dabei fehlten nur wenige Zentimeter zu einer seitlichen Kollision zwischen den Fahrzeugen. Als der aufgebrachte Fahrer B nach dem Überholmanöver sein Fahrzeug wieder auf die Normalspur vor A lenkte, kehrte er den Spiess um, bremste selber sein Fahrzeug brüsk ab und zwang A hinter ihm zu einer Vollbremsung.

Als beide Fahrzeuge stillstanden, stiegen die Fahrer aus. Es kam zu einer verbalen Auseinandersetzung. Darin mischte sich auch der mitfahrende Sohn von Fahrer B ein. Höhepunkt der Auseinandersetzung war, dass der Sohn dem anderen Lenker einen Faustschlag versetzte und dieser dadurch einen Kieferbruch erlitt. A reichte daraufhin Anzeige bei der Polizei ein, welche alle Betroffenen sowie zwei externe Zeugen, die das Ganze aus der Ferne mitbekommen hatten, einvernahm.

Kieferbruch ohne Gericht erledigt

Der Rest ist schnell erzählt: Fahrer A, der mit dem Kieferbruch erlitt, erhielt von der Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl und musste insgesamt 1062.50 Franken zahlen (600 Franken und 462.50 Gebühren), dazu eine ­bedingte Geldstrafe von 3000 Franken bei einer Probezeit von zwei Jahren. Der Straftatbestand lautet «vorsätzliche grobe Verkehrsregelverletzung». Das hat er so akzeptiert, so dass der Fall für ihn erledigt war. Der Sohn von Fahrer B, welcher A einen Faustschlag versetzt hatte, erhielt ebenfalls einen Strafbefehl. Bevor er zur Verhandlung vor Kantonsgericht erscheinen sollte, zog er einen Anwalt bei und konnte sich mit dem Opfer aussergerichtlich einigen. Somit wurde der Strafantrag wegen einfacher Körperverletzung (Kieferbruch) zurückgezogen. Damit wurde diese Gerichtsverhandlung von letzter Woche hinfällig.

War die ganze Familie in Gefahr?

Bleibt noch Autofahrer B, der ausgebremste Vater des Schlägers. Ihm warf die Staatsanwaltschaft «Nötigung» vor, weil er den anderen nach dem Über­holen zu einer Vollbremsung gezwungen hat, indem er sein eigenes Fahrzeug willentlich brüsk abbremste. Er stand deshalb ­letzte Woche vor Kantonsgericht unter der Leitung von Livia Zimmermann. Staatsanwalt Alex­andre Vonwil sprach in der Anklage von «Nötigung» und von «vorsätzlicher grober Verkehrsregelverletzung durch unbegründetes brüskes Bremsen». Er beantragte eine Busse von 750 Franken zuzüglich Gebühren von 662.50 Franken. Zudem forderte er eine bedingte Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 420 Franken (total 25200 Franken) bei einer Probezeit von zwei Jahren.

Sein Verteidiger plädierte auf Freispruch unter Kosten- und Entschädigungsfolge für den Staat. Einzig drei Parkbussen, die der gleiche Strafbefehl auch noch beinhaltet, will er akzeptieren. «Dieser Antrag der Staatsanwaltschaft ist in höchstem Grade ungerecht», sagte der Angeklagte Fahrer B gegenüber dieser Zeitung. Fahrer A habe seine ganze vierköpfige Familie, die sich im Auto befand, in Gefahr gebracht und er habe diesen nur überholt, weil er vorher selber ausgebremst worden sei, so der Angeklagte. Das Urteil für Fahrer B erscheint nicht mehr in diesem Jahr.

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