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KEHRSITEN: Holcim will den Steinbruch erweitern

Holcim möchte im Steinbruch Zingel weitere 20 Jahre Gestein abbauen. Über eine Umzonung entscheidet die Gemeinde­versammlung von Stansstad.
Martin Uebelhart
Oberhalb des bestehenden Steinbruchs sollen die Sondernutzungszonen entstehen. (Bild Desair AG/Heinz Leuenberger)

Oberhalb des bestehenden Steinbruchs sollen die Sondernutzungszonen entstehen. (Bild Desair AG/Heinz Leuenberger)

Martin Uebelhart

«Mit der aktuellen Abbaumenge haben wir noch knapp bis ins Jahr 2018 Rohstoffe», sagte Priska Hunkeler von der Holcim an einer Informationsveranstaltung des Steinbruchs in Kehrsiten. Mit Rohstoff meint sie Kieselkalk, einen Hartstein, der sich beispielsweise sehr gut für Bahnschotter eignet. Das Gestein findet sich nur in einem Streifen nördlich des Alpenbogens entlang.

Die Geologin und Projektleiterin für die Erweiterung des Steinbruchs zeigte am Mittwochabend auf, wie sich die Firma die Zukunft am Standort Kehrsiten vorstellt. In der Fortsetzung des heutigen Steinbruchs soll Landwirtschaftsland in eine rund 26 000 Quadratmeter grosse Sondernutzungszone Abbau umgezont werden. Wie eine Art Kragen darum herum sollen weitere rund 15 000 Quadratmeter in eine Sondernutzungszone Infrastruktur kommen.

Teilrevision der Zonenplanung

«Wenn wir diese Erweiterung realisieren können, haben wir Material für weitere 20 Jahre Abbau», sagte Priska Hunkeler. Sie bezeichnete den Jahresbedarf an Hartsteinschotter und -splitt in der Schweiz mit 300 Kilogramm pro Person. «Alleine die SBB brauchen für den Gleisschotter 550 000 Tonnen im Jahr.» An diesen Bedarf liefert das Werk in Kehrsiten bei Vollbetrieb 60 000 Tonnen. Derzeit ist die Produktion jedoch auf die Hälfte heruntergefahren, damit die noch vorhandenen Rohstoffe geschont werden können.

Für diese Umzonungen braucht es eine Teilrevision der Zonenplanung, über welche die Gemeindeversammlung Stansstad am 19. Mai abstimmt. Das Geschäft lag im Februar 2015 öffentlich auf, wie der Gemeinderat in den Informationen zur Versammlung schreibt. Drei Einsprachen seien eingegangen. Diese hätten alle in gegenseitigem Einvernehmen beigelegt werden können. Die Einsprachen brachten aber mit sich, dass die ursprünglich bereits für Mai 2015 vorgesehene Abstimmung über die Umzonung um ein Jahr verschoben wurde. Wird die Umzonung bewilligt, leitet Holcim die nächsten Schritte für die Abbaubewilligung ein. Das Baudossier werde dann von Gemeinde und Kanton geprüft und öffentlich aufgelegt, sagte Priska Hunkeler. Sie hofft, dass Holcim Ende 2017 oder Anfang 2018 die Abbaugenehmigung erhält.

Steine fallen durch Schacht hinunter

Karl Feierabend, Werkleiter des Steinbruchs in Kehrsiten, erläuterte das spezielle Abbauverfahren, das in der Erweiterung zum Einsatz kommt. Im Gegensatz zu heute, wo das Material von oben nach unten fallen gelassen wird, wird der abgebaute Kieselkalk durch einen leicht schrägen Schacht im Fels heruntergelassen. Am unteren Ende werden die Steinblöcke dann über einen Tunnel nach draussen und zur Weiterverarbeitung transportiert. Laut Karl Feierabend macht man das einerseits aus Sicherheitsgründen: «Es muss sich dann niemand im Bereich gleich unterhalb der Abbauzone aufhalten, wo immer mal wieder Steine herunterfallen können.» Anderseits gebe es dadurch auch weniger Erschütterungen und Staubentwicklung. «Zudem werden die Abbaustufen im oberen Teil viel flacher.»

Ferner werde darauf geachtet, dass rund um die Abbauzone ein Damm als Sicht- und Lärmschutz stehen bleibe. Dieser wandere dann mit fortschreitendem Abbau stufenweise mit nach unten. Grosses Augenmerk lege die Holcim auch auf die Rekultivierung. Diese gestalte sich dank der etwas flacheren Abbaustufen einfacher als mit den heutigen, teils sehr steilen Abbauwänden.

In 20 Jahren ist Schluss

Im Publikum tauchte die Frage auf, warum die Firma nicht stärker gegen den See hin abbaue statt weiter in den Berg hinein. Andreas Kühni, Leiter Produktion Zentral- und Ostschweiz, räumte ein, das Gelände zwischen Steinbruch und See böte sehr gutes Material, das sich für den Abbau lohnen würde. «Doch das ganze Gebiet ist Teil des Bundesinventars der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung», hielt er fest. Das bedeute, dass man für das Erweiterungsprojekt wegen der Veränderung des Landschaftsbildes keine Bäume fällen dürfe. «Auch das vorliegende Projekt mussten wir anpassen.» Ursprünglich habe man ein Förderband durch den Wald erstellen wollen. Das sei nicht bewilligt worden.

Was denn nach den 20 Jahren passiere, wollte ein weiterer der rund 35 Zuhörer im Seehotel Baumgarten wissen. Kühni sagte, dass dann der Abbau in Kehrsiten eingestellt werde. Es gebe keine Erweiterungsmöglichkeiten mehr. «Bis dahin können wir prüfen, ob wir an einem anderen Standort einen neuen Steinbruch aufmachen.» Konkrete Projekte gebe es dazu aber noch nicht. Auf die Frage, warum man keinen Untertageabbau mache, hielt er fest, dass sich das wirtschaftlich momentan nicht lohne. «Auch wenn Hartstein ein wertvoller Rohstoff ist.»

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