KEHRSITEN: Kehrsitenstrasse: Begleitgruppe vermisst Ausweichstellen

Die Pläne der Regierung für die Sanierung der Kehrsitenstrasse zwischen Stansstad und Kehrsiten gehen der Begleitgruppe zu wenig weit. Insbesondere fehlen ihr die zusätzlichen Ausweichstellen.

Matthias Piazza
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Baustelle auf der Kehrsitenstrasse, welche für 14 Millionen Franken saniert werden soll. (Bild: Corinne Glanzmann (Stansstad, 25. Januar 2017))

Baustelle auf der Kehrsitenstrasse, welche für 14 Millionen Franken saniert werden soll. (Bild: Corinne Glanzmann (Stansstad, 25. Januar 2017))

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

«Wir sind schwer enttäuscht, dass die Regierung bei der Verbesserung der Verkehrsqualität spart», sagt Lilian Lauterburg von der Begleitgruppe zu den Sanierungsplänen für die Kehrsiten­strasse, welche die Regierung am Montag verkündete. Statt wie ursprünglich 17,4 Millionen will die Regierung nur noch 13,9 Millionen Franken investieren. Dies im Sinne eines ausgewogenen Kosten-Nutzen-Verhältnisses, hiess es. 800000 Franken werden eingespart, weil die Sanierung nicht auf drei Winterhalbjahre verteilt, sondern in einem Zug während eines Jahres durchgeführt wird. Die restlichen 2,7 Millionen spart die Regierung bei der Verbes­serung der Verkehrsqualität ein. Anstelle von 43 Massnahmen werden nur 24 umgesetzt. Neben der Verbesserung von bestehenden Ausweichstellen gibt es zusätzlich 14 Massnahmen für den Langsamverkehr wie Nischen oder Podeste.

Lilian Lauterburg ist damit nicht einverstanden. «Die Regierung erfüllt eines unserer Kernanliegen nicht, nämlich die Schaffung der dringend benötigten zusätzlichen Ausweichstellen.» Sie spricht von einem Sicherheitsproblem. «Man hat keine Sicht von der einen zur anderen Ausweichstelle. Gefährliche Rückwärtsmanöver sind die Folge. Doch viele Autofahrer, insbesondere auch ausländische oder ortsunkundige, können nicht oder nur schlecht rückwärts fahren. Das wird gefährlich für Fussgänger und Velofahrer, die sich in der Nähe aufhalten.» Die Begleitgruppe könne nicht verstehen, dass die Regierung solche gefährlichen Situationen in Kauf nehme und sie nicht mit zusätzlichen Ausweichstellen entschärfe, wenn man schon die ganze Strasse saniere. Und die geplanten Nischen und Podeste für Fussgänger würden nicht verhindern, dass Autofahrer zu Rückwärtsmanövern gezwungen würden.

Schon jetzt sei die Situation an einem schönen Samstag im Frühling prekär, wenn viele Ausflügler unterwegs seien. Mit der Eröffnung des Bürgenstock-Resorts und der Bürgenstockbahn diesen Sommer rechnet sie mit einer Verschärfung der Situation. «Viele Tagestouristen werden dann auf ihrer Rundreise auch die Kehrsitenstrasse benützen. Es wird wieder attraktiv, zu Fuss nach Kehrsiten zu gehen und mit der Standseilbahn ins Resort hinaufzufahren.» Zufrieden ist die Stansstader FDP-Landrätin Lilian Lauterburg, die selber in Kehrsiten wohnt, dass der Kanton keine Abstriche beim Steinschlagschutz macht und auch am Amphibienschutz festhält.

«Diese Millionen werden am falschen Ort eingespart»

«Die von der Regierung bezeichnete Bestvariante ist für uns eine inakzeptable Sparvariante», hält Lauterburg fest. «Diese rund drei Millionen Franken werden am falschen Ort eingespart.» Bis am 30. März ist das Projekt öffentlich aufgelegt. «Wir werden unsere Einwendungen vorbringen.» Dabei hoffe sie auch auf die Unterstützung der Gemeinde Stansstad. «Die Regierung soll nochmals über die Bücher gehen und diese wichtigen Ausweichstellen wieder ins Sanierungsprogramm aufnehmen.» Dass deswegen die Kehrsiter noch länger auf ihre Sanierung warten müssen, glaubt sie nicht, zumal ja die Pläne schon existieren.

Nach aktuellem Fahrplan soll der Landrat am 30. August den Planungskredit beraten. Nach der Ausarbeitung des Sanierungsprojektes wird es voraussichtlich im Januar 2019 aufgelegt. Geben Regierungs- und Landrat im Frühling 2019 grünes Licht, soll im Herbst desselben Jahres mit den Arbeiten begonnen werden. Der Stansstader Gemeinderat will das Thema an seiner Sitzung vom 6. März besprechen und sich danach äussern, hiess es.