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KEHRSITEN: Kleine Bächlein machen grosse Probleme

Die überschwemmte Kehrsitenstrasse soll künftig der Vergangenheit angehören. Die Gemeinde plant Geschiebesammler und grössere Röhren.
Matthias Piazza
Der Schällibach in Stansstad/Kehrsiten kann bei einem Unwetter zum reissenden Bach werden. (Bild: Corinne Glanzmann (Stansstad, 5. April 2017))

Der Schällibach in Stansstad/Kehrsiten kann bei einem Unwetter zum reissenden Bach werden. (Bild: Corinne Glanzmann (Stansstad, 5. April 2017))

Kehrsiter kennen das Problem nur allzu gut: Nach einem starken Regen überfluten der Schälli- und der Rütelibach die Kehrsiten­strasse in der Nähe des Seehotels Baumgarten. Die Rinnsale, die bei Unwetter zu reissenden Bächen werden, führen dann auch Schutt und Geröll mit, was danach aufwendig vom Werkdienst wieder geräumt werden muss. Das Problem: Die Kapazität der Bachbetten und der Durchlässe unter der Strasse ist zu gering, um die Mengen zu schlucken.

Im Mai und Juni 2004 ereigneten sich im Einzugsgebiet des Rüteli- und des Schällibachs gar mehrere kleinere Murgänge. Die ersten Murschübe konnten durch die Geschiebesammler noch zurückgehalten werden. Jedoch haben die folgenden den bestehenden Holzrechen durchbrochen. Im Gerinne und im Geschiebesammler sind je rund 100 Kubikmeter Geschiebe liegen geblieben. Dramatischer war es jeweils im Sommer 2013 und 2014. Der Sammler konnte das Geschiebe nicht vollständig zurückhalten. Beim Schällibach wurde die Böschung erodiert, und die Zufahrtsstrasse sowie die Kehrsitenstrasse wurden übersart. Nun handelt die Gemeinde Stansstad. Aus fünf Varianten hat das beauftragte Ingenieurbüro Schubiger AG eine Bestvariante erkoren. Dabei wird der Geschiebesammler beim Rütelibach instand gestellt. Die beiden ursprünglich geplanten Durchlässe aber wurden bei einer Projektüberarbeitung nach Rücksprache mit den betroffenen Grundeigentümern weggelassen.

Bäche führen Schutt und Geröll auf die Strasse

Beim Schällibach will man auf einen Geschiebesammler verzichten, dafür eine neue Rinne und einen neuen Trichter bauen und so das Wasser unter der Strasse hindurchleiten (mit einem Durchmesser von 70 Zentimetern). So soll das anfallende Geschiebe zurückgehalten werden. Gemeinderat René Küchler spricht von einem notwendigen Projekt. «Mehrmals im Jahr führen die beiden Bäche Schutt und Geröll auf die Strasse, weil die zu kleinen Rohre darunter verstopft werden.»

Mit den nun geplanten Massnahmen will die Gemeinde Stansstad die für die Anwohner unangenehme Situation beseitigen. Profitieren sollen auch die Frösche. Der Wanderkorridor im Gebiet Rüteli wird durch die Installation von Amphibienunterführungen gesichert, zu denen die Tiere geleitet werden. Dank diesen Unterführungen und den Leitwänden auf der Seeseite können die Amphibien dann gefahrlos zum See und wieder zurück wandern.

Projekt kostet rund 200000 Franken

An den Kosten von rund 200000 Franken beteiligen sich voraussichtlich Bund und Kanton total mit 60 Prozent, also mit etwa 120000 Franken. Damit verbleiben für die Gemeinde Stansstad rund 80000 Franken. Der Betrag muss nicht von der Gemeindeversammlung abgesegnet werden, sondern ist in der laufenden Investitionsrechnung berücksichtigt. René Küchler rechnet auch nicht mit Widerständen während des Auflageverfahrens. «Wir haben bei der Planung die Grundstückeigentümer und Anwohner ins Boot geholt. Sie unterstützen die Massnahmen, da sie ja davon profitieren», gibt sich René Küchler zuversichtlich. Die Realisierung ist von Herbst 2017 bis Frühling 2018 geplant.

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

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