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KERNS: Die schwierige Zeit nach der Explosion

Der Koch kam bei der Explosion im «Steihuis» ums Leben. Sicher ist bisher nur: Es war kein Gas im Spiel. Doch viele Fragen sind noch offen.
«Steihuis»-Wirt Daniel von Rotz steht fassungslos vor dem zertrümmerten Material, das aus dem Lager hinter ihm geborgen wurde. (Bild Corinne Glanzmann)

«Steihuis»-Wirt Daniel von Rotz steht fassungslos vor dem zertrümmerten Material, das aus dem Lager hinter ihm geborgen wurde. (Bild Corinne Glanzmann)

Daniel von Rotz, der «Kreiselwirt», wie ihn seine Berufskollegen in Kerns nennen, ist immer noch sichtlich mitgenommen von der Explosion in seiner Pizzeria Steihuis am Kernser Dorfplatz vom vergangenen Donnerstag. Am meisten zu schaffen macht ihm der Tod seines 45-jährigen Mitarbeiters aus Sri Lanka. Die Identifizierung erfolgte innert Kürze (Ausgabe von gestern), nachdem die Schwester des Opfers, die in Luzern wohnt, bei der Polizei Proben für die DNA-Analyse abgegeben habe.

«Er war unser Koch der ersten Stunde, ich war hell begeistert von seinen Kochkünsten», sagt von Rotz. «Wir hatten eine sehr gute Beziehung, sehr oft waren wir gemeinsam unterwegs und haben für meine drei Restaurants eingekauft. Für meine Frau war er wie ein Bruder, sie leidet sehr.» Auch Daniel von Rotz ist traurig: Als er von den gemeinsamen Weihnachtsfeiern erzählt, muss er innehalten. Zu stark überkommen ihn die Gefühle. «Es geht mir den Umständen entsprechend, ich habe schlaflose Nächte.» Immerhin tue die Anteilnahme im Dorf und von den Stammgästen gut. «Der erste Anrufer kurz nachdem bekannt wurde, dass es ein Todesopfer gab – meinte zu mir, er sei richtig froh, dass ich selber das Telefon abgenommen habe.» Viele hätten sich seither nach seinem Befinden erkundigt.

Warten auf weitere Ergebnisse

Seit gestern Morgen hat Daniel von Rotz von der Staatsanwaltschaft die Zutrittserlaubnis für den Lagerraum, wo sich die Explosion ereignet hatte. Wie es weitergehen soll, weiss er noch nicht. Er müsse zuerst die Expertenmeinungen abwarten.

Daniel von Rotz zeigt uns den Lagerraum mit den verschiedenen Kellerabteilen, die nur durch die Holzlatten abgetrennt waren. Alles liegt in Trümmern. Die Decke zur darüberliegenden Terrasse ist mit Stützen gesichert, tiefe Risse ziehen sich durch die Wand, überall gibt es Brandspuren und Glassplitter. «Das war eine unglaubliche Kraft. Ich weiss aber nicht, was da explodiert ist. Wir lagerten hier nur Verbrauchsmaterial wie Pizzaschachteln, Kassenrollen aber kein Gas, nichts Explosives oder Brennbares.»

Draussen zeigt uns Daniel von Rotz einen fast unbeschädigten Metallschrank, wo die Gasflaschen gelagert sind. Daneben liegt ein Haufen von Material, das bei der Spurensicherung aus den Kellerräumen gebracht wurde. Bei der Befragung durch die Polizei gestern Nachmittag sei ihm nicht viel Neues mitgeteilt worden, nur, dass die Explosion durch das Opfer selber ausgelöst worden war. Zudem habe man ihm bestätigt, dass sie sicher nicht durch Gas verursacht worden sei.

Er könne immer noch nicht abschätzen, wie hoch der Schaden sei, oder wie lange die Reparaturen dauern. Zwar ist die Pizzeria Steihuis im Gebäudeteil daneben praktisch unversehrt, ohne Lagerräume und Keller kann Daniel von Rotz aber nicht wiedereröffnen. «Es hängt sehr viel davon ab, was die Experten nun sagen.»

«Müsste wieder bei null anfangen»

Eigentlich möchte er die Pizzeria weiterführen. Man habe ein gutes Jahr hinter sich gehabt mit 14 Prozent mehr Umsatz. «Jetzt müsste ich wieder bei null anfangen. Ich weiss noch nicht, ob ich das nochmals will.»

Man kann ihn verstehen: Im Januar hatte es schon in der Küche seines Restaurants Turm gebrannt. Kaum hat er die Schäden beseitigt und den Betrieb wieder auf Vordermann gebracht, ereignete sich die Explosion im «Steihuis». Aber fast schon trotzig sagt er: «Ich muss jetzt den Blick nach vorne richten.»

Philipp Unterschütz

Die Decke des Lagerraums muss nach der Explosion abgestützt werden. (Bild Corinne Glanzmann)

Die Decke des Lagerraums muss nach der Explosion abgestützt werden. (Bild Corinne Glanzmann)

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