Kirchenvolk in Büren ist in Festlaune

Mit einem eindrucksvollen Gottesdienst und anschliessendem Chilbi-Betrieb feierte die Bevölkerung von Büren ihre 50 Jahre junge Bruderklausenkirche.

Franz Odermatt
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Festliche Atmosphäre: Der Gottesdienst in der Kirche. (Bild: Daniel Diggelmann (Büren, 18. November 2018))

Festliche Atmosphäre: Der Gottesdienst in der Kirche. (Bild: Daniel Diggelmann (Büren, 18. November 2018))

Höhepunkte um Höhepunkte folgte am Sonntag beim Festgottesdienst in der Bruderklausenkirche Büren. Das 50-Jahr-Jubiläum des Gotteshauses waren ­Pastoralassistent Marino Bosoppi und dem Kapellrat Grund genug, am Morgen vor der weltlichen «Chiubi» zu einem würdevollen Gottesdienst einzuladen. Ehrengast Abt Christian vom Kloster Engelberg erwies den Bürern seine Ehre. Er stellte die Gemeinschaft und die Harmonie in den Mittelpunkt. «Pflegt die Einheit, bringt die Kirche zum Klingen, indem ihr die Gottesdienste besucht, denn Kirche bedeutet gemeinsam auf den Glaubensweg zu gehen», ermunterte der Abt.

Auf die Frage, ob es heute, wo man alles online nachschauen und sich beraten lassen könne, noch eine Kirche brauche, hatte Abt Christian eine deutliche Antwort bereit. «Ja. Denn die lebendige Kirche seid Ihr, das Volk. Helfen, betreuen, Positives weitergeben, könne man auch heute nur analog und nicht online.»

Interessante Ausführungen zur Baugeschichte

Aufmerksam hörte das Kirchenvolk den mit Humor gespickten Ausführungen des heute 85-jährigen Architekten Hugo Niederberger zu. Er berichtete über die Planung und anspruchsvolle Ausführung der heute noch modernen Bruderklausenkirche. «Ich liess mich dabei vom bescheidenen Leben von Bruder Klaus inspirieren, das heisst, ich wollte eine schlichte und einfache Kirche bauen», blickte Niederberger zurück. Die Liturgie befand sich damals im Umbruch. Diesen wollte er für eine neue Kirchenform benützen. «Mein modernes Projekt begeisterte den damaligen Churer Bischof überhaupt nicht, er hätte lieber eine konservativere Kirche nach altehrwürdigem Stil bevorzugt. Etwas widerwillig gab er dann doch noch die Zustimmung.» Abschliessend betonte er, dass es einer seiner schönsten Aufträge gewesen sei.

Pastoralassistent Marino Bosoppi, Abt Christian aus Engelberg und Pfarrer Franz Bircher aus Obbürgen (von links). (Bild: Daniel Diggelmann (Büren, 18. November 2018))

Pastoralassistent Marino Bosoppi, Abt Christian aus Engelberg und Pfarrer Franz Bircher aus Obbürgen (von links). (Bild: Daniel Diggelmann (Büren, 18. November 2018))

«Ein grosses Werk ist vollendet. Wir haben ein neues Gotteshaus. Grosszügig hat sich das Volk von Büren für einen Neubau entschieden. Baukommission, Architekt, Ingenieur, Gestalter, Unternehmer und Arbeiter haben grossen Einsatz geleistet», schrieb der damalige Kaplan Nikolaus Blättler in der Einweihungs-Festschrift. Einen interessanten und heute noch aktuellen Beitrag schrieb auch Baukommissionssekretär Pater Adelhelm Bünter: «Jede Dorfgemeinschaft braucht einen geistig-religiösen Mittelpunkt, eine Kirche. Wie ein Mahnzeichen erhebt sie sich, damit wir vor lauter Schaffen und Werken den Herrn im Himmel nicht vergessen». Die damalige Weihe der neuen Bruderklausenkirche wurde von Abt Leonhard Bösch von Engelberg, dem Vorvorgänger von Abt Christian, vorgenommen.

Ein rundum gefülltes Gotteshaus, passende Texte der eigenen Liturgiegruppe, herrlicher Gesang durch den Kirchenchor unter der Leitung von Oliver Häfner, klangvolle Alphorntöne von Ivo Odermatt, virtuose Orgelklänge von Rudolf Zemp und der musikalische Beitrag der Viertklässler von Lehrer Markus Bircher brachten das Bürer Kirchenvolk und die zahlreichen Gäste von Nah und Fern in jubiläumswürdige Festlaune. Besondere Erwähnung verdient der zauberhafte Altarschmuck mit Blumen und Pflanzen «aus aller Welt» – ein Geschenk der gebürtigen Bürerin Monika Würsch, weil sie den genau gleichen Geburtstag wie die Kirche feiern durfte.

Der Saal platzte beim Mittagessen aus allen Nähten. (Bild: Daniel Diggelmann (Büren, 18. November 2018))

Der Saal platzte beim Mittagessen aus allen Nähten. (Bild: Daniel Diggelmann (Büren, 18. November 2018))

Während in der Kirche das Platzangebot genügte, fanden beim Mittagessen im Kirchensaal nicht mehr alle Besucher Platz. Trotzdem gebührt dem fleissigen Küchenteam mitsamt Servicepersonal für ihren mustergültigen Einsatz ein Lob. An der nachmittäglichen «Chiubi» im Kirchensaal und in der Turnhalle gab es Attraktionen für Gross und Klein zu entdecken.