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Klassik vom Feinsten im Stanser Chäslager

David Sonder am Klavier und Matteo a Marca am Saxofon zeigten, wie bezaubernd klassische Musik des 20. Jahrhunderts sein kann. Das Publikum dankte es den begnadeten Profimusikern mit tosendem Applaus.
Kurt Liembd
David Sonder (Klavier) und Matteo a Marca (Saxofon) verzauberten das Publikum. (Bild: Kurt Liembd (Stans, 8. Februar 2019))

David Sonder (Klavier) und Matteo a Marca (Saxofon) verzauberten das Publikum. (Bild: Kurt Liembd (Stans, 8. Februar 2019))

«Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah!» Mit diesen sinnigen Worten von Goethe begrüsste Judith Gander am Freitag das Publikum im Chäslager in Stans. Wie recht die Stanser Organistin und Kirchenmusikerin hatte, war schnell spürbar. Denn was die beiden Musiker während zweier Stunde boten, war künstlerisch von höchster Qualität. David Sonder (62) ist hauptberuflich Musikschulleiter in Stansstad und Klavierlehrer mit Konzertdiplom, Matteo a Marca (30) Berufsmusiker, Dirigent und Saxofonlehrer in Stansstad. Das müsste jeden Schulpolitiker immens freuen, solche Leute anstellen zu können, welche eine Musikschule nicht nur organisatorisch führen, sondern in ihrer Freizeit auch künstlerisch tätig sind.

Brahms für einmal mit Saxofon

Auf dem Programm standen Werke des 20. Jahrhunderts, mit einer Ausnahme – Johannes Brahms mit der Sonate in f-Moll. Mit diesem Werk aus der Hochromantik begann der Abend, wobei sich die Frage stellte, ob es zu Brahms Zeiten überhaupt schon Saxofone gab. Natürlich nicht, vielmehr komponierte Brahms die vierteilige Sonate für Klavier und Klarinette oder Viola. Was Matteo a Marca mit dem Alt-Saxofon anstelle der Klarinette vollbrachte, war musikalisch traumhaft. Die Interpretation hätte Brahms sicher auch gefallen, denn die beiden Künstler verstanden sich blind, auch wenn der Altersunterschied volle 32 Jahre beträgt.

Nach Brahms war man bereits im 20. Jahrhundert angelangt, wo es nicht minder zur Sache ging. «Fantasie-Impromptu» von André Jolivet gefiel durch die mysteriöse Einleitung, gepaart mit einem Hauch von Exotik und Jazzelementen. Darius Milhauds «Scaramouche» in drei Sätzen liess das Publikum über die technische Brillanz der Interpreten staunen. Mit gleicher Virtuosität verblüffte die Musik des argentinischen Komponisten Astor Piazzolla und des Amerikaners Paul Creston mit der dreisätzigen Sonate op. 19.

Technisch brillant bei horrendem Tempo

Auch wenn die Musik Crestons stellenweise ans Experimentelle grenzte, wirkte sie kaum avantgardistisch und für das Publikum immer nachvollziehbar, mal melancholisch, mal dramatisch, mal romantisch. Vor allem der Klavierpart in Crestons Musik stellte höchste Anforderungen an David Sonder, die er souverän erfüllte. «Ich habe dieses Werk sehr lange und intensiv geübt, bevor ich es konzertreif beherrschte», sagte er gegenüber unserer Zeitung.

Entsprechend war sein Spiel nicht nur technisch vollendet, sondern auch gepaart mit Intuition, sodass er mit Matteo a Marca musikalisch verschmolz. Diese Intuition hat David Sonder wohl vom Schachsport, den er in seiner Freizeit leidenschaftlich betreibt.

Den Abschluss des genussreichen Konzertabends bildete der atemberaubende «Devil’s Rag» des Franzosen Jean Matitia (66), dem einzigen noch lebenden Komponisten des Abends. In horrendem Tempo und einer technischen Brillanz sondergleichen zogen die beiden Künstler das Publikum in Bann, welches sich mit tosendem Applaus bedankte.

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