Kleine Schliere bei Alpnach wird gebändigt

Für das Hochwasserschutzprojekt an der Kleinen Schliere hat das Obwaldner Parlament die Unterstützung des Kantons zugesagt. Die Höhe des Beitrags hängt von den Bundesgeldern ab.

Philipp Unterschütz
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So soll das geplante Entlastungsbauwerk Chlewigen an der Kleine Schliere aussehen.

So soll das geplante Entlastungsbauwerk Chlewigen an der Kleine Schliere aussehen.

Visualisierung: PD

Der Kanton Obwalden realisiert das Hochwasserschutzprojekt an der Kleinen Schliere in Alpnach. Das Parlament hat gestern mit 50 zu 0 Stimmen bei 1 Enthaltung beschlossen, dass sich der Kanton mit 7,3 bis 10,2 Millionen Franken beteiligt. Die Höhe des Betrags hängt davon ab, ob der Bund zusätzlich zur Subvention von 35 bis 45 Prozent auch einen Schwerfinanzierbarkeitszuschlag von bis zu 20 Prozent übernimmt. Man gehe aufgrund der Datenlage davon aus, dass dem bereits eingereichten Gesuch entsprochen werde, sagte Baudirektor Josef Hess.

Mit dem Ausbau soll ein Gebiet, in dem rund 3800 Personen, 80 Firmen, ein Schulhaus und ein Altersheim angesiedelt sind, vor Überschwemmungen geschützt werden. Entsprechend war die Notwendigkeit in allen Fraktionen unbestritten. Die Gemeinde Alpnach hat dem 35-Millionen-Franken-Projekt an der Hochwasser gefährdeten Kleinen Schliere bereits im November zugestimmt.

Das Bild zeigt den aufgewerteten Kanal Kleine Schliere oberhalb des Schlierestegs.

Das Bild zeigt den aufgewerteten Kanal Kleine Schliere oberhalb des Schlierestegs.

Visualisierung: PD

Teure Modellversuche brachten Verbesserungen

Kritisiert wurden einzig der Kulturlandverlust bei den Hochwasserschutzprojekten sowie die Kosten für Planung und Modellversuche. Ivo Herzog (SVP, Alpnach) bemängelte, dass insbesondere vom Bund verlangte ökologische Aufwertungsmassnahmen, die bei solchen Projekten stets gefordert würden, immer mehr Kulturland fordern. Sie seien Kostentreiber. Er erwähnte diesbezüglich die Möglichkeit einer Standesinitiative der Voralpenkantone.

Ambros Albert (SP, Giswil) sagte, die Baukosten seien zwar nachvollziehbar, insbesondere jene für Planung und Modellversuche von mehreren Millionen Franken seien aber hoch.

Baudirektor Josef Hess meinte zu den Einwürfen, man habe eine Bauvariante gewählt, die möglichst wenig Kulturland in Anspruch nehme. Bezüglich der Planungskosten gestand er ein, dass diese mit 5,5 Millionen Franken hoch seien. Modellversuche könne man aber nicht einfach aus der Schublade nehmen, jeder Bach sei anders. Die Versuche hätten zu grundlegenden Optimierungen des Projekts geführt und sich deshalb gelohnt.

Alpnach übernimmt den Unterhalt

Wie von der vorberatenden Kommission gefordert, stimmte der Rat auch der expliziten Erwähnung im Beschluss zu, die Gemeinde Alpnach als Projektträgerschaft zu dauerndem Unterhalt der Anlagen und der Geschiebebewirtschaftung zu verpflichten. Die vier Teilprojekte sehen unter anderem ein Rückhalte­becken, einen Entlastungskorridor, erneuerte Schwellen und Böschungen sowie ökologische Massnahmen vor. Das Projekt wird im Herbst 2020 öffentlich aufgelegt. Bei reibungslosem Verlauf der weiteren Verfahrensschritte kann der Bau 2021 beginnen. Die Umsetzung wird etwa fünf Jahre dauern.

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