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KLEWENALP: Bahn braucht dringend zwei Millionen – Schmid ist dennoch guter Hoffnung

Den Bergbahnen Beckenried-Emmetten AG geht nach schneearmen Wintern und der vom Bund verordneten Mastensanierung das Geld aus. Wenn nicht Gemeinden und Korporationen einspringen, könnte das Aus drohen.
Der neue Verwaltungsratspräsident Res Schmid. (Bild: Philipp Schmidli (Klewenalp, 30. September 2017))

Der neue Verwaltungsratspräsident Res Schmid. (Bild: Philipp Schmidli (Klewenalp, 30. September 2017))

Philipp Unterschütz

<span class="mail_autor">philipp.unterschuetz@nidwaldnerzeitung.ch</span>

Eitel Sonnenschein gestern auf der Klewenalp – doch drinnen, im Berggasthaus Panorama, hingen düstere Wolken über der Generalversammlung der Bergbahnen Beckenried-Emmetten AG. Das Unternehmen hat ernste Finanzprobleme. Drei schneearme Winter hat man hinter sich, erstmals musste im März 2017 der Skibetrieb gar noch vor der Frühjahrsrevision eingestellt werden. Entsprechend sind auch die Zahlen der Gastronomie alles andere als zufriedenstellend.

Und als ob das nicht genug wäre, kam dazu auch noch eine vom Bund verordnete Mastensanierung mit entsprechend hohen Kosten. Aus all diesen Gründen fuhren die Bergbahnen Beckenried-Emmetten im Geschäftsjahr 2016/17 einen Verlust von über 219000 Franken ein. Der Ertrag nahm gegenüber dem Vorjahr, nicht zuletzt dank der erfolgreichen Grossanlässe im Sommer, leicht zu und lag wieder leicht über 7 Millionen Franken. Deutlich zugenommen (plus 231000 Franken) hat der Betriebsaufwand auf gut 6 Millionen Franken. Der Cash-flow erreicht knapp die Grenze von 1 Million Franken, das Verhältnis Cash-flow/Ertrag weist damit den schlechtesten Wert der letzten zehn Jahre auf.

Überbrückungskredit gewährt

Sorgen macht vor allem die Liquiditätslage der Unternehmung, die sich im vergangenen Geschäftsjahr weiter verschärft hat. Die vereinbarten Rückzahlungen der Darlehen und die erforderlichen Mittel für die dringendsten Investitionen konnten nicht vollständig erarbeitet werden. Dass der Betrieb überhaupt aufrechterhalten werden konnte, war möglich, weil Kanton, Banken und Grossaktionäre diese Rückzahlungen aufschoben und Überbrückungskredite gewährten. Doch dafür stellten sie Bedin­gungen bei der Mastensanierung. Kanton, Banken und Grossaktionäre haben sich geeinigt, dass diese Investition von den Grossaktionären getragen werden. «Wir haben mit den Krediten und Stundungen geholfen, für das Kapital für die Investitionen sind die Grossaktionäre zuständig», begründet Philipp Müller, Geschäftsleitungsmitglied der Nidwaldner Kantonalbank, gegenüber unserer Zeitung die Tat­sache, dass die Banken keine Kredite für die Finanzierung der Mastensanierung zur Verfügung gestellt hatten. Müller betont, das sei kein Zeichen des Misstrauens. Man glaube an die erfolgreiche Zukunft, deshalb habe man ja den weiteren Betrieb im Sommer sichergestellt. Die für die Finanzprobleme mitverantwortliche Mastensanierung, die das Bundesamt für Verkehr 2015 verordnet hatte und die bis 2019 umzusetzen sind, verschlingen einen Betrag von 1,2 Millionen Franken. Ein Teil dieser Arbeiten, die laut der neuen Seilbahnverordnung für einen Zustand «ausser Betrieb bei Wind» nötig wurden, sind gemacht, aber teilweise noch nicht bezahlt. Die Gross­aktionäre legen ihren Stimm­bürgern deshalb im November Darlehensbegehren zu Gunsten des Bahnunternehmens von total 2 Millionen Franken vor (Beckenried: Gemeinde 750000 Franken, Korporation 550000 Franken. Emmetten: Gemeinde 500000 Franken, Korporation 200000 Franken). Die Darlehen würden mit 2 Prozent verzinst, die Rückzahlung beginnt in sechs Jahren und erfolgt über weitere sechs Jahre. Auf die Chancen der Vorlage angesprochen, zeigten sich die Gemeindepräsidenten von Beckenried und Emmetten, Bruno Käslin und Toni Mathis, sowie der Beckenrieder Genossenvogt Martin Ambauen vorsichtig optimistisch. Vielen Bürgern und Genossen seien neben der Schönheit des Gebietes und der Wichtigkeit als Naherholungsgebiet auch die volkswirtschaftliche Bedeutung des Betriebes bewusst, heisst es.

Res Schmid ist neuer Verwaltungsratspräsident

Trotz des unbefriedigenden Ergebnisses stimmten die 273 Aktionäre, die in Rekordzahl aufmarschiert waren, dem Jahres­bericht und der Jahresrechnung 2016/17 einstimmig zu. Während der ganzen GV gab es keine Wortmeldungen aus Aktionärskreisen. Dies mag auch daran liegen, dass das Unternehmen eine Neuausrichtung und zahlreiche Massnahmen zur Verbesserung der Situation versprach (siehe Kasten). In einem ersten Schritt wurde der Verwaltungsrat mit Regierungsrat Res Schmid (Emmetten), der zum Präsidenten gewählt wurde, sowie dem Juristen German Grü­niger (Beckenried) und dem Bauingenieur und Vizepräsidenten des Nidwaldner Skiverbandes, Walter Odermatt (Buochs), neu besetzt. Sie ersetzen den abtretenden Verwaltungsratspräsidenten Paul Berlinger und die VR-Mitglieder Hugo Murer (Beckenried) und Beat Musfeld (Buochs).

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