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Klewenalp-Bahnen nach Murmeli-Abschuss: «Im Nachhinein ist man immer schlauer»

Ihr Winterschlaf hätte in den nächsten Tagen begonnen. Doch vergangene Woche wurden die vier im Juli geborenen Murmeli, ihre Eltern und einer ihrer Grossväter auf der Klewenalp abgeschossen. Die Klewenalp-Bahnen sagen: «Aufgrund der Auflagen mussten wir eine Entscheidung fällen».
Zéline Odermatt

Der Tierschutzverein Nidwalden erfuhr Ende letzter Woche durch einen anonymen Hinweis das erste Mal von den Absichten der Bahnen und zeigte sich nach der Tötung der Murmeltiere empört (wir berichteten). Viele Menschen hätten sich seither bei ihnen gemeldet, die wissen wollten, was genau geschehen ist, sagt Jacqueline Dehmel, Präsidentin des Tierschutzvereins Nidwalden.

Und auch die Klewenalp-Bahnen erhielten, seit die Tötung der Tiere bekannt wurde, mehr als zwei Dutzend E-Mails zum Fall. «Das Thema ist emotional, deshalb waren wir nicht überrascht, dass auch viele emotionale E-Mails bei uns eingegangen sind», so Paul Odermatt, Leiter Betrieb und Technik bei der Klewenalp-Bahnen. Sie seien nach der Aufruhr in den sozialen Medien eher überrascht gewesen, dass es nicht noch mehr direkte Rückmeldungen gegeben habe. «Die Leute kommentieren lieber anonym, anstatt mit Namen zu ihrer Meinung zu stehen.» Und Odermatt sagt weiter:

«Was da in den sozialen Medien abgelaufen ist, habe ich so noch nie erlebt.»

Irgendwann habe er deshalb auch aufgehört, die Online-Kommentare zu lesen.

Bereits mit Nestbau für Winter begonnen

Paul Odermatt meldete sich gestern Mittwoch erstmals auch direkt beim Tierschutzverein Nidwalden. Präsidentin Jacqueline Dehmel: «Er hat geschrieben, dass im Herbst keine Möglichkeit mehr bestand, die Murmeli umzusiedeln. Das ist uns auch klar, weil die Murmeli bereits mit dem Nestbau für den Winterschlaf begonnen haben. Der beste Zeitpunkt für einen neuen Standort ist im Frühjahr.» Auch schrieb er, man habe handeln müssen, weil im Frühjahr wieder Tiere zur Welt gekommen wären. «Das ist jedoch eine schlechte Ausrede. Es wären im Frühjahr noch vier Junge im Gehege gewesen, die erst im Juli 2019 geboren worden sind. Die Mutter hätte begonnen, diese zu vertreiben und wäre erst nach der Trennung von den Jungen bereit für eine neue Paarung gewesen», erzählt Dehmel.

Erst vor wenigen Wochen aufgenommen: zwei Murmeli auf der Klewenalp. (Leserbild: Natalie Häussler)Erst vor wenigen Wochen aufgenommen: zwei Murmeli auf der Klewenalp. (Leserbild: Natalie Häussler)
(Leserbild Irina Limacher)(Leserbild Irina Limacher)
(Leserbild: Beat J. Klarer)(Leserbild: Beat J. Klarer)
Ein Murmeli im Gehege in diesem Sommer. (Bild: PD)Ein Murmeli im Gehege in diesem Sommer. (Bild: PD)
Ein Bild aus dem Jahr 2011: Stolz präsentieren sich die Murmeli im Gehege. (Bild: PD)Ein Bild aus dem Jahr 2011: Stolz präsentieren sich die Murmeli im Gehege. (Bild: PD)
Ein Bild aus glücklichen Tagen (2015). (Bild: PD)Ein Bild aus glücklichen Tagen (2015). (Bild: PD)
2009 gab es Nachwuchs. (Archiv LZ)2009 gab es Nachwuchs. (Archiv LZ)
(Archiv LZ)(Archiv LZ)
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So schön hatten es die Murmeli auf der Klewenalp

In den letzten Jahren haben die Klewenalp-Bahnen bereits einige Male junge Murmeli umgesiedelt, sagt Dehmel. «Ein paar der jungen Tiere wurde auf dem Stanserhorn oder in dem Murmeltierpark auf dem Grimsel untergebracht.» Die Klewenalp-Bahnen bestätigen dies. Auch in den Jura seien bereits Murmeli umgesiedelt worden.

Die Präsidentin des Tierschutzvereins erzählt: «Ein ehemaliger Pfleger der Murmeltiere auf dem Klewen hat uns gesagt, er hätte im kommenden Frühjahr einen Platz für die Murmeli gehabt. Aber auch wenn das nicht geklappt hätte, hätten wir mit unserem grossen Netzwerk bestimmt einen neuen Standort gefunden. Auch Toni’s Zoo in Luzern hat sich bereits öffentlich auf ‹20 Minuten› geäussert, dass er die Tiere übernommen hätte», sagt Jacqueline Dehmel.

Zu den vielen Ideen für einen alternativen Wohnort der Tiere sagt Paul Odermatt: «Im Nachhinein ist man immer schlauer, aber aufgrund der Auflagen mussten wir eine Entscheidung fällen.» Dass der Murmeltierpark geschlossen werden muss, sei bereits an der Generalversammlung der Bahnen am 20. September Thema gewesen. «Da hat sich jedoch niemand mit einem Lösungsvorschlag gemeldet.»

Tierschutzverein möchte aufklären

Der Tierschutzverein möchte nach dem Fall vor allem darauf aufmerksam machen, dass sie zur Unterstützung da seien. «Ich denke die Bahnen haben im Vornherein nicht gewusst, dass sie sich an uns wenden könnten. Das Veterinäramt macht die Auflagen und schaut, dass diese eingehalten werden. Für Hilfe bei Umsiedlungen sind wir jedoch die richtige Adresse.»

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