KLEWENALP: Das Projekt Alpkäserei ist gestorben

Das Projekt einer Alpkäserei ist mangels Interesse gescheitert. Hinzu kommt, dass viele Alpen über zu kleine Strukturen verfügen.

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Kühe auf der Klewenalp. (Bild Richard Greuter/Neue NZ)

Kühe auf der Klewenalp. (Bild Richard Greuter/Neue NZ)

Seit acht Jahren produziert und verkauft die Interessengemeinschaft Klewenalpkäse (IG) jährlich gegen 10 Tonnen Bergkäse. Um ihn als Alpkäse mit einer besseren Wertschöpfung zu vermarkten, verlangt das Gesetz, dass er im Sömmerungsgebiet produziert wird. Genau dies ist beim Klewenalpkäse nicht der Fall. Die dazu nötige Milch wird in den Sommermonaten alle zwei Tage von der Klewenalp nach Seelisberg transportiert und in der Bergkäserei Aschwanden zu Bergkäse verarbeitet.

Schaukäserei hätte 40'000 Kilogramm Milch zusätzlich gebraucht
Um mit dem Produkt Alpkäse bessere Marktchancen zu realisieren, wollte die IG auf der Klewenalp eine Schaukäserei bauen. Vorgesehen war die Gründung einer Aktiengesellschaft mit den beteiligten Alpbetrieben und eine weitere Zusammenarbeit mit der Bergkäserei Aschwanden. Für 90 Prozent der über 20 Tonnen Alpkäse hätte er Absatzmöglichkeiten geboten. An den Kosten von etwa 2 Millionen Franken hätte sich die öffentliche Hand zur Hälfte mit zinslosen Darlehen und A-fonds-pérdu-Beiträgen beteiligt. Den Rest hätte die AG aufbringen müssen.

Insgesamt werden auf der Klewenalp jährlich etwa 280'000 Kilogramm Alpmilch produziert. Rund 18 Alpbetriebe haben ihre Milch zugesichert. Dies ergibt eine Milchmenge von 200'000 Kilogramm. Zu wenig für einen rentablen Betrieb, dafür wären gemäss Businessplan knapp 240'000 Kilogramm notwendig.

«Dieses Projekt wäre für die Klewenalp eine Riesenchance gewesen», meinte ein enttäuschter Thomas Käslin, der als ehemaliger Präsident der IG mehr als ein Jahr für die Sache gekämpft hatte. Auch touristisch hätte das Klewengebiet, das bis in den süddeutschen Raum bekannt ist, vom Vorzeigeprojekt profitiert.

Die Zeit für überbetriebliche Lösungen wird knapp
Die Gründe für die ablehnende Haltung einzelner Betriebe sind vielfältig. Einige wollten sich nicht an eine Käserei binden, andere sind mit der momentanen Situation zufrieden. Der Beckenrieder Landwirt Toni Gander nennt noch einen anderen Grund: «Mein Talbetrieb ist um die Hälfte kleiner geworden, und ich weiss nicht, ob ich die Milchproduktion auf der Alp, die eine Bestossung mit maximal 13 Milchkühen erlaubt, längerfristig aufrechterhalten kann.»

Hier scheint auch das Problem zu liegen. Viele Alpbetriebe sind zu klein strukturiert, es drängen sich überbetriebliche Lösungen auf. «Aber», so Gander weiter, «überbetriebliche Lösungen brauchen Zeit.» Doch ob diese zur Verfügung steht, ist fraglich.

Richard Greuter

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Nidwaldner Zeitung.