KLEWENALP: «Himmelsstiege» führt zur Alp

Am Fuss der Schinberge liegt auf 1700 Metern die Obere Büelhütte. Bestossen und innovativ bearbeitet wird die Alp von Josef «Silbi» Käslin.

Rosmarie Berlingerrosmarie Berlinger
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Blick von der Oberen Büelhütte Richtung Klewenalp; Josef «Silbi» Käslin auf seiner Alp und zwei seiner Tipizelte. (Bilder Rosmarie Berlinger)

Blick von der Oberen Büelhütte Richtung Klewenalp; Josef «Silbi» Käslin auf seiner Alp und zwei seiner Tipizelte. (Bilder Rosmarie Berlinger)

16 Kühe und 30 Rinder finden ihr leckeres Futter auf den Alpweiden unter dem Schinberg, am Weg zum Hinterjochli und an den Abhängen des Risetenstocks. «Welch schöne Welt», sagt Silbi Käslin und meint überzeugt: «Fürs Älplerläbe muesch gebore sey.»

Das Leben und Arbeiten auf der Alp kennt er seit seiner Jugend. «Das sind jetzt 40 Jahre her, seit er mit seinem Vater Toni Käslin und Onkel Friedl Käslin im Sommer immer z Alp ging. Später, während seiner 25-jährigen Berufstätigkeit in der Bauisolationsbranche, arbeitete er jeweils im Winter auswärts. Im Sommer hiess der Arbeitsplatz Obere Büelhütte. Seit zehn Jahren betreibt er auch ein Winter-Tipi, das mit Heizung ausgestattet ist. Seine Alphütte wird im Winter zum Pistenbeizli an der Chälen-Abfahrt.

Tipis für die Gäste

Wer eine Alp bestösst, Verantwortung für die Tiere trägt, das Hagen, Heuen, Melken und viele weitere Arbeiten zu besorgen hat, ist eigentlich tagtäglich in seinem Revier präsent. Diese Tatsache berief ihn zur Idee, auf seinem Gelände Tipis für die Beherbergung von Gästen einzurichten. Es sind Nachbildungen der Tipis der Dakota-Indianer mit einem Durchmesser von 5 und 6 Metern.

Etwas exotisch präsentieren sich die weissen Behausungen schon. Aber das neue unbekannte Angebot hat sich damals vor 20 Jahren im Tal und im Berggebiet herumgesprochen und die Neugier zu einem Besuch geweckt. Vereine, Schulklassen, Familien, auch der Ferienpass Nidwalden, machten nach Wanderungen für das Nachtlager Halt im «Biel».

Das neue touristische Angebot hat sich bis heute bewährt und wirbt nun mit einer schmucken Tafel am Weg zum Brisenhaus. Die Anreise erfolgt über die Beckenried-Klewenalp-Bahn. Rund eine Stunde dauert die Wanderung zum Tipi-Dorf, wo sich die Gäste nach Belieben mit Selbstmitgebrachtem verpflegen oder auch grillieren können. Zur Verfügung stehen Pfannen, Grillutensilien und Getränke können gekauft werden. Milchprodukte und Käse liefert die nahe gelegene Alp Stock, wo die Milchmenge seiner Kühe verarbeitet wird.

Der Alpsegen im Nachthimmel

Alpbesitzer Silbi Käslin ist mittlerweile zum innovativen Gastgeber geworden. Er hat Spass, seine prächtige Bergwelt mit anderen Menschen zu teilen und die Gäste seit kurzem mit der neusten Installation bekannt zu machen. Vom Wanderweg her führt eine mit 79 Tritten versehene Treppe direkt zur Alp. «Himmelsstiege» wurde sie von einem beteiligten Helfer lustigerweise getauft. Da passt auch gleich die Bemerkung, dass Silbi Käslin jeden Abend nach getaner Arbeit den Alpsegen in den Nachthimmel ruft, den «Muisen-alpler-Bätruäf».

In unserer Sommerserie «Meine Alp» stellen wir in loser Folge Älpler oder Alpen mit einem besonderen Hintergrund vor. Alle Folgen finden Sie unter www.nidwaldnerzeitung.ch/serien