KLEWENALP: Neue Vorschrift bringt Bergbahn in Zugzwang

Die Masten der Luftseilbahn müssen verstärkt werden. Das Problem ist die Finanzierung.

Philipp Unterschütz
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Die Luftseilbahn Beckenried-Klewenalp. (Bild: pd)

Die Luftseilbahn Beckenried-Klewenalp. (Bild: pd)

Die Schweizer Bergbahnen zählen weltweit zu den sichersten. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) wacht mit Argusaugen über die Bahnbetreiber und erlässt Gesetze und Verordnungen. Die jüngste Seilbahnverordnung verschärfte nun auch Vorschriften zum Zustand «ausser Betrieb bei Wind» – also für Zeiten, in denen die Bahnen wegen Starkwind sowieso nicht fahren. So sah das Bundesamt für die Klewen­alpbahn eine theoretische Möglichkeit, dass bei orkanartigem Sturm im Betriebsstillstand Masten beschädigt werden könnten. Das BAV verlangte deshalb von der Bergbahnen Beckenried-Emmetten AG, dass die Konstruktionen von Ingenieuren genaustens geprüft und neu berechnet werden mussten.

Der grosse Planungsaufwand zeigte: «An allen vier Masten müssen die Fundation und die Stahlkonstruktion in unterschiedlichem Mass verstärkt werden, um den neuen Vorschriften zu genügen», erklärt Geschäftsführer Sepp Odermatt.

Arbeiten laufen seit vergangenem Herbst

Mit dem BAV konnte man vereinbaren, dass die Arbeiten auf vier Jahre verteilt werden können, da es sich ja nicht um ein akutes Sicherheitsproblem handelt. Nach wie vor gilt die Betriebsbewilligung bis 2039, welche die Bahn nach der gründlichen Sanierung 2014 vom BAV erhielt.

Aufgrund einer Prioritätenliste laufen nun seit vergangenem Herbst die Verstärkungsarbeiten. Erste Priorität hatte der Masten 3 (Tristelen), wo im November die Fundation verstärkt wurde. In diesem Frühling wurde die Konstruktion am Masten 2 (Hartmanix) mit 9 Tonnen Stahl verstärkt. Als nächster Schritt folgt im Herbst Masten 1, wo sowohl Fundation wie Stahlkonstruktion verstärkt werden. «Alle Arbeiten können während der ordentlichen Revisionszeiten gemacht werden», sagt Odermatt.

«Wir suchen nach Lösungen mit den Kreditgebern»

Eine grosse Aufgabe für die Bergbahnen Beckenried-Emmetten AG ist die Finanzierung. «Die Arbeiten kosten insgesamt rund 1,2 Millionen Franken», sagt Odermatt. Zwar erstrecke sich das ganze Projekt über vier Jahre, aber «die Gesamtplanung und die beiden Masten, die wir schon verstärkt haben, machen rund 75 Prozent der Kosten aus. Jetzt folgen kleinere Massnahmen», erklärt er. «Wir suchen nun nach Lösungen mit den Kreditgebern und den Grossaktionären.» Nicht sehr hilfreich war für das Unternehmen die vergangene Wintersaison mit Schneemangel im Dezember und Regenwetter im Frühling. «Wir liegen trotzdem nur 1 Prozent unter dem Vorjahr, aber dieses war ja auch nicht sehr gut», sagt Sepp Odermatt, der nun auf eine starke Sommersaison hofft. Zumindest der Vorverkauf für das Open Air vom 13. bis 16. Juli sei gut angelaufen, so der Geschäftsführer der Bergbahnen Beckenried-Emmetten AG.

 

Philipp Unterschütz

philipp.unterschuetz@nidwaldnerzeitung.ch