Klimaschutz-Bewegung macht in Stans mit aufgereihten Schuhen auf ihre Anliegen aufmerksam

Weil Kundgebungen zurzeit verboten sind, wurde am Freitag in Stans mit Schuhen auf die Anliegen von Klimaschützern aufmerksam gemacht. Mehrere Kirchenglocken im Kanton läuteten zudem eine Minute früher.

Florian Pfister
Drucken
Teilen
Rund 100 Paar Schuhe markieren im Rahmen der «Challenge for Future» beim Winkelrieddenkmal in Stans Präsenz.

Rund 100 Paar Schuhe markieren im Rahmen der «Challenge for Future» beim Winkelrieddenkmal in Stans Präsenz.

Bild: Urs Flueeler / Keystone, 15. Mai 2020

Gut hundert Schuhpaare standen am Freitagvormittag vor dem Winkelrieddenkmal in Stans. Eine Klimademonstration der besonderen Art: Die Aktion der Klimagruppe Nidwalden war Teil der schweizweiten «Challenge for Future». Dazu haben sich die regionalen Gruppen jeweils eine Aktion überlegt. Da die aktuelle Situation keine gewöhnlichen Demonstrationen zulässt, kamen die Klimaaktivisten in Nidwalden auf die Idee, Schuhe anstelle von Menschen «demonstrieren» zu lassen.

Die Schuhe vertraten die Demonstranten.

Die Schuhe vertraten die Demonstranten.

Bild: Urs Flueeler / Keystone, 15. Mai 2020

«Wir fordern, dass nach der Coronakrise nicht einfach zur Normalität zurückgekehrt wird, denn die Normalität ist die globale Klimakrise», sagt Annina Rohrer, Sprecherin der Klimagruppe Nidwalden. Das Konjunkturprogramm für die Wirtschaft, welches es durch die Coronakrise braucht, soll klimafreundlich ausfallen. Es brauche jetzt einen Wandel hin zu einer sozialen und ökologischen Zukunft, so Rohrer. Zudem soll in Bezug auf die Klimakrise mehr auf die Wissenschaft gehört werden. «Dass dies möglich ist, hat uns die Coronakrise gezeigt. Auch beim Klimawandel ist es fundamental, dass auf die Wissenschaft gehört und rechtzeitig gehandelt wird», sagt Annina Rohrer. «Dieser Zeitpunkt ist schon lange da.»

Schuhe werden zum Teil gespendet

Um eine Menschenansammlung zu vermeiden, wurde das Fusswerk vorgängig eingesammelt und am Vormittag von wenigen Personen ausgelegt. Die meisten der Besitzer holen ihre Schuhe wieder ab. «Es gibt aber auch Personen, welche die Schuhe nicht mehr wollen. Diese werden gespendet, wenn sie noch brauchbar sind», sagt Annina Rohrer. «Ansonsten bewahren wir sie für weitere Aktionen auf.»

Die «Challenge for Future» findet als Ersatz zum «Strike for Future» statt, der aufgrund der aktuellen Situation verschoben werden musste. Diesen Aktionstag organisierte die Bewegung Klimastreik Schweiz. In allen Regionen der Schweiz konnten sich die an der Aktion teilnehmenden Gruppen zudem den unterschiedlichsten Aufgaben stellen. «Ich habe beispielsweise Plakate gemalt und aufgehängt», erzählt Annina Rohrer. Zudem war sie im für diesen Tag aufgeschalteten Webradio zu hören.

Bild: Urs Flueeler / Keystone, 15. Mai 2020

An der Aktion beteiligten sich auch mehrere Nidwaldner Kirchen. So liessen etwa die Kapuzinerkirche in Stans und die reformierte Kirche sowie weitere Gotteshäuser ihr Mittagsgeläut als Teil des «Klimaalarms» eine Minute früher erklingen. Auch in der Stadt Luzern hatte die Organisation Klimastreik Zentralschweiz zu einer «Schuh-Demo» aufgerufen.

«Wir haben ein grosses Ziel erreicht»

Annina Rohrer zieht ein positives Fazit der Aktion. «Wir erhielten Schuhe der verschiedensten Personen. Es gab auch viele, die wir nicht persönlich kennen», sagt sie. «Ausserdem fragten viele Passanten nach, um was es ging. Es gab auch Personen, die vor Ort von der Aktion erfahren haben und noch Schuhe gebracht haben. Die Resonanz war gross. Somit haben wir ein grosses Ziel erreicht.» Die Klimagruppe Nidwalden macht nicht nur Strassenaktionen. Am Sonntag findet ihr erstes Webinar statt.