KLOSTER: Stanser Schwestern feiern 400. Geburtstag

Vor 400 Jahren wurde das Frauen­kloster Stans gegründet. Am Samstag bewiesen die Nidwaldner, dass ihnen auch heute noch sehr viel an den Schwestern liegt.

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Frau Mutter Sabine Lustenberger bringt, als Zeichen für ein fruchtbares Leben und Arbeiten im Kloster, Ähren als Opfergabe zum Altar. (Bild: Romano Cuonz / Neue NZ)

Frau Mutter Sabine Lustenberger bringt, als Zeichen für ein fruchtbares Leben und Arbeiten im Kloster, Ähren als Opfergabe zum Altar. (Bild: Romano Cuonz / Neue NZ)

Romano Cuonz

Freuet euch und frohlocket!», zitiert Viktor Furrer, Präsident des Freundeskreises Kloster St. Klara, den Evangelisten Matthäus. Und dann spricht er den vielen Leuten in der Stanser Kirche am Samstag mitten aus den Herzen: «Es ist einfach nur grossartig, wenn eine Gemeinschaft aus Frauen 400 Jahre bestehen bleibt und ihren Idealen in der ganzen langen Zeit ununterbrochen nachlebt und auch weiterhin noch nachleben wird.» Frau Mutter, Sabine Lustenberger (43), ist ob all der Dankbarkeit gerührt. «Es ist ein grosses Geschenk, wenn wir Schwestern so viel Wohlwollen entgegennehmen dürfen», sagt sie.

«Grosse Lebendigkeit»

Der höchste Kapuziner der Schweiz, Agostino Del Piero (58), doppelt nach:«Wenn ich als Provinzial das Kloster St. Klara besuche, spüre ich da eine überaus grosse Lebendigkeit der Gemeinschaft», lobt der Tessiner. Ganz ähnlich empfindet es auch der Engelberger alt Abt Berchtold Müller.«Bei der Messefeier und beim Abendessen spüre ich jeweils den guten Geist, der in ihrer Gemeinschaft herrscht», sagt er. Diese Schwestern würden ihre Aufgaben fröhlich und gut erfüllen. Und nicht ständig ob der ungewissen Zukunft verzweifeln.

Obwohl er ein Berner Reformierter sei, habe er die Einladung ins Kloster besonders gerne angenommen, sagt der Nidwaldner Landammann Res Schmid. Und er findet treffende Worte, um das Werk der 431 Klosterfrauen in den letzten 400 Jahren zu würdigen. «Dass es Menschen gibt, die hinter Klostermauern für das Wohl ihrer Mitmenschen beten und ihre täglichen Arbeiten verrichten, fas­ziniert mich», sagt er. «Ja, ich bin froh, dass es in Stans noch so einen Ort gibt, der so gar nicht zu den Idealen passt, denen unsere Welt zunehmend nacheifert: Vergnügen, Zerstreuung, Unterhaltung, Abwechslung, Gewinn, Genuss, Schnelligkeit und Selbstverwirklichung.»

Sie sind zwischen 25- und 95-jährig

Die älteste St.-Klara-Schwester heisst Michaela Dietschi und ist 95-jährig.«Für mich haben sich Klosterleben und Unterrichten ein Leben lang gegenseitig bereichert», bilanziert sie. Gerade einmal 25-jährig ist die Kinderbetreuerin Lea Heinzer. Sie lebt seit einiger Zeit im Kloster und will demnächst dem Orden beitreten. «All die vielen Schwestern in den 400 Jahren müssen die gleiche Faszination verspürt haben, die auch mich auf diesen Weg gebracht hat», sagt sie.

«Keine Altmänner-WG»

Dass Klosterfrauen beten und kochen können, anerkennt schmunzelnd der Stanser Pfarrer David Blunschi (48). «Wenn ich bei ihnen esse, kochen sie mir oft meine Lieblingsspeise: Spiegelei mit Fleischkäse.» Auch der Nidwaldner alt Regierungsrat Leo Odermatt (67) als ehemaliger Kollegischüler staunt immer wieder: «Verglichen mit den Kapuzinern, die am Schluss in ihrem Stanser Kloster eine Altmänner-WG führten, ist im St. Klara immer alles sauber, gepflegt, und Besucher sind herzlich willkommen.»

Schwester Michaela und Postulantin Lea Heinzer. (Bild: Neue NZ)

Schwester Michaela und Postulantin Lea Heinzer. (Bild: Neue NZ)

Landammann Res Schmid und Viktor Furrer (rechts). (Bild: Neue NZ)

Landammann Res Schmid und Viktor Furrer (rechts). (Bild: Neue NZ)

Ephrem Bucher (links) und Pfarrer David Blunschi. (Bild: Neue NZ)

Ephrem Bucher (links) und Pfarrer David Blunschi. (Bild: Neue NZ)

Agostino Del Piero und Berchtold Müller (rechts). (Bild: Neue NZ)

Agostino Del Piero und Berchtold Müller (rechts). (Bild: Neue NZ)

Agatha Flury und Leo Odermatt. (Bild: Neue NZ)

Agatha Flury und Leo Odermatt. (Bild: Neue NZ)

Irene Mahler und Eduard Ettlin. (Bild: Neue NZ)

Irene Mahler und Eduard Ettlin. (Bild: Neue NZ)