Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

KOLUMNE: Fassen Sie Ihr Glück

Christian Hug über glücklich machende Speisen und Umarmungen.
Christian Hug
Kolumnist Nidwaldner Zeitung

Kolumnist Nidwaldner Zeitung

Wie Sie wahrscheinlich auch, bin ich gerne glücklich. Weil: Das ist einfach ein gutes Gefühl! Und ich meine jetzt nicht nur diese ganz seltenen, ganz grossen Momente, wo man vor lauter Glück nichts anderes mehr tun kann als zu blubbern und zu brodeln, zum Beispiel wenn man frisch verliebt ist. Solche Phasen sind im Leben dummerweise viel zu selten, da kann man sich als Glücks- Sucher nicht drauf verlassen.

Ich meine vielmehr all die vielen Augenblicke, in denen man für einen flüchtigen Moment im Glück schwelgt. Diese kleinen Glücks-Kicks zwischendurch. Zum Beispiel Schokolade essen. Also für alle, die das noch nicht wussten: Beim Essen von Schokolade setzt das Hirn das Hormon Endorphin frei. Und je mehr Endorphin in unserem Blut fliesst, umso glücklicher fühlen wir uns. Ist im Grunde reine Chemie. Trotzdem esse ich gerne Schokolade. Und zwar täglich.

Und genau das ist mein Problem: Jetzt beginnt ja bald wieder die Fastenzeit, und dann werde ich wie immer 40 Tage lang auf Schokolade verzichten. Kleine Disziplin-Übung. Aber keine Schoggi heisst eben auch kein Endorphin und keine kleinen Glücks-Kicks, und das ist ja irgendwie doof.

Glücklicherweise wurde ich gestern gerettet: Meine Liebste erklärte mir nämlich, dass Chili genau dasselbe macht wie Schokolade: Wenn man das rote Gewürz isst, schüttet das Hirn Endorphine aus. Natürlich habe ich daraufhin sofort beschlossen, mir einen gigantischen Vorrat an Chili zuzulegen, damit ich Endorphin-technisch unversehrt über die Fastenzeit komme. Ab Aschermittwoch jeden Tag eine ordentliche Ladung scharfe Schoten aufs Butter­brötli und der Glücks-Kick ist perfekt. Mit dem Verzichten auf Fleisch und Zigaretten während der Fastenzeit habe ich ja dann immer noch genug zu tun.

Aber es kommt noch besser: Heute Morgen beim News-Surfen im Internet bin ich auf eine weitere Glücks-Kick-Rettungsmöglichkeit gestossen. Die Wissenschaft hat herausgefunden, dass bei einer Umarmung ebenfalls Endorphine ausgeschüttet werden, vor allem, wenn man den Umarmten an seine linke Seite drückt. Das gilt übrigens auch für und bei Frauen, Hashtagmetoo hin oder her.

Das Glück ist also buchstäblich einfach zu fassen. Eine Umarmung, so sagen die Forscher, sei ganz okay. Aber mehr Umarmungen seien natürlich besser. Ideal seien mindestens zehn Umarmungen täglich. Noch mehr Umarmungen pro Tag führten zu einer Art konstantem Glücksgefühl, das dann bis in die Nacht hinein anhalte.

Keine Frage also, was ich nun tun werde: Möglichst viel Chili essen und täglich Schoggi futtern, ausser in der Fastenzeit natürlich. Und möglichst viele Menschen umarmen. Wer macht mit?

Christian Hug

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

Christian Hug, Journalist aus Stans, äussert sich an dieser Stelle abwechselnd mit anderen Autoren zu einem selbst gewählten Thema.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.