Leserbrief

Kolumnenverfasser sollten aktuelle Fakten liefern

Leserbrief zur Gastkolumne «Blackout über Nidwalden?» von Dolf Stockhausen vom 18. November 2020

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Die freie Meinungsäusserung gehört zu unserer Demokratie und muss auch respektiert werden. Doch sollte eine Zeitung vermeiden, dass in einer Kolumne (auch in einer mit «frei gewählten Themen») Argumente und Daten aufgeführt werden, welche nicht dem heutigen Wissensstand entsprechen.

Problematisch wird es, wenn diese erst noch der Leserschaft der «Nidwaldner Zeitung» vorgesetzt werden. Hilfreicher wäre gewesen, zum immer noch hoch aktuellen Thema der Energieversorgung dem heutigen Wissensstand entsprechende Fakten zu liefern. Aussagen, welche wissenschaftlich schon längst nicht mehr aktuell, geschweige denn haltbar sind, haben doch auch in einer frei gewählten Kolumne nichts zu suchen.

Aber eben – «Ich meinti»-Schreiber dürfen manchmal auch oberflächlich sein, nicht aber Fachleute! Es wäre für den Kolumnenverfasser sicher hilfreich gewesen, wenn er sich vorgehend vertiefter mit der Materie befasst hätte.

Für die interessierte Leserschaft erwähne ich die Schweizerische Energiestiftung (SES). Sie publiziert Fakten bezüglich Stand der Energiewende und gesicherte Daten zur Energieerzeugung und Verbrauch. Auch andere Quellen sind leicht zu finden.

Der heutige wissenschaftliche Stand bezüglich der Thorium-Flüssigsalzreaktoren zeigt klar und deutlich, dass diese Technologie keine Alternative zur «klassischen» Kernenergie ist. Doch alte Lobbyisten und Atomparteien bringen diese sogenannten «umweltfreundlichen und grünen» (!) Thorium-Kraftwerke immer wieder ins Gespräch! Fundierte wissenschaftliche Auswertungen dazu erhält man auch beim Oeko-Institut Darmstadt als PDF unter «neue Reaktorkonzepte».

Auch einen kritischen Beitrag zu diesen «neuen Reaktorkonzepten» leistet ein Film von Harald Lesch auf Youtube, «Atomkraft ohne Risiko?». Er zeigt uns verständlich und begründet, weshalb diese Idee aus verschiedensten Gründen (radioaktive Abfälle, Terrorismus usw.) wirklich nicht das Gelbe vom Ei ist und weshalb sie zu verfolgen, sich nicht empfiehlt.

Res Brenner, Ennetbürgen