Korporationen gefährden Flugplatz Nidwalden

Nach Ansicht der Nidwaldner Regierung gefährden die Korporationen die Realisierung eines Zivilflugplatzes Nidwalden. Mit dem Kauf von Grundstücken von der armasuisse wollten diese sich alle Vorteile sichern, dem Kanton aber alle Nachteile überlassen.

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Auf den für den Militärflugplatz Buochs nicht mehr benötigten Flächen möchte die Nidwaldner Regierung einen zivilen Flugplatz betreiben. (Bild: Robert Hess / Neue NZ)

Auf den für den Militärflugplatz Buochs nicht mehr benötigten Flächen möchte die Nidwaldner Regierung einen zivilen Flugplatz betreiben. (Bild: Robert Hess / Neue NZ)

Bis Ende August, so der Nidwaldner Baudirektor Hans Wicki an einer Medienkonferenz in Oberdorf, sei man davon ausgegangen, dass das Projekt auf guten Wegen sei. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Der Widerstand des Korporationen und anderer Gruppierungen zwinge nun zu einem Kurswechsel mit vielen Risiken und Unklarheiten.

Ziel des Regierungsrates ist es, in Buochs auf den für den Militärflugplatz (Sleeping Base) nicht mehr benötigten Flächen einen zivilen Flugplatz zu betreiben. Darauf angewiesen sind unter anderen die unmittelbar neben dem Flugplatz angesiedelten Pilatus Flugzeugwerke AG.

Den Kauf von Teilen des Flugplatzes von der armasuisse für 2,4 Mio. Franken durch den Kanton verhinderten die Korporationen, indem sie auf ihrem Vorkaufsrecht bestanden. Die armasuisse räumte Nidwalden daraufhin eine Option bis Ende 2012 ein, um die Flächen zu den ausgehandelten Bedingungen zu kaufen.

Seit vergangenem Jahr arbeitete man an einem gemeinsamen Modell: «Grundeigentum für die Korporationen, Grunddienstbarkeiten für den Kanton». Man habe weitgehende Einigung über ein Grundlagenpapier erzielt, so der Regierungsrat. Nun würden aber die Verhandlungsergebnisse wieder in Frage gestellt.

Vorschlag der Korporationen unannehmbar

Am vergangenen Montag informierten die Korporationen über ihre Haltung. Nach ihrer Ansicht gefährdet der Kanton die Einigung, weil er ein volles Nutzungsrecht für die zu kaufenden Flächen fordert. Die Korporationen wären dann Grundeigentümer, könnten aber nichts mit dem Land anfangen.

Anders sieht es der Regierungsrat. Mit ihrem Vorschlag kämen die Korporationen sehr günstig zu 237'000 Quadratmetern Land. Sie könnten den zu erwartenden Mehrwert abschöpfen, was nicht dem Sinn der mit der armasuisse ausgehandelten vorteilhaften Kaufsumme entspreche.

Der Kanton dagegen müsste nach Ansicht der Regierung alle Nachteile in Kauf nehmen und als Bittsteller auftreten, um die für den zivilen Flugplatz notwendigen Flächen und Rechte zu sichern. Der Vorschlag der Korporationen ist für die Regierung nicht annehmbar.

An einer Sitzung von Anfang September mit Vertretern des Kantons, der Korporationen und der Parteien wurde festgehalten, dass das primäre Ziel die Sicherung des Flugplatzareals für den Kanton sei. Alles andere könne später geregelt werden. Mit andern Worten: Die bestehenden Konflikte werden vertagt.

Regierung lenkt mangels Alternativen ein

Für den Regierungsrat ist dieses Vorgehen alles andere als ideal. Die Realisierung des Zivilflugplatzes werde weiter verzögert, der langfristige Betriebe könne nicht definitiv gesichert werden. Die Verhandlungsposition des Kantons verschlechtere sich und dringende Sicherheitsmassnahmen könnten nicht umgesetzt werden. Auch für die Flugzeugwerke Pilatus sei diese Ausgangslage unbefriedigend.

Weil sich aber derzeit keine andere Lösung anbietet, lenkt die Regierung ein. Mit dem Kauf der Flugplatzflächen könne immerhin ein Teil der Risiken minimiert werden. Dem Landrat beantragt er einen Kredit von 250'000 Franken zur Prüfung von Varianten für den Flugplatz.

Stimmt der Landrat dem Kredit im November zu, kann der Variantenentscheid Ende 2013 gefällt und ab 2014 mit der Umsetzung der Pläne begonnen werden.

sda