Landammann-Baum für die Nachwelt

Die Gemeinde und die Genossenkorporation Buochs pflanzten Alfred Bossard im Seefeld einen Baum.

Sepp Odermatt
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Landammann Alfred Bossard (rechts) mit Gemeinderat Klaus Waser als Weibel gekleidet vor dem Ehrenbaum. (Bild: Sepp Odermatt, Buochs, 18. November 2019)

Landammann Alfred Bossard (rechts) mit Gemeinderat Klaus Waser als Weibel gekleidet vor dem Ehrenbaum. (Bild: Sepp Odermatt, Buochs, 18. November 2019)

Traditionsgemäss wird in der Gemeinde Buochs allen Personen nach der Wahl in wichtige politische Ämter eine Tanne gestellt. Als Alfred Bossard am 26. Juni zum Landammann erkürt wurde, hatte er auf die Tanne im eigenen Grundstück verzichtet.

Die Buochser Behörden fanden als Anerkennung einen sinnvollen Ersatz: einen lebendigen, jungen Baum für die Zukunft.

Allen widrigen Umständen trotzen

Nachdem der Ehrenbaum seinen Platz gefunden hatte und sich jetzt im Seefeld, in der Nähe des Wassers stolz präsentiert, begrüsste Gemeindepräsidentin Helene Spiess die Gäste mit den Worten: «Der Baum erfüllt still seine Aufgaben und freut sich, dass er da sein kann.» Mit dem Schlusssatz des Gedichts von Monika Minder wünschte sie dem Landammann alles Gute im ehrenvollen Amt. Sie hoffe, dass Alfred Bossard noch lange im Dienst der Öffentlichkeit steht, so dass für ihn weitere Bäume gepflanzt werden könnten.

«Nachhaltigkeit ist das Schlagwort der heutigen hektischen Zeit», betonte Stefan Barmettler in seinen Glückwünschen an den Landammann. Der Genossenpräsident erklärte, dass es sich beim Landammann-Baum um eine acht Meter hohe Schwarzerle handle. Sie gehöre zur Gattung der Birkengewächse und könne bis zu 120 Jahre alt werden. Der Baum – auch Roterle genannt – werde etwa 30 Meter hoch und sei in ganz Europa heimisch, ergänzte der Fachmann. «Im Volksglauben ist diese Baumart oft auch mit der Hexerei oder dem Teufel in Verbindung gebracht worden», so der Genossenpräsident. Dabei wünschte er Alfred Bossard viel Glück in seinem Amt und gab der Hoffnung Ausdruck: «Nicht dass der Teufel oder die Hexen dich begleiten, sondern du die Herausforderung annimmst und allen widrigen Umständen trotzest.»

Ein Baum für alle

Nach den Gratulationen von Ruedi Wanzenried (FDP) bedankte sich der Buochser Landammann für die grosse Ehre und das sinnvolle Geschenk. Er sei froh, dass seine Frau Vreni und er damals keine Tanne wollten. «Wir hätten dafür zwar ein bisschen Cheminéeholz bekommen. Mit diesem Baum auf dem öffentlichen Gelände können wir jedoch ein Zeichen für die Nachhaltigkeit setzen. Alle Leute, die im Seefeld unterwegs sind, dürfen die gepflanzte Schwarzerle bestaunen und sich daran erfreuen», gab Alfred Bossard zu verstehen. Natürlich sei der Landammann-Baum auch für ihn und seine Familie etwas Spezielles, insbesondere für seine Enkelkinder. Diese würden ihn dann bei den Spaziergängen im Dorf sicherlich auffordern, «Grossdädis Baum» anzuschauen.