LANDRAT: Auch Nidwalden scannt jetzt Steuererklärung

In Nidwalden werden die Steuerdossiers neu vom Kanton zentral elektronisch eingelesen. Der Landrat hat am Mittwoch 800'000 Franken genehmigt, damit eine entsprechende Software beschafft und eingeführt werden kann.

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Mit der Aufhebung der Papierdossiers entfällt die bisherige manuelle Bearbeitung der Steuererklärung (Symbolbild Neue LZ)

Mit der Aufhebung der Papierdossiers entfällt die bisherige manuelle Bearbeitung der Steuererklärung (Symbolbild Neue LZ)

Für die Mehrheit des Parlaments war es unbestritten, dass eine zentrale elektronische Erfassung und Archivierung nicht nur zeitgemäss, sondern ein Muss sei. Endziel sei die internetbasierte Steuererklärung, sagte Finanzdirektor Alfred Bossard.

Die Gemeinden bleiben für die Veranlagung zuständig. Mit der Aufhebung der Papierdossiers entfällt in ihnen aber die bisherige manuelle Bearbeitung der Steuererklärung, die die natürlichen Personen einreichen. Bossard sagte, es mache keinen Sinn, das Scanning von den elf Gemeinden durchführen zu lassen.

Mit dem Projekt können beim Kanton und den Gemeinden knapp 650'000 Franken eingespart werden. Allerdings braucht das kantonale Steueramt für diese neue Aufgabe auch zusätzliche personelle Kapazitäten. Diese dürften rund 210'000 Franken betragen und werden erst bei der Behandlung des Budgets beschlossen.

Abbau bei den Gemeinden befürchtet

Conrad Wagner (Grüne/SP, Stans) sah einen allgemeinen Trend, dass Aufgaben der Gemeinden beim Kanton zentralisiert würden. Andreas Gander (CVP, Stans) sagte, in kleineren Gemeinden gebe es Ängste, dass es bei ihnen zu Entlassungen kommen könnte.

Peter Scheuber (CVP, Ennetmoos) zeigte sich skeptisch gegenüber dem Projekt. Das Scanning sei erst ein Zwischenschritt hin zum e-Dossier. Ferner befürchtete er, dass die Gemeinden wegen des Wegfalls von Arbeit weniger Lehrlinge ausbilden könnten als bisher.

Der Landrat stimmte der Vorlage mit 54 zu 1 Stimmen zu. (sda)