Landrat berät Eingangstor für Oberdorf

Die Kantonsstrasse zwischen dem Kreisel Wil und Hostettli in Oberdorf soll für knapp vier Millionen Franken verbreitert und umgestaltet werden. Anlass zu Diskussionen geben dabei der Kostenbeitrag der Gemeinde und die Unterführung beim Kreisel.

Franziska Herger
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Die Kantonsstrasse in Oberdorf bei der Einfahrt zur Schulhausstrasse.(Bild: Corinne Glanzmann (Oberdorf, 2. Oktober 2018))

Die Kantonsstrasse in Oberdorf bei der Einfahrt zur Schulhausstrasse.(Bild: Corinne Glanzmann (Oberdorf, 2. Oktober 2018))

Der rund 400 Meter lange Abschnitt der Kantonsstrasse zwischen dem Kreisel Wil bis Hostettli in Oberdorf soll für 3,9 Millionen Franken umgestaltet werden. Darüber entscheidet der Landrat am 24. Oktober. Der Verkehr bremse heute wegen der offenen Streckenführung erst innerorts, respektive beschleunige in der Gegenrichtung bereits im Bereich Schulhausstrasse, schreibt der Regierungsrat in seinem Beschluss zum Projekt. Weiter sei die Ausfahrt aus der Schulhausstrasse zu eng für ein Kreuzen von Bus und Auto. Mit dem geplanten Ersatzbau Süd und der Wertstoffsammelstelle der Gemeinde werde die Verkehrssicherheit zudem durch zusätzliche Abbiegemanöver verschlechtert.

Nicht alle Einwendungen konnten bereinigt werden

Die Umgestaltung sieht eine Verkehrsberuhigung dank sogenanntem Eingangstor mit einer Mittelinsel im Bereich Hostettli vor. Die Strasse wird von sieben auf 13 Meter verbreitert, inklusive beidseitigem Trottoir und Velostreifen. Bei der Einmündung in die Schulhausstrasse sowie der Zufahrt zur Wertstoffsammelstelle und zur Einstellhalle Ersatzbau Süd ist ein Mehrzweckstreifen zum Links- und Rechtsabbiegen vorgesehen. Die Variante eines Kreisels wurde vom Projektausschuss aus Vertretern von Kanton und Gemeinde bereits vor zwei Jahren verworfen, da sie einen grösseren Eingriff auf Parzellen Dritter bedeutet hätte.

Für die Umsetzung des heutigen Projekts wird von einem Landerwerb von rund 1200 Quadratmetern ausgegangen. Dazu kommt es nach Genehmigung des Ausführungsprojekts, das im Januar aufgelegt werden soll, sofern der Landrat dem Generellen Projekt und dem Objektkredit zustimmt. Baubeginn wäre frühestens im nächsten Sommer. Während der Bauzeit soll der Verkehr Richtung Oberdorf mit Ampel einspurig und Richtung Engelberg voraussichtlich über die Umfahrung Wilstrasse/Engelbergstrasse geführt werden.

Nicht alle sind mit dem Projekt einverstanden: Nach der Auflage im vergangenen Herbst gingen drei Einwendungen ein. Die Regierung beantragt dem Landrat, die nicht gütlich bereinigten Punkte abzuweisen. Der VCS Sektion Ob- und Nidwalden fordert bei der Schulhausstrasse ein durchgezogenes Trottoir, das zur Einmündung überfahren werden kann. Die Regierung schreibt, damit sei die Sichtweite der einbiegenden Fahrzeuge nicht gewährleistet. Weiter fordert der VCS, der Mehrzweckstreifen sei optisch stärker herauszuheben. Um die Wirkung solcher Massnahmen zu erhalten, dürften sie nur in Ausnahmefällen ergriffen werden, hält die Regierung dagegen. Anwohner forderten eine Reduktion im Ausmass der Linienführung im Bereich Schulhausstrasse, die Regierung will jedoch daran festhalten.

Die Kommission für Bau, Planung, Landwirtschaft und Umwelt (BUL) sowie die Finanzkommission sprechen sich für das Projekt aus, jedoch mit Änderungen. Die BUL beantragt, die Unterführung beim Kreisel Wil sei beizubehalten, da es sich dabei um eine «sichere und gut funktionierende Querung der Strasse» handle. Die Regierung befürwortet eine ebenerdige Querung mit Schutzinseln. Die Sicherheit in Unterführungen sei vor allem nachts nicht gewährleistet, schreibt sie.

Kostenbeteiligung des Bundes ist allenfalls möglich

Die Finanzkommission beantragt die Ergänzung, dass es für den Anteil der Gemeinde kein Kostendach geben soll. Die Kommission hält ein solches für nicht zulässig. Laut dem Regierungsbeschluss liegt es bei 1,5 Millionen Franken. Die Gemeinde schreibt auf Anfrage, man könne zur Zeit keine Stellung nehmen. Der Gemeinderat befinde am 15. Oktober abschliessend über das Geschäft.

Eine Beteiligung des Bundes an den Kosten sei allenfalls möglich, sagt Kantonsingenieurin Stephanie von Samson auf Anfrage. «Dafür braucht es jedoch eine Finanzierungsvereinbarung und zuerst ein genehmigtes Ausführungsprojekt.» Von Samson hofft zunächst auf ein Ja zum generellen Projekt im Landrat. «Es würde in dem Abschnitt zu einer echten Verbesserung führen.»