LANDRAT: «HarmoS ist für Nidwalden harmlos»

Nidwaldens Landrat will das Schul-HarmoS-Abkommen. Er sagte klar Ja dazu und lehnte den Wunsch der SVP nach einem Referendum ab.

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Schüler des Schulhauses Turmatt in Stans am Arbeiten. (Bild Corinne Glanzmann/Neue NZ)

Schüler des Schulhauses Turmatt in Stans am Arbeiten. (Bild Corinne Glanzmann/Neue NZ)

Die Einigung zeichnete sich sehr schnell ab: Ausser der SVP traten alle Fraktionen dafür ein, dem Konkordat über HarmoS (Harmonisierung der obligatorischen Schule) beizutreten. Und dennoch löste das Geschäft eine 60-minütige Diskussion aus, bis am Schluss der Landrat mit 42 gegen 9 Stimmen Ja sagte zum Beitritt und mit noch einer Stimme mehr eine Volksabstimmung ablehnte. Der SVP bleibt damit der Weg, das Referendum zu ergreifen, und das werde man tun, kündigte Landrat Toni Niederberger (Oberdorf) an.
Die Debatte drehte sich zwischendurch gar nicht mehr um die Frage der Harmonisierung, sondern um vermeintliche Folgen von zu wenig ernst genommenen Anforderungen an die Schüler. Darum müsse man Kaderleute oder Ärzte fürs Kantonsspital heute aus dem Ausland holen.

HarmoS statt Reformitis
Bildungsdirektorin Beatrice Jann hatte betont, dass eine Harmonisierung im Bildungswesen die oft kritisierte Reformwelle mit kantonal unterschiedlichen Lösungen beenden solle. Man wolle einheitliche Bildungsstandards und Fremdsprachenausbildungen sowie vergleichbare Schulen. Und für Nidwalden ändere sich ja mit den elf Jahren obligatorischem Unterricht nicht viel, weil schon heute 78 Prozent der Kinder freiwillig den zweijährigen Kindergarten besuchten. Das werde mit dem Konkordat obligatorisch. Wichtig sei jedoch, dass die Kantone mit dem Ja zu Harmos das Heft in der Hand behielten. Der Bund greife erst ein und erkläre Eintrittsalter und anderes für verbindlich, wenn sich die Kantone nicht einigen könnten.

Tobias Käslin (FDP, Buochs) nannte HarmoS einen «wesentlichen Beitrag zur Qualitätsentwicklung» und meinte: «HarmoS ist für Nidwalden harmlos», sei doch vieles daraus schon umgesetzt.

Markus von Rotz

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Nidwaldner Zeitung.