Landrat Nidwalden
Denkmalpflege bleibt in der Bildungsdirektion

Kein Handlungsbedarf – die Regierung lehnt einen Wechsel der Denkmalpflege zur Baudirektion ab. Es gab aus dem Landrat Kritik an der Arbeit der Amtsstelle.

Philipp Unterschütz
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Die Denkmalpflege ist bei der Bildungsdirektion am richtigen Ort und soll deshalb nicht bei der Baudirektion angegliedert werden. Dies hielt die Regierung in ihrer Antwort auf eine Interpellation fest, die Josef Bucher (Die Mitte, Buochs) eingereicht hatte. Die administrativen und fachlichen Abläufe könnten effizienter gestaltet werden, wenn die Denkmalpflege in die Baudirektion integriert würde, hatte Bucher in seinem Vorstoss argumentiert.

Regierung fürchtet Interessenskonflikte

Eine Überführung der Denkmalpflege in die Baudirektion könne zwar unter Umständen neue Synergien schaffen, räumte die Regierung in ihrer Antwort ein. Die Denkmalpflege habe aber mit dem kulturhistorischen Bezug eine andere Perspektive in Diskussionen rund um Baubewilligungsverfahren. Die Regierung befürchtet, dass das neue Planungs- und Baugesetz im Zusammenhang mit dem Inventar der schützenswerten Ortsbilder zu Interessenskonflikten führen könnte. Für die Bewilligungsbehörden sei die Interessensabwägung im Konfliktfall besser zu bewältigen, wenn zwei verschiedene Stellen – also die Baudirektion und die Bildungsdirektion – ihre Positionen vertreten.

Harsche Kritik an der Arbeit der Denkmalpflege

Seine Zufriedenheit halte sich in Grenzen, bewertete Josef Bucher die Antwort der Regierung. Seines Erachtens sei die Gewichtung der Zusammenarbeit im kulturhistorischen Bereich zu hoch angesetzt. Er und die Mitte-Fraktion seien der Meinung, die Synergien würden bei einer Verlegung ins Baudepartement überwiegen und die Geschäfte könnten beschleunigt werden. Harsche Kritik an der Arbeit der Denkmalpflege äusserte Edi Engelberger (FDP, Stans). Die Denkmalpflege habe sich zur übergeordneten Baubewilligungsbehörde entwickelt, ihr Vorgehen sei unstrukturiert und ineffizient. Das Problem werde verwaltet und bewirtschaftet, so Edi Engelberger. Mit dem seit kurzem im Amt stehenden neuen Denkmalpfleger biete sich die Chance für Neues. Er hoffe, dass die neue Führung klare Wege aufzeige und nicht Projekte verhindere.