LANDRAT: Nidwaldner Regierung bestätigt Spital-Fehlanreize

Stationäre Eingriffe sind für Spitäler rentabler als ambulante. Gleichwohl würden ambulante Behandlungen im Trend liegen, sagt Gesundheits- und Sozialdirektorin Yvonne von Deschwanden (FDP).

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Stationär oder ambulant? Blick in einen Operationssaal am Kantonsspital in Stans. (Bild: PD)

Stationär oder ambulant? Blick in einen Operationssaal am Kantonsspital in Stans. (Bild: PD)

Aufgeschreckt durch Zeitungsberichte, wonach der Kanton Luzern an seinen Spitälern künftig eine Reihe Behandlungen nur ambulant statt stationär durchführen lassen und so Kosten einsparen will, fragte Landrat Walter Odermatt (SVP, Stans), wie das am Kantonsspital Nidwalden aussehe und ob die Regierung darauf Einfluss nehme.

Gesundheits- und Sozialdirektorin Yvonne von Deschwanden (FDP) bestätigte am Mittwoch in ihrer Antwort auf die Einfache Anfrage im Parlament diesen Trend. Der werde künftig anhalten, auch dank der technischen Entwicklung. Gleichwohl müssten Einzelfälle «sorgfältig medizinisch» beurteilt werden, um das Risiko von möglichen teuren Folgekosten bei Komplikationen oder Schäden zu mindern. Sie betonte aber auch: «Es gibt Fehl­anreize.» Spitäler hätten wenig Interesse an ambulanten Behand­lungen, weil stationäre mehr Einnahmen brächten. Die ambu­lanten Tarife seien «für viele kleinere und mittlere Spitäler teils ungenügend» und könnten nur durch gemeinwirtschaftliche Leistungen der Kantone ausgeglichen werden. Bei Privat- und Halbprivatpatienten sei das noch ausgeprägter. Dieses System könne man aber nur schweizweit verbessern.

Der Kanton nehme «keinen Einfluss auf diese Entwicklung», sagte von Deschwanden. Es sei für den Kantonsarzt nicht möglich, zu entscheiden, ob ambulant oder stationär richtig sei. In Nidwalden liege das Sparpotenzial bei rund 200 000 Franken im Jahr. Darum müsse man zuerst genau prüfen, ob man etwas einspare oder nur Kosten verschiebe und im Gegenzug mehr Risiko auf sich nehmen müsse. (mvr)