Landratswahlen 2022
Politischer Anlass auf dem Stanser Dorfplatz: Helvetia soll auch die Nidwaldner Frauen beflügeln

Das Politik-Projekt «Helvetia ruft!» macht auf seiner Schweiz-Tournee auch in Nidwalden Halt. Ziel ist es, mehr Frauen für die Politik zu begeistern – besonders hinsichtlich der Landratswahlen 2022.

Kristina Gysi
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Dass Frauen in der Schweizer Politik untervertreten sind, ist keine Neuigkeit. Auf parlamentarischer Bundesebene liegt der Frauenanteil bei rund 40 Prozent. Im Vergleich zu einigen Kantonen ist das ein überragender Wert: Die Nidwaldner Legislative ist mit 15 Landrätinnen nur gerade zu einem Viertel durch Frauen besetzt.

Die lokalen Projektträgerinnen von «Helvetia ruft!». Von links: Angela Christen (SVP Stansstad), Regina Durrer (Gemeinderätin Ennetmoos, Die Mitte), Susi Ettlin (Landrätin, SP Nidwalden) und Denise Weger (Co-Präsidentin, GLP Nidwalden). Es fehlen: Nathalie Hoffmann (FDP Nidwalden) sowie Verena Zemp (Landrätin, Grüne Nidwalden).

Die lokalen Projektträgerinnen von «Helvetia ruft!». Von links: Angela Christen (SVP Stansstad), Regina Durrer (Gemeinderätin Ennetmoos, Die Mitte), Susi Ettlin (Landrätin, SP Nidwalden) und Denise Weger (Co-Präsidentin, GLP Nidwalden). Es fehlen: Nathalie Hoffmann (FDP Nidwalden) sowie Verena Zemp (Landrätin, Grüne Nidwalden).

Bild: Kristina Gysi (Stans, 2. November 2021)

Mindestens sechs Nidwaldner Politikerinnen aus allen Parlamentsparteien wollen dies im Hinblick auf die kommenden Landratswahlen im März 2022 ändern. Sie laden am Samstag auf den Stanser Dorfplatz ein, um bei Kurzreferaten und musikalischer Unterhaltung mehr Frauen für die Politik zu begeistern. Dies geschieht im Rahmen des schweizweiten Politik-Projekts «Helvetia ruft!» von Alliance F, das vor den nationalen Wahlen 2019 lanciert wurde. Die Frauenbewegung ist seit letztem Jahr mit ihrer Mission, mehr Frauen in die Politik zu bringen, auf Schweizer Tournee und macht in verschiedenen Kantonen Halt. Nun also auch in Nidwalden. Im Vorhinein informierten die lokalen Projektträgerinnen in der Genossenstube des Hotels Engel über den Anlass. Nicht anwesend sein konnten Nathalie Hoffmann von der FDP Nidwalden sowie die Nidwaldner Grünen-Landrätin Verena Zemp.

Ziel der Aktion ist es, dass nach den nächsten Parlamentswahlen mehr Frauen im Nidwaldner Landrat sitzen, als dies aktuell der Fall ist – wenn möglich sogar deutlich mehr. «Auf 50 Prozent werden wir es wohl nicht schaffen, aber es ist sicher nichts falsch daran, sich hohe Ziele zu setzen», sagt Denise Weger. Die Co-Präsidentin der neu gegründeten GLP Nidwalden ist erst seit kurzem in der Politik tätig. Den tiefen Frauenanteil im Nidwaldner Parlament erklärt sie sich unter anderem mit einer vorsichtigen Zurückhaltung, die man eher bei Frauen als bei Männern beobachten könne. «Frauen wägen ab und überlegen sich vermutlich Vieles detaillierter als Männer», so Weger.

Zu viel wird noch nicht verraten

Dieser Zurückhaltung soll mit dem Event am Samstag ein Riegel geschoben werden. Fünf Rednerinnen, darunter Politikerinnen, aber auch anderweitig gesellschaftlich aktive Frauen, sprechen während jeweils rund sieben Minuten zum Publikum. Eingeladen sind etwa Lisbeth Gabriel, eine der zwei ersten Regierungsrätinnen und die erste Frau Landammann des Kantons Nidwalden. Oder auch Nicole Frank, ehemalige Angestellte der Nidwaldner Zeitung und heute Moderatorin bei der «Rundschau» von SRF. «Wir haben ein möglichst vielseitiges Programm mit verschiedenen, spannenden Frauen zusammengestellt», sagt Regina Durrer, Ennetmooser Mitte-Gemeinderätin. Begleitet wird der Anlass mit Musik von Sarah Bowman. Ansonsten gibt sich die Projektleitung geheimnisvoll: «Wir verraten noch nicht zu viel.»

Dass sich die sechs kantonalen Projektträgerinnen für die Förderung von Frauen in der Politik einsetzen, ist für sie selbstverständlich. «Eigentlich müsste dieser Raum jetzt voll sein mit Frauen, die sich dafür engagieren», sagt Landrats-Kandidatin Angela Christen von der SVP Stansstad. Auch SP-Landrätin Susi Ettlin fackelte nicht lange, als es um die Teilnahme beim Projekt ging. «Damit unsere Gesellschaft möglichst repräsentativ durch das Parlament vertreten werden kann, braucht es jüngere und ältere Menschen sowie Frauen und Männer zu gleichen Teilen», sagt sie. Mit einem Viertel Frauenanteil im Landrat sei dies nicht gegeben. Hoffnung und Zuversicht sind jedoch da, dass der kommende Anlass den Startschuss für einen gewünschten Umschwung bringen wird.

Hinweis: «Helvatia ruft!» beginnt am Samstag um 11 Uhr auf dem Stanser Dorfplatz beim Winkelrieddenkmal. Der Anlass ist öffentlich zugänglich.