Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

LANDWIRTSCHAFT: Plädoyer für den natürlichen Kreislauf

Anita Idel referierte in Stans über nachhaltige Beweidung und deren Einfluss auf Fruchtbarkeit, Klima und Welternährung. Die anwesenden Landwirte waren positiv überrascht.
Anita Idel bei ihrem Vortrag zum Thema «Die Kuh ist kein Klima-Killer». (Bild: Lea Kathriner (Stans, 23. März 2018))

Anita Idel bei ihrem Vortrag zum Thema «Die Kuh ist kein Klima-Killer». (Bild: Lea Kathriner (Stans, 23. März 2018))

«Die Kuh ist kein Klima-Killer» hiess das Referat von Anita Idel, zu dem die Naturforschende Gesellschaft Obwalden und Nidwalden (Nagon) am vergangenen Freitag im Anschluss an ihre Generalversammlung (siehe Kasten) einlud. Die Tierärztin und Buchautorin aus Hessen erörterte rund eine Stunde lang, wie nachhaltig bewirtschaftete Kuhweiden den Klimawandel begrenzen und ihren Beitrag zur Welternährung leisten können.

Sie sprach in Stans auch den bekannten Kurzschluss an, der in vielen Köpfen verankert ist: «Die Kuh rülpst, produziert Methan, Methan ist ein Klima-Killer.» Idel entschärfte dies, indem sie erklärte, dass die Kuh «gut» sei, solange sie Gras fresse. Die Massentierhaltung und vor allem die Fütterung von Kraftfutter hingegen verursachten indirekt hohe Lachgas-Emissionen, die über zehn Mal schädlicher als Methan und 300 Mal schädlicher als CO2 seien. In den Worten der Mitautorin im UNO-Weltagrarbericht: «Wenn es darum geht, möglichst geringe Methan-Emissionen pro Kilogramm Fleisch oder Liter Milch zu haben, dann ist Kraftfutter die Lösung. Wenn die Kuh aber Gutes fürs Klima tun soll, dann muss sie raus auf die Weide, runter vom Kraftfutter.»

Begraste Flächen werden zu intensiv genutzt

Wie wichtig Weiden ist, betonte Idel immer wieder: «Von den Nutzflächen der Erde sind 30 Prozent Ackerland und 70 Prozent Gras.» Das Potenzial in diesen begrasten Flächen nehme jedoch insgesamt ab, da sie zu einseitig und intensiv genutzt würden. «Dadurch verringert sich die Biodiversität, womit sich nicht nur die Anzahl Insekten über und unter der Erdoberfläche verkleinert, sondern das Grasland anfälliger wird für Erosion.» Wo hingegen Sorge zum Gras getragen werde, sprich es gebissen wird und somit von Tieren nachhaltig beweidet wird, funktioniere der Kreislauf bestens. Die Kühe düngten die Weide auf natürliche Weise und verliehen dem Gras durch ihr gemütliches Fressen den Wachstumsimpuls.

Beim Wachsen nimmt das Gras CO2 aus der Atmosphäre auf und bindet es unter anderem in den Wurzeln. Die Bodenfruchtbarkeit und die Widerstandskraft gegen Erosionen nehmen zu. Und: Jede zusätzliche Tonne Humus im Boden entzieht der Atmosphäre rund 1,8 Tonnen CO2.

Anreize für Weideland sollen gefördert werden

Anita Idel appellierte auch an die Politik, für die Biodiversität einzustehen und die Anreize für Weideland im Gegensatz zum Ackerbau zu fördern. Schliesslich zog sie ihr persönliches Fazit: «Kleinere, ökologisch orientierte Betriebe leisten einen höheren Beitrag zur Biodiversität und somit für die Welternährung als ­industriell geführte.»

Die anwesenden Landwirte fühlten sich bestätigt, waren positiv überrascht von der Stossrichtung des Vortrages und dem hohen Niveau der Ausführungen. Und die Diskussionen gingen auch nach der ausgedehnten Fragerunde angeregt weiter. Es zeigte sich: Das Thema stösst auf reges Interesse.

Lea Kathriner

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.