Leserbrief
CO2-Gesetz betrifft Nidwalden

Leserbrief zur Abstimmung CO2-Gesetz, Abstimmung vom 13. Juni

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Die Temperatur ist in den Voralpen in den letzten 100 Jahren um über 1 Grad Celsius angestiegen. Mögliche Szenarien gehen davon aus, dass bis 2060 ein Temperaturanstieg um zusätzliche 1,3 bis 3,5 Grad Celsius wahrscheinlich sind. Die grössten direkten Herausforderungen des Klimawandels für den Alpenraum und somit auch für Nidwalden sind einerseits Extreme wie Hitzewellen, Trockenperioden oder Starkniederschläge sowie weitere damit in Zusammenhang stehende Naturgefahren. Andererseits sind es schleichende – zum Teil irreversible – Veränderungen der Landschaften und Ökosysteme oder Veränderungen in der Biodiversität, der Wasserqualität sowie der Auswirkungen durch Schädlinge und Krankheiten. Diese Veränderungen wirken sich direkt auf die Gesellschaft und Wirtschaft aus, zum Beispiel bei der Gesundheit oder beim Tourismus und verursachen bereits heute hohe Kosten.

Mit dem neuen CO2-Gesetz machen wir einen ersten Schritt, um die drohenden Auswirkungen des Klimawandels mittels geschickten Lenkungsabgaben abzuwenden. Das Hauptziel dabei ist, den CO2-Ausstoss zu senken. Deshalb werden die CO2-Abgaben auf Heizöl und Erdgas erhöht und zusätzlich eine Flugticketabgabe eingeführt. Mehr als die Hälfte dieser Einnahmen werden an die Bevölkerung und Wirtschaft zurückverteilt. Die restlichen Gelder fliessen in den neuen Klimafonds, womit klimafreundliche Projekte unterstützt werden können. Diese Projekte können im Bereich der Mobilität, Energie oder Innovationen erfolgen sowie in den Berggemeinden die Schutzmassnahmen gegen die Folgen des Klimawandels realisieren müssen. Diese Rückverteilung kommt der Nidwaldner Bevölkerung, den lokalen innovativen Unternehmen und den Gemeinden mit Berggebieten zugute.

Gegnerinnen und Gegnern, welche das CO2-Gesetz als nutzlos und zu teuer kritisieren, möchte ich entgegen, dass wir jährlich acht Milliarden Franken für Öl und Gas vom Ausland ausgeben. Dieses Geld können wir in der Schweiz für erneuerbare Energien und Innovationen investieren und als positiver Nebeneffekt machen wir uns energieunabhängiger. Darum ein entschiedenes Ja zum CO2-Gesetz und das Bekenntnis zur Natur und unseren Berggebieten.

Alexander Huser, Präsident Grüne Nidwalden, Landrat, Ennetbürgen