Leserbrief
Kunststoffrasen ist keine Kühl-, sondern eine zusätzliche Aufheizfläche

Zum Artikel «Gemeinderat reagiert auf die Kritik zum geplanten Kunstrasen», Ausgabe vom 24. Februar 2021

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Der Sportplatz Grossmatt in Hergiswil. Hier soll ein Kunstrasen entstehen.

Der Sportplatz Grossmatt in Hergiswil. Hier soll ein Kunstrasen entstehen.

Dominik Wunderli (Hergiswil,
23. Februar 2021)

Es ist erschreckend zu lesen, wie unkritisch Fussballer gegenüber Kunstrasenfeldern sind, vor allem aus Gründen der Bequemlichkeit. Gerade in der heutigen Zeit mit der enormen Belastung von Mikroplastik, sollen noch mehr Kunststoffrasenfelder erstellt werden. Kunststoffrasen belegen den fünften Platz der grössten Quellen für primäres Mikroplastik!

Der Kunststoffabrieb in Form von Mikroplastik wird durch Schuhe, Wind und sauren Regen, in die Umgebung freigesetzt. Nach dem derzeitigen Stand der Forschung sind Mikroplastikemissionen in der Höhe von 1000 bis 3000 Kilogramm pro Spielfeld und Jahr zu erwarten! Zudem muss der Kunstrasen zirka alle 10 Jahre wieder erneuert werden. Jedes Mal wieder eine riesige Menge an Sondermüll, der aufwendig recycelt werden muss.

Was häufig vergessen wird, dass für das Umgebungsklima Kunststoffrasenplätze, im Gegensatz zu Naturrasenflächen, keine wirksamen Kühlflächen sind, sondern zusätzliche Aufheizflächen. Die Oberflächentemperaturen können im Sommer bis 87 Grad heiss werden.

Naturrasen wirkt kühlend, gibt keinen Mikroplastik ab, der von Kindern, Jugendlichen und Sportlerinnen und Sportler eingeatmet werden muss und produziert Sauerstoff. Wollen wir unseren Sportlern so etwas zumuten? Ich als Ur-Hergiswilerin möchte für unsere Jugend und die ganze Bevölkerung eine gesunde Umwelt, darum gibt es für mich nur eine Grossmattsanierung mit Naturrasen.

Ilona Cortese, Landrätin der Grünen Nidwalden