Leserbrief
Lösungen, nicht Betonmischer

Zur Umfahrungsstrasse Stans West.

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Es ist eines der schönsten automobilistischen Happy Ends, die ich kenne. Es ist zwar ein sehr Teures, aber es lässt wenigstens den Glauben an die Lernfähigkeit des Menschen und seine Vernunft nicht sterben. 1950 haben die Politiker der deutschen Stadt Siegene ihren durch die Stadt fliessenden Fluss mit einem riesigen Parkplatz total überdacht. Es waren die Fünfzigerjahre: Auto-Boom, und das Nonplusultra ein Autoparkplatz über einem nutzlosen Fluss.

Vor einigen Jahren hatten die Bewohner des Städtchens dann die Grösse, den gesamten Parkplatz abzureissen, haben den Fluss renaturiert und dessen Ufer zur Flanier- und Begegnungszone für ihre Bevölkerung hergerichtet. Kluge Köpfe hatten schon vor dem Bau des Parkplatzes gewarnt. Hätte man auf sie gehört, wären die Millionen an Steuergeldern für den Bau und den Rückbau in sinnstiftende Projekte geflossen.

Wenn ich mir diese Verbindungsstrasse (oder Entlastungsstrasse) in Stans, die neu gebaut werden soll, anschaue: So etwas von nutzlos gibt es ja gar nicht! Auch nach mehreren Diskussionen mit Fachleuten konnte ich den Vorteil dieser Strasse nicht erkennen. Ich möchte auch allen Nidwaldnerinnen und Nidwaldnern empfehlen, den neu entstehenden Megakreisel in Stansstad zu besuchen. Auch bei diesem Projekt gilt es, sich die Frage zu stellen: Was passiert mit dem Verkehr 300 Meter weiter unten an der Achereggbrücke?

Ich bin kein Strassenbaufachmann, aber ich habe in jungen Jahren Schach gespielt und dabei gelernt, den nächsten Zug mit Voraussicht zu planen und nicht nur mit Blick auf den kurzfristigen Gewinn einer Figur. Ich möchte unseren Kindern einfach nicht so eine Hypothek hinterlassen, die sie in 30 Jahren zurückbauen müssen. Das der Autoverkehr in seiner jetzigen Form ein sterbender Gaul ist, sollte doch auch dem Letzten klar sein. Kein vernünftiger Mensch investiert in einen sterbendes Pferd. Gefragt sind Lösungen, nicht Betonmischer.

Michael Lange, Stansstad