Leserbrief
Menschen mit Beeinträchtigung gehören zu unserem Alltagsleben dazu

Leserbrief zur Gemeindeversammlung Stans, vom 24. November 2021 zur Änderung des Zonenplans (Planausschnitt Weidli)

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«Der Neubau einer Werkstätte auf dem Areal Milchbrunnen – angrenzend an die bestehende Infrastruktur der Stiftung Weidli» – mag zwar auf den ersten Blick praktisch erscheinen, jedoch bei einer vertieften Betrachtung als wenig nachhaltig und zukunftsorientiert betrachtet werden.

Die Schweiz hat die UNO-Behindertenrechtskonvention 2014 ratifiziert. Damit verpflichtet sich die Schweiz zu einer «inklusiven» Gesellschaft. Diese wird unter anderem durch Schutz vor Benachteiligung und Diskriminierung, die Garantie der Existenzsicherung, oder das Recht auf selbstbestimmtes Leben erreicht werden.

Entgegen des von der Behindertenrechtskonvention postulierten Inklusionsgedankens, wurde damals bereits das Wohnheim Weidli ausserhalb des Dorfes gebaut. Nun soll auch noch die im Dorf angesiedelte Werkstatt der Stiftung Weidli und damit die dort arbeitenden Menschen mit Beeinträchtigung an den Rand gedrängt, und somit von der dörflichen Gemeinschaft separiert werden.

«Nachhaltig und zukunftsorientiert» wäre die gegenteilige Haltung. Menschen mit einer Beeinträchtigung gehören zu unserem Alltagsleben dazu. Sie sollen ins Dorfleben integriert, und daran teilhaben können. Die Bewohnerinnen und Bewohner des Weidlis sollen einen Arbeitsweg haben. Dies ist auch aus gesundheitlicher Sicht in Betrachtung zu ziehen. Sie sollen soziale Kontakte im Dorf pflegen und in einer normalen Arbeitsumgebung ihren Beschäftigungen nachgehen können.

Geschätzte Stanserinnen und Stanser. Auch ich erachte die jetzigen Arbeitsräume unter anderem aus Platzgründen als unzureichend, jedoch bitte ich die Stiftung Weidli weitere, noch nicht in Betracht gezogene Optionen im Dorf zu prüfen. Aus diesen Gründen stimme ich mit einem klaren Nein zur Änderung des Zonenplans.

Steff Hürlimann, Stans

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