Leserbrief
Verzicht und Ruhe als Chance nutzen!

Zu den Artikeln «Das steckt hinter dem Widerstand» und «Leben mit all seinen Risiken», «Nidwaldner» und «Obwaldner Zeitung» vom 23. März.

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Der Protest und Widerstand gegen die Corona-Einschränkungen und für Demonstra­tionen erhält Unterstützung in unserer Region. Das haben wir schon mehrmals erfahren. So auch am 23. März nachzulesen in der Kolumne «Stimme aus Bern» der Obwaldner SVP-Nationalrätin Monika Rüegger aus Engelberg. Sie findet, dass wir uns vom Coronavirus «hertreiben lassen und unser Leben einschränken müssen und sich das politische und mediale Panikrad weiterdreht». Sie plä­diert dafür, das Leben in allen Bereichen mit vollem Risiko wieder hochzufahren und selbst an die Hand zu nehmen. Das ist indirekte Unterstützung und Solidarität für Coronazweifler. Wir kennen das so schon aus Inseraten und Aussagen von Politikern der gleichen Partei: Widerstand gegen den eigenen Bundesrat und die Mehrheiten im eigenen Parlament und gegen demokratisch beschlossene Massnahmen.

Ich bin dankbar, lebe ich in der Schweiz, wo der Staat den Direktbe­trof­fenen finanzielle Hilfe zusichert und garantiert, wo der Schutz der Bevölkerung wichtiger ist als das grenzen­lose Wachstum und wo ein Menschen­leben mehr zählt als eine at­trak­tive Steuerpolitik. Nicht zu ver­gessen, dass Krise und He­rausforderungen auch positive Folgen zeigen: Wir hören auch von Gewinn und Gewinnern und von positiven wirtschaftlichen und gesundheitlichen Entwicklungen. Es ist gut, dass sich eine überzeugte Mehrheit in unserem Land an die Coronaregeln hält. Ich bin dem Bundesrat und der Mehrheit der Parlamentarier dankbar für das verantwortungsvolle Vorgehen in dieser für uns alle ausserge­wöhn­li­chen Lage. Ich fühle mich als Person im Alter «65 plus» ernst ge­nommen, gut ver­treten und in meinen Rechten nicht beschnitten.

Diese Pandemie will niemand von uns, sie ist eine Herausforderung und beschäftigt alle Menschen in der ganzen Welt. Für Jung und Alt gibt es schmerzliche Erfahrungen und Einschränkungen, und alle freuen sich solidarisch auf bessere Zeiten. Wir leben in unserem schönen Land sicher und frei. Elektronische Kanäle können wir nutzen, uns im Freien bewegen und mit der Berücksichtigung der getroffenen Massnahmen sehr viele Dinge tun und unternehmen. Es gilt aktuell das Motto «vieles ist möglich» statt «alles ist möglich». Weshalb ausflippen und protestieren? Weshalb nicht eine Zeit lang Einschränkungen akzeptieren und damit leben?

Verzicht und Ruhe als Chance nutzen! Für mich ist es deshalb ein Rätsel, das Verharmlosen und die Motive der Demonstranten und Zweifler und auch das Jammern und Gepolter von einigen wenigen Politikern und Parteien.

Rolf Emil Müller-Zelger, Ennetmoos