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Linde von Kehrsiten stirbt ein zweites Mal

Der Regierungsrat hat entschieden, dass es für die Skulptur bei der Kapelle keine Baubewilligung geben kann.
Martin Uebelhart
Wird demontiert: Die Marien-Linde-Skulptur in Kehrsiten.Bild: PD

Wird demontiert: Die Marien-Linde-Skulptur in Kehrsiten.Bild: PD

Gross war die Freude der Bevölkerung in Kehrsiten, als Anfang September 2016 die Skulptur Marien-Linde bei der Kapelle eingeweiht werden konnte. Das Kunstwerk war aus dem Holz der rund 200 Jahre alten Linde entstanden, die 2013 aus Sicherheitsgründen hatte gefällt werden müssen (siehe Kasten). Genau drei Jahre später wurde die Skulptur entfernt. Bereits Anfang September hat die Kapellgemeinde Kehrsiten sie mit einem Gottesdienst und einer kleinen Feier verabschiedet. Im Mai dieses Jahres habe die Nidwaldner Regierung entschieden, dass die Baubewilligung aufgrund denkmalschützerischer Bestimmungen nicht erteilt werden könne, schreibt die Kapellgemeinde in einer Mitteilung. «Wir sind sehr enttäuscht, dass es so weit gekommen ist», wird Kapellratspräsidentin Petra Barmettler zitiert. «Wir haben alles in unserer Macht Stehende unternommen, um dem Verfahren eine positive Wendung zu geben und die Skulptur zu retten. Trotzdem mussten wir sie nun schweren Herzens abbauen», bedauert sie.

Kapellgemeinde bekam Falschauskunft

Die Ausführungen des Regierungsrates zeigten klar auf, dass der Kapellgemeinde eine Falschauskunft erteilt worden sei und mehrere Instanzen Verfahrensfehler begangen hätten. Darum seien die Kosten des Verfahrens auch nicht der Kapellgemeinde überbunden worden, heisst es in der Mitteilung.

Im Dezember 2015 habe die Kommission für Denkmalpflege des Kantons «die emotionale Bindung der Kapellgemeinde zur alten Linde» anerkannt. Sie hat laut der Kapellgemeinde zugleich zugestimmt, die Skulptur bei der Kapelle aufzustellen.

Die Gemeinde Stansstad habe den Verantwortlichen der Kapellgemeinde Kehrsiten Anfang 2016 in der Folge angegeben, dass für die Skulptur keine Baubewilligung benötigt werde. Die Kapellgemeinde sammelte daraufhin Spenden und realisierte das Projekt mit dem jungen Zentralschweizer Künstler Andreas Felber.

Nach der Einweihung wehrten sich eine Privatperson sowie der Landschaftsschutzverband Vierwaldstättersee gegen den Standort der Skulptur in «einem schützenswerten Ortsbild von nationaler Bedeutung». Die Gemeinde Stansstad habe daraufhin im Jahr 2017 nachträglich doch ein Baugesuch verlangt und die Denkmalpflege ihre Zustimmung zurückgezogen.

Kapellrat erhielt viele Rückmeldungen

Trotzdem erteilte der Gemeinderat von Stansstad 2018 eine befristete Baubewilligung bis Ende 2019. Gegen diese wurde von den Gegnern Beschwerde erhoben. «Mehrere Amtsstellen hatten während dieser Zeit ihre Haltung überraschend gewechselt», schreibt der Kapellrat weiter. «Für den Kapellrat und auch für das ganze Dorf war das eine sehr emotionale Sache», sagt Präsidentin Petra Barmettler im Gespräch mit unserer Zeitung. «Viele finden es sehr schade, dass die Skulptur weichen musste. Wir haben sehr viele Rückmeldungen erhalten», erzählt sie. Natürlich hätte man das Ganze noch an die nächsten Instanzen weiterziehen können, sagt sie. «Doch einerseits fehlen uns dazu die finanziellen Mittel und anderseits wurde die Angelegenheit für den Kapellrat zunehmend zu einer Belastung.»

Vorderhand mal eingelagert

Laut Einschätzung des Kapellrats sind die Skulptur und ihr historischer Hintergrund für Kehrsiten sowie den Kanton und dessen Geschichte sehr bedeutend. Derzeit ist das Kunstwerk eingelagert. «Es gibt noch keine Ideen, was wir mit der Skulptur machen», sagt Barmettler. «Wir wollen das alles jetzt einmal setzen lassen und uns dann mit frischer Energie wieder damit beschäftigen», hält sie fest.

So präsentierte sich die SKulptur der Marien-Linde bisher. (Bild: Markus von Rotz, Kehrsiten, 13. Oktober 2018)

So präsentierte sich die SKulptur der Marien-Linde bisher. (Bild: Markus von Rotz, Kehrsiten, 13. Oktober 2018)

Wallfahrtsort Kehrsiten

Die Kapellgemeinde Kehrsiten ist eine der 14 Pfarreien und Kaplaneien im Kanton Nidwalden. Neben den seelsorgerischen Aufgaben kümmert sie sich auch um die Mitte des 18. Jahrhunderts erbaute Kapelle am Vierwaldstättersee. Es ist die zweite Kapelle an der Stelle, an der im Jahr 1612 zwei Fischern aus Kehrsiten die Muttergottes zwischen zwei Lindenbäumen erschienen ist. Noch heute zieht es Wallfahrerinnen und Wallfahrer mit ihren Bitten und Gebeten zur Kapelle.

Die 2013 aus Sicherheitsgründen gefällte Linde wie auch der heute dort stehende junge Lindenbaum sind Ableger der alten Linde, bei der die beiden Fischer die Marien-Erscheinung hatten.

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