LOPPER: Ponton-Notbrücke nach Hergiswil wird gebaut

Seit den Steinschlägen vom Oktober ist die Kantonsstrasse Hergiswil–Stansstad gesperrt. Eine Stahlkasten-Ponton-Brücke im See soll für Abhilfe sorgen – allerdings erst im April 2010.

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Planskizze der Notbrücke. (Bild pd)

Planskizze der Notbrücke. (Bild pd)

Die Kantonsstrasse Hergiswil–Stansstad ist seit den Steinschlägen am Lopper im Oktober für den Verkehr gesperrt. Hergiswil ist daher auf dem Strassenweg nur über die Autobahnausfahrt Schlund mit dem übrigen Kantonsgebiet verbunden. Weil die Strasse nicht wie geplant Ende Jahr wiedereröffnet werden kann, wurden unter der Leitung des Bundesamtes für Strassen (Astra) verschiedene Lösungsvarianten für den Verkehr geprüft.

Wie das Astra mitteilt, wird nun zur Verbesserung der Verkehrssituation eine Ponton-Notbrücke im See erstellt. Diese soll spätestens im April 2010 für den Verkehr geöffnet werden, der genaue Zeitpunkt sei aber noch offen. Die Stahlkasten-Ponton-Brücke wird mit einer Lichtsignalanlage im Gegenverkehr betrieben. Pro Sunde sollen rund 670 Motorfahrzeuge die Notbrücke passieren können. Das Astra hält allerdings fest, dass der Korridor bei Felsräumungen halb- bis tageweise geschlossen werden muss.

Notbrücke nicht für Lastwagen
Die Pontonbrücke sei «ein bewährtes und geprüftes ziviles System, das hohe Sicherheit bietet», schreibt das Astra. Die einstreifige, asphaltierte Fahrspur wird drei Meter breit sein, zusätzlich wird ein Fussgängerweg von 1,20 Metern Breite installiert. Auf der Länge der Brücke (490 Meter) sind Geländer und eine Strassenbeleuchtung vorgesehen.

Die Notbrücke ist für Personenwagen, Lieferwagen sowie landwirtschaftliche Fahrzeuge mit einer Maximallänge von 10 Metern und auf ein Tempo von 30 km/h ausgelegt. Lastwagen sind generell nicht zugelassen, genau wie Traktoren mit mehr als einem Anhänger.

Erst absturzgefährdete Felsmassen räumen
Bevor die Pontonbrücke erstellt werden kann, müssen laut Astra absturzgefährdete Felsmassen westlich des «Buchenloch» geräumt werden. Die Kosten für die Pontonbrücke belaufen sich auf rund 4,8 Millionen Franken. Der Fährbetrieb (rund 1,44 Millionen) kann dabei eingespart werden.

Der Bund übernimmt von den verbleibenden 3,4 Millionen Franken 60 Prozent, der Kanton Nidwalden und die Gemeinde Hergiswil kommen für die Restkosten auf.

Räumungsarbeiten bis Frühjahr 2011
Der Gemeinderat von Hergiswil drängt laut Mitteilung auf die rasche Errichtung der Pontonbrücke. Er hat dafür einen Kostenbeitrag von 680'000 Franken gesprochen. Der Nidwaldner Regierungsrat ist ebenfalls bereit, einen pauschalen Beitrag in dieser Höhe zu leisten. Er verlangt aber, dass trotzdem mit hoher Priorität die Felssicherungsarbeiten und die Sicherung der Strassen vorangetrieben werden. 

Wann die bestehende Lopperstrasse wieder ungehindert benutzt werden kann, ist offen. Nach Einschätzung des ASTRA dürfte sich die Felsräumung voraussichtlich bis Ende 2010 oder bis ins Frühjahr 2011 hinziehen.

Beckenrieder Fähre und Werkausfahrt kein Thema
Die Abklärungen des Astra zur Verbesserung des Fährbetriebes haben ergeben, dass die Beckenrieder Fähre nicht eingesetzt werden könne. Der Fährbetrieb könnte jedoch durch einen zweiten Nauen intensiviert und ab März 2010 auch an Sonn- und Feiertagen installiert werden.

Die Öffnung der Werkausfahrt der A2 im Bereich Pilatusstrasse wurde nach einer Prüfung vom Hergiswiler Gemeinderat abgelehnt. 

ana