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Lücke des Unterwaldner Höhenwegs ist endlich geschlossen

Happy End auf dem Unterwaldner Höhenweg: Die Lücke beim Charren konnte nach jahrelangen Schwierigkeiten geschlossen werden.
Franziska Herger
Der Wanderweg am Charren zwischen Nid- und Obwalden ist anspruchsvoll (Bild: PD)

Der Wanderweg am Charren zwischen Nid- und Obwalden ist anspruchsvoll (Bild: PD)

Nun ist er komplett, der Obwaldner und Nidwaldner Höhenweg. Wer will, kann auf 180 Kilometern in Etappen vom Pilatus via Brünig um das gesamte Sarneraatal auf das Stanserhorn und von dort um das ganze Engelbergertal via Engelberg und Oberrickenbach auf den Niederbauen wandern. Die Eröffnung des Höhenwegs wurde am Sonntag auf der Alp Laucheren ob Wolfenschiessen feierlich begangen.

Bis anhin hatte der Höhenweg stets eine klaffende Lücke - buchstäblich, denn der Charren, eine markante Felsscharte auf dem 4,5 Kilometer langen Abschnitt Gräfimattstand - Storeggpass Richtung Stanserhorn war nur schwer traversierbar. Ein offizieller Wanderweg bestand nicht.

Eine kleine Eisenbrücke musste 2008 nach Einsprachen von Umweltverbänden wieder abgebrochen werden, denn sie war ohne Baubewilligung erstellt worden.

Die Brücke, welche den Charren zwischen Storeggpass und Gräfimattstand verband und 2008 abgebrochen wurde. (Bild: Oktober 2006/PD)

Die Brücke, welche den Charren zwischen Storeggpass und Gräfimattstand verband und 2008 abgebrochen wurde. (Bild: Oktober 2006/PD)

Der Abschnitt bleibt anspruchsvoll

Nun kann die Stelle mit einigen Tritten und dicken Kunststoffseilen zum Festhalten statt des bisherigen Stahlseils leichter überwunden werden. Gegenüber der «Brückenlösung» sei der Weg etwa 50 steile Meter länger, sagt Geri Britschgi, technischer Leiter des Vereins Obwaldner Wanderwege.

Beim 2012 gestarteten Prozess zur Klassifizierung des Wegabschnitts an der Kantonsgrenze zwischen Ob- und Nidwalden als Bergwanderweg sei ein Metallsteg gar nicht mehr zur Debatte gestanden, führt er aus. «Der Prozess hat etwas länger gedauert, weil zwei Kantone und mit Kerns und Wolfenschiessen zwei Gemeinden involviert waren, und das Projekt nicht direkt als prioritäres Geschäft behandelt wurde.» Obwalden nahm den Abschnitt 2016 in den kantonalen Richtplan auf, der Nidwaldner Regierungsrat beschloss 2017 die Aufnahme in den kantonalen Wanderwegplan.

Und erneut gab es Einsprachen: WWF und Pro Natura wollten statt einem weiss-rot-weissen Bergwanderweg lieber einen weiss-blau-weiss markierten Alpinwanderweg, um einen Ansturm von Wanderern zu verhindern. Die Einwendungen wurden abgewiesen. «Es wird sicher zu Beginn etwas mehr Leute auf dem Weg haben, weil es etwas Neues ist», sagt Geri Britschgi. «Aber die Etappe Storeggpass-Stanserhorn ist lang, und für Gelegenheitswanderer anspruchsvoll. Auch der Charren selber bleibt für Bergungewohnte eine echte Hürde.»

Blick auf den Charren. (Bild: PD)

Blick auf den Charren. (Bild: PD)

Wildtiere würden durch den Wanderweg nicht vermehrt beeinträchtigt. «Er verläuft zuoberst auf dem Grat am Rande eines Wildschutzgebiets, nicht mittendurch», so Britschgi. Die Bauarbeiten am Charren dauerten von Juli bis September und waren «logistisch und bautechnisch anspruchsvoll», schreiben die Gemeinden Kerns und Wolfenschiessen. Sie wurden von Hand ausgeführt, für Werkzeugtransporte waren zwei Helikopterflüge notwendig. Die Gesamtkosten betrugen 65000 Franken, wovon 35000 Franken durch Sponsoren und der Rest je zur Hälfte von den beiden Gemeinden getragen wird.

Verbindung Engelberg - Stanserhorn ist geschafft

Auch auf der Nidwaldner Seite ist man froh über die Lösung. «Wir haben Freude, dass wir die geschichtsträchtige Lücke nach Jahren nun endlich schliessen konnten», schmunzelt der zuständige Wolfenschiesser Gemeinderat Thomas Vetterli. «Nun ist auch die andere Seite des Tals durch einen Wanderweg ganz begehbar, die Verbindung Engelberg-Stanserhorn ist geschafft.» Das sei auch aus touristischer Sicht wichtig. «Mit dem Weg kann ein Mehrwert für alle touristischen Leistungsträger, zum Beispiel die Kleinseilbahnen, geschaffen werden.»

Der Höhenweg soll entsprechend bekannt gemacht werden, sagt Geri Britschgi. Geplant ist etwa die Publikation in einem Wandermagazin. «Darüber hinaus liegt es an den am Weg liegenden Tourismusorganisationen, ihn zu bewerben.»

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