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Luzerner wollen im Stanser Centro betreutes Wohnen anbieten

Der Gemeinderat will das ehemalige Centro beim Weidli für 3,9 Millionen Franken umbauen. Der Luzerner Verein Traversa, der Menschen mit psychischer Erkrankung betreut, soll dort betreute Wohngruppen und Studios anbieten. Nun befinden die Stanser an der Gemeindeversammlung über einen Planungskredit von 310'000 Franken. Die SVP unterstützt alle Geschäfte der Versammlung.
Simon Mathis
3,9 Millionen Franken soll der Umbau des Centro direkt neben der Stiftung Weidli kosten. (Bild: Eveline Beerkircher, Stans, 15. Mai 2019)

3,9 Millionen Franken soll der Umbau des Centro direkt neben der Stiftung Weidli kosten. (Bild: Eveline Beerkircher, Stans, 15. Mai 2019)

Das Haus an der Weidlistrasse 2 blickt auf eine reiche Geschichte zurück: 1903 als Waisen- und Kinderheim neben dem damaligen Armenhaus erbaut, zog später das Centro Italiano in das Gebäude, mittlerweile ist es ein Wohnhaus. Aus dem Centro will der Gemeinderat Stans nun ein Wohnhaus mit Betreuungsangebot machen. Für den nötigen Umbau beantragt er an der Gemeindeversammlung vom nächsten Mittwoch einen Planungskredit von 310'000 Franken. Insgesamt sollen die Bauarbeiten rund 3,9 Millionen Franken kosten, wie der Gemeinderat in seiner Botschaft schreibt.

Die Gemeinde plant, einen Lift einzubauen, das Dach zu sanieren und energetisch zu verbessern. Aus der Bürostruktur und den Wohnungen werden Wohngruppen sowie Studios im Dachgeschoss. Auch eine Gemeinschaftsküche soll entstehen.

Synergien mit Weidli und Mettenweg

Der Umbau ist mit dem Neubau des Pflegewohnhauses Mettenweg verknüpft, für den bereits ein Siegerprojekt erkoren wurde. Der Gemeinderat will vor dem Spatenstich beim Mettenweg erst das Centro umnutzen. Geplant ist, dass das Gebäude dereinst Unterkunft für 17 Personen bietet, die wenig bis gar keinen Pflegebedarf haben. Auch Bewohner des bisherigen Wohnhauses Mettenweg können im umgebauten Centro ein neues Zuhause finden, schreibt der Gemeinderat.

«Mit dem Umbau wird das ehemalige Waisenhaus wieder seinem Ursprungszweck zugeführt», erläutert der Stanser Gemeinderat Markus Elsener (CVP). «Nämlich Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind, zu begleiten.» Das Angebot «Betreutes Wohnen» sei eine sinnvolle Ergänzung zur Stiftung Weidli und zum Pflegewohnhaus Mettenweg, das Wohnraum für Menschen anbiete, die langfristig auf Betreuung und Pflege angewiesen sind.

«Das Synergiepotenzial ist gross», sagt Elsener. So könne etwa die Heizung oder die Umgebung gemeinsam genutzt werden. Auch das Personal könne sich gegenseitig unterstützen und die Bewohner gemeinsam beschäftigen.

Das neue Centro soll eine Lücke schliessen

Künftiger Betreiber des Wohnhauses soll der 145-jährige Verein Traversa sein, der im Kanton Luzern mehrere stationäre und ambulante Einrichtungen für Menschen mit einer psychischen Erkrankung betreibt. Seit dem Jahr 2001 arbeitet der Verein auch mit den Kantonen Nidwalden und Obwalden zusammen. Das Wohnhaus Centro in Stans wäre allerdings das erste, das Traversa ausserhalb der Luzerner Kantonsgrenzen betreibt. Von den rund 200 Traversa-Klienten stammen zurzeit sieben aus Nidwalden.

In Luzern betreut Traversa ausschliesslich Personen mit einer psychischen Erkrankung. In Stans soll das Angebot erstmals breiter gefasst sein, nämlich für Menschen mit besonderen Betreuungsbedürfnissen. Der Fokus im Centro soll dabei auf Unterstützung im Alltag, nicht auf Pflege liegen. «Ein stationäres Betreuungsangebot wie dieses gibt es in Nidwalden noch nicht», sagt Anton Aschwanden, der den Bereich ambulante Angebote bei Traversa leitet. «Wer niederschwellige Betreuung braucht, muss sich in einem anderen Kanton umschauen. Und es gibt einige, die ihren Heimatkanton und ihr gewohntes Umfeld nicht verlassen wollen.»

Das umgebaute Centro schliesse diese Lücke. Angedacht sei ein 24-Stunden-Betrieb mit flexiblen Wohnangeboten, für die Mitarbeitenden werde ein Büro sowie ein Pikett-Zimmer zur Verfügung stehen.

Der Umbau des Centro habe keine Auswirkungen auf die Gemeindesteuern, hält Gemeinderat Markus Elsener fest. In 33 Jahren könne die Investition durch Mieteinnahmen rückfinanziert werden. Die Finanzkommission empfiehlt, dem Planungskredit zuzustimmen.

Gemeindeversammlung: Mittwoch, 22. Mai, 19.30 Uhr, Mehrzweckhalle Turmatt.

SVP Stans sagt Ja zu allen Geschäften

(pd/mvr) Die Ortssektion der SVP befürwortet alle Traktanden der Gemeindeversammlung vom 22. Mai (Ausgabe von gestern). Sehr erfreut zeigt sie sich der Vorstand über den Jahresabschluss. Trotzdem bleibe die finanzielle Lage kritisch angesichts wichtiger anstehender Investitionen. Der SVP sei es wichtig, «dass der Steuerfuss auch in den nächsten Jahren unverändert bei 2.45 Einheiten bleibt». Der Vorstand befürwortet unter anderem auch den Planungskredit für den Umbau des Centro im Mettenweg. Hier könnten sinnvolle Synergien mit dem Wohnhaus Mettenweg und dem Weidli genutzt werden, zudem sei «die finanzielle Belastung durch die Gemeinde relativ minim».

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