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LUZERN/HERGISWIL: Sie tanzten 600 Konkurrentinnen weg

Der erste Platz am Tanzfestival in Riga bedeutet eine grosse Motivation für die Ballett­schule Inga Grass. Aus ihr gehen bereits Profis hervor.
Marion Wannemacher
Jana Baumgartner, Enya Brun, Daphne Moser und Laura Wyrsch (von links) am Tanzforum in Riga. (Bild: PD)

Jana Baumgartner, Enya Brun, Daphne Moser und Laura Wyrsch (von links) am Tanzforum in Riga. (Bild: PD)

Marion Wannemacher

Die Trophäe ist an die vierzig Zentimeter gross, vergoldet und symbolisiert eine Tänzerin. Lächelnd nennt Inga Grass sie «Oscar». In der Ballettschule hat sie einen Ehrenplatz erhalten. Die Wahl-Hergiswilerin hat mit ihren fünf Mädels einen überraschenden Sieg für die beste Schule mit den besten Produktionen beim diesjährigen Tanzforum in Riga errungen. Die Gruppe aus drei Nidwaldnerinnen und zwei Luzernerinnen hat in der Alterskategorie 15 bis 25 Jahre 600 internationale Konkurrentinnen aus Russland, Estland und Litauen ausgestochen. Sie überzeugte in der Vielseitigkeit ihrer Stilrichtungen in fünf verschiedenen Tänzen, darunter Neo-Klassik, Modern Dance und Contemporary Pop. Das war vor rund zweieinhalb Wochen.

Vorbereitung seit September

Hinter Paula Küttel aus Stansstad, Daphne Moser aus Ennetmoos, Laura Wyrsch, der Tochter von Inga Grass, und Jana Baumgartner sowie Enya Brun aus Luzern liegen acht Monate harter Arbeit. Vor allem in den drei Monaten vor dem Tanzforum mussten sie vier intensive Trainings pro Woche investieren. Wenn sie freitagabends drei Stunden trainiert hatten, ging es samstags früh um acht Uhr bereits wieder zur Sache. «Sie waren immer motiviert», lobt die 57-Jährige «ihre» Mädchen. Zweimal wöchentlich wurden sie von ihr im klassischen Tanz trainiert, Modern-Dance-Tanzlehrer Sungjae Jun unterrichtete sie in seinem Fach. «Er hat ein grosses Können und Talent als Choreograf und hat mit den Mädchen unzählige Stunden beim Proben verbracht», lobt Inga Grass. Ebenfalls wurden die Tänzerinnen von Cecilia Madrazo de Abad unterstützt.

Eigentlich gibt Grass zu, sie habe anfänglich gar nicht gedacht, dass sie mit den Moskauern und Petersburgern mithalten könnten. «Ich habe immer gesagt: ‹Wisst ihr, wir geben das Beste, es ist schön mitzumachen›.» Am Festival selbst änderte sich der Blickwinkel der ehemaligen Solistin, die selbst an der renommierten Nationaloper in Riga ausgebildet wurde und dort engagiert war. «Ich war erstaunt, meine waren wirklich die Besten ausser zwei Gruppen, die ich noch interessant fand. Aber eine Mutter findet ihre eigenen Kinder auch immer besonders», bekennt sie.

Ungeplante schiefe Ebene

Grosse Aufregung gab es bei dem Quintett, als es in der Probe registrierte, dass die Bühne – wie in Russland und Lettland häufig üblich – eine schiefe Ebene war. Die Ballettlehrerin stärkte ihnen den Rücken und machte ihnen klar, dass das keine Rolle spiele und sie sich sofort umstellen müssten. Selbst für fünfzehn Minuten Probe auf der Bühne musste sie gegenüber der Konkurrenz kämpfen. «Ich glaube, die Mädchen sind durch das Tanzforum fürs Leben stärker geworden.»

Der Sieg kam für alle fünf Tänzerinnen und ihre Lehrerin völlig überraschend. Gefeiert hatten sie bereits am Vortag, ohne überhaupt zu wissen, welchen Erfolg das Tanzforum für sie bringen würde. Ein Restaurant am See erschien Inga Grass als passender Rahmen. Ausserdem durfte das Team einen Ballettabend in der legendären Nationaloper in Riga erleben. Die Mädchen konnten die Profis bereits vormittags beim Training in dem Saal sehen, in dem Inga Grass früher auch getanzt hatte. In der Pause der Aufführung durften sie gar hinter die Kulisse zu den Tänzern.

Tänzer mit Profikarriere

15 Jahre leitet Inga Grass bereits ihre Ballettschule. Angefangen hat sie in einem Turnkeller mit Unterstützung des Hergiswiler Turnvereins. 12 Schülerinnen kamen damals. Heute unterrichtet sie rund 90 Schüler in der eigenen Schule am Zihlmattweg 46 in Luzern mit genug Platz für kühne Sprünge und Träume. Eine ihrer Schülerinnen, Sheela Marti, hat mittlerweile eine Ausbildung an der einzigen Berufsschule in der Schweiz, der Tanzakademie Zürich, ergattert. Weitere hätten ebenfalls das Talent zum Profi. «Der Erfolg ist eine Bestätigung», freut sie sich. «Es heisst weiterarbeiten, denn auf Lorbeeren kann man nicht schlafen», betont sie.

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