LUZERN/NIDWALDEN: Beat Villiger geht: Neuer Spitalratspräsident gesucht

Beat Villiger (73) legt sein Amt Ende Jahr nieder. Wer sein Nachfolger wird und somit die Spitalfusion anführt, ist noch nicht entschieden.

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Beat Villiger (rechts) mit Luks-Direktor Benno Fuchs im Spital Luzern. (Bild: Pius Amrein (25. Februar 2016))

Beat Villiger (rechts) mit Luks-Direktor Benno Fuchs im Spital Luzern. (Bild: Pius Amrein (25. Februar 2016))

Balz Bruder

balz.bruder@luzernerzeitung.ch

Paukenschlag an der Spitze des Spitalrats der Spitalregion Luzern/Nidwalden (Lunis): Beat Villiger, seit 2011 in dieser Funktion tätig, legt sein Amt Ende Jahr nieder. Auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte Villiger gestern: «Ja, ich höre Ende Jahr als Präsident auf.» Auf die Gründe für seinen Rückzug angesprochen, sagt der laut Eigendefinition als Arzt, Manager, Marathonläufer und Weinbauer tätige Tausendsassa: «Sechs Jahre an der Spitze des Spitalrats sind genug. Ich kann die Organisation in einer stabilen Situation übergeben. Sie ist bereit für die kommenden Herausforderungen.»

Was damit gemeint ist, liegt auf der Hand: Die Kantons­spitäler Luzern (Luks) und Stans (KSNW), derzeit noch öffentlich-rechtliche Anstalten mit eigener Rechtspersönlichkeit, befinden sich in der Verlobungsphase. Die Spitalgesetzvorlagen, die zur Fusion der beiden Institutionen führen und die Grundlage für die Bildung einer Holdingstruktur sein sollen, befinden sich in Vorbereitung und werden im Verlauf des Jahres in die Vernehmlassung geschickt. Eine Abhängigkeit zwischen seinem Rücktritt und der bevorstehenden Verschmelzung der beiden Kantonsspitäler verneint Villiger allerdings: «Nein, es gibt keinen Zusammenhang, weshalb auch? Ich durfte mitverantwortlich sein für eine herausfordernde, zukunftsgerichtete und äusserst erfolgreiche Verlobungszeit sowie für die Planung einer baldigen Heirat», sagt er, «den Ehevertrag machen nun aber andere.»

Auf die Frage, wie es um die Nachfolge für die Spitze des Spitalrats gehe, gibt sich Villiger bedeckt. «Selbstverständlich gibt es eine Planung dafür», bestätigt er, Wahlbehörde sei allerdings der Luzerner Regierungsrat. Dieser mag sich zum heutigen Zeitpunkt nicht in die Karten blicken. Hanspeter Vogler, Leiter des Fachbereichs Gesundheitswesen in der Gesundheits­direktion von Regierungsrat Guido Graf, sagt auf Anfrage: «Der Findungsprozess läuft.» Der Name des neuen Präsidenten werde kommuniziert, wenn der Regierungsrat gewählt haben wird.

Wachstum während seines Präsidiums

Wer auch immer die Nachfolge von Beat Villiger antreten wird: Der neue Präsident wird Spuren eines Vorgängers vorfinden, die nicht so ohne weiteres zu verwischen sein werden. Das Präsidium des früheren Chefarztes der Davoser Höhenklinik, des Medizinischen Zentrums Bad Ragaz, CEO des Schweizer Paraplegiker-Zentrums Nottwil und CMO von Swiss Olympic fielen in die Zeit der Einführung der neuen Spital­finanzierung sowie eines beeindruckenden Wachstums des Luks sowie wenig erspriesslicher Finanzdiskussionen mit dem Kanton. Nicht zu vergessen die Ausbau- und Standortdiskussionen in Luzern, Sursee und Wolhusen.

Übrigens: Langweilig wird es dem umtriebigen Vater zweier erwachsener Kinder mit Sicherheit nicht. «Ich habe noch immer eine volle Agenda», sagt er. Und führt wie zum Beweis sein Engagement an der laufenden Eishockey-WM an, wo er ab Freitag als Medical Supervisor und Dopingkontrolleur im Einsatz steht. Daneben hat Villiger weitere Teilzeitjobs, die von der Gesundheits- bis zur Tourismusförderung reichen. Ausserdem möchte der Sportarzt selber mehr Zeit fürs Skifahren, Bergsteigen und Wandern haben. Ganz abgesehen davon, dass er noch seinen Camper amortisieren müsse und vor allem mehr Zeit mit seiner Frau Nicky verbringen möchte, wie er mit einem Schmunzeln aus den Ferien in der Toskana wissen lässt.