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Erfolgreiche Sprüche von Nidwaldner Instagrammer: «Mach’s wie d’Jessi – heb dini Fressi»

Robin Pickis betrachtet den Alltag durch eine satirische Brille. Auf seiner Instagram-Seite «Schwiizchiste» folgen ihm schon fast 300000 Fans.
Matthias Piazza
Robin Pickis. (Bild: PD)

Robin Pickis. (Bild: PD)

Die Schweiz schwitzte und stöhnte. Robin Pickis verwertete das kollektive Gejammer. «D’Jessi het heiss und schwitzt. D’Jessi bhaltet’s aber für sich. Mach’s wie d’Jessi. Heb dini Fressi», ist auf seiner Instagram-Seite «Schwiizchiste» zu lesen. Schon über 600 Beiträge hat der 24-jährige Oberdorfer auf Instagram und Facebook gepostet – und täglich werden es mehr.

Der Alltag sei seine Inspiration. «Kleine Missgeschicke können bereits eine Geschichte geben. Zum Beispiel, wenn ich das Smartphone überall verzweifelt suche – nur nicht im Schrank, wo ich es verlegt habe.» Wenn man solche Begebenheiten mit Ironie und Übertreibung anreichere, komme dies immer gut an. Ein weiteres Erfolgsrezept sei die Aktualität. So thematisiert er zurzeit die Hitze. Vor wenigen Wochen war es der Fussball. «Während der Fussball-Weltmeisterschaft produzierte ich Sprüche fast als Liveticker», erzählt er.

Mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, sei die beste Voraussetzung für neue Ideen. Doch gegen Durststrecken sei man nie ganz gefeit. «Dann poste ich lieber ein paar Tage lang nichts und warte, bis mir wieder etwas Lustiges widerfährt, das ich dann zu einem Sprüchli verwerten kann.»

Geld verdient er mit seinen Sprüchen nicht

Lustig sein gibt Arbeit. Rund einen Tag pro Woche wendet er für sein Hobby auf – für ihn eine Herzensangelegenheit. «Die allermeisten Sprüche sind von mir, ein paar wenige sind inspiriert durch ausländische Websites», erklärt er. Geld verdient er damit nicht, seine Seite ist werbefrei, auch weil bei seinem Publikum Werbung nicht so gut ankäme. «Ich bin jemand, der gerne Leute unterhält und die Welt zu einem lustigen Ort machen will», begründet er seine Motivation. Humor beschreibt er als eine Gratwanderung. Die Sprüche könnten auch missverstanden werden. «Bei heiklen Witzen hole ich die Meinung von Kollegen ein, bevor ich sie online schalte.»

Vor drei Jahren schrieb er sein erstes Sprüchli auf der Studentenplattform Jodel. Seine Seite wurde schnell ein Erfolg. Anfang 2017 gründete er mit «Schwiizchiste» seine eigene Instagram-Seite. Sie zählt nun 256200 Follower. Robin Pickis belegt damit unter den Schweizer Instagram-Accounts Rang 67. Damit hinkt er zwar Ivan Rakitic meilenweit hinterher. Der kroatisch-schweizerische Fussballspieler führt mit 11,3 Millionen Followern die Schweizer Instagram-Hitparade an. Doch Robin Pickis ist mit dem Erfolg von «Schwiizchiste» zufrieden. «Für Schweizer Verhältnisse ist dies ein sehr guter Wert.»

Seine Erfahrungen als DJ seien wesentlich für den Erfolg der Seite verantwortlich. «Als DJ braucht man ein Gespür für den Geschmack der Leute. Indem man kommerzielle Sachen spielt, erreicht man ein breites Publikum, und mit der Vermischung der eigenen, frecheren Note hebt man sich dann aber zusätzlich von der Masse ab.» Seinen eingeschlagenen Weg will er fortführen. Mittlerweile bestreitet er gar seinen Lebensunterhalt mit Comedy. In einem 80-Prozent-Pensum arbeitet er als Redaktor und Produzent für die Youtube-Webshow «Zwei am Morge» von SRF. Dafür hat er sein Sport- und Geografiestudium unterbrochen.

Er raucht nöd. Er isch mega. 😎 #schwiizchiste

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Er ist überzeugt, dass seine «Schwiizchiste» auch im schnelllebigen Internet länger Bestand haben wird. «Wir Menschen haben seit je das Bedürfnis, uns zu amüsieren. Dafür hat sich heutzutage Instagram etabliert.» Und der nächste Anlass zum kollektiven Jammern kommt bestimmt – und wartet darauf, von Robin Pickis satirisch aufbereitet zu werden.

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