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MANDAT: Verena Briner wird medizinische Direktorin auf dem Bürgenstock

Die Rehabilitationsklinik im neuen Waldhotel auf dem Bürgenstock erhält Mitte März eine neue Direktorin: Verena Briner. Die Luzernerin ist weit über die Medizinbranche hinaus bekannt – nicht zuletzt wegen eines umstrittenen Mandats.
Führt neu das Waldhotel auf dem Bürgenstock: Verena Briner. (Bild: PD)

Führt neu das Waldhotel auf dem Bürgenstock: Verena Briner. (Bild: PD)

Seit knapp eineinhalb Monaten hat das Waldhotel auf dem Bürgenstock geöffnet. Es ist eines der Prunkstücke des neuen Resorts und schmückt sich mit dem Namen «Health & Medical Excellence». Das Fünfsternehotel legt den Fokus auf medizinische und gesundheitsfördernde Dienstleistungen. Sprich: Hier können sich beispielsweise Patienten rehabilitieren, welche Beschwerden am Bewegungsapparat vorweisen, an Krebs leiden oder ein Burn-out hatten. Das Waldhotel steht mit zwölf Betten sogar auf der Nidwaldner Spitalliste (wir berichteten).

Per 15. März werden die medizinischen Abteilungen des Hotels von der neuen Direktorin Verena Briner geführt. Die 67-jährige Luzernerin ist in der Region keine Unbekannte: So war sie von 1995 bis 2016 Chefärztin am Luzerner Kantonsspital und leitete dort auch das Departement Medizin. Zudem war sie Mitglied der Spitalleitung. Weiter sass Briner von 2013 bis 2016 im Verwaltungsrat des Pharmakonzerns Novartis. Im Waldhotel löst Verena Briner den bisherigen Direktor Michael Brabetz ab. Dieser wird sich wieder seiner vorherigen ärztlichen Tätigkeit in der Akut-medizin widmen, heisst es in einer Mitteilung des Resorts.

Über die neue Direktorin, welche die wissenschaftlichen Titel Prof. Dr. med. trägt, freuen sich die Verantwortlichen: «Mit dem Engagement von Verena Briner ist es uns gelungen, eine ausgewiesene, international renommierte Ärztin und Wissenschafterin zu gewinnen», sagt Bruno H. Schöpfer, Managing Direktor der Bürgenstock Selection.

350000 Franken für Novartis-Mandat

Verena Briner ist aber nicht nur wegen ihres reichen Erfahrungsschatzes bekannt. In die Schlagzeilen geraten ist sie wegen ihres Amtes beim Basler Pharmariesen Novartis. Die Annahme dieses Mandats löste 2013 Kritik aus – von der politischen Linken bis zur Rechten. Denn als Verwaltungsrätin erhielt Briner ein jährliches Honorar von 350000 Franken – dies bei neun Sitzungen. Einen Teil davon gab sie zwar ans Luzerner Kantonsspital ab. Trotzdem gingen wegen ihres Lohnes im Luzerner Kantonsrat diverse Vorstösse ein, da der Kanton keine tauglichen Regeln für Nebenbeschäftigungen von Kantons­angestellten kannte. Mittlerweile wurde das entsprechende Personalgesetz angepasst – gerade die Spitalmitarbeiter betrifft diese Änderung allerdings nicht.

Wegen Briners Verwaltungsratsmandat befürchtete man zudem einen Interessenskonflikt. Denn gleichzeitig war die Chefärztin wie erwähnt Mitglied der Spitalleitung. «Auch wenn sie nicht mehr in derjenigen Spitalkommission sitzt, welche die Medikamentenauswahl für das Luzerner Kantonsspital bestimmt, ist Verena Briner befangen», sagte damals der Krienser SVP-Kantonsrat Räto Camenisch, seinerseits pensionierter Arzt. «Schliesslich könnte die Novartis sämtliche Medikamente für das Spital liefern.»

Projektleiterin des Medizinmasters

Als Direktorin des Waldhotels verlängert Verena Briner nun also ihre lange Liste der Mandate. Dar­auf ist auch jenes für den neuen Medizinmaster an der Uni Luzern zu finden. Briner ist Projektleiterin dieses neuen Medizinstudiums – und das wird sie trotz neuer Aufgabe bleiben. Der Master mit jährlich 40 Studienplätzen startet in Luzern im Herbst 2020.

Niels Jost

niels.jost@luzernerzeitung.ch

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