Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Die Stanser «Märli-Biini» reist nach Russland

Der Startschuss in die neue Saison fiel dieses Jahr einmal anders aus. Zur Konzeptvorstellung der «Märli-Biini» gab es russische Spezialitäten, Trachten und Tänze. Gespielt wird heuer ein russisches Märchen.
Marion Wannemacher
In den beiden Hauptrollen: Jeannine Soffner als jüngste Zarentochter Maruschka mit Arni Häcki als Aljoscha, umrahmt von Marina Ivanova (Präsidentin russischer Verein Zentralschweiz ganz rechts) und deren Tochter Diana Ivanova. (Bild Marion Wannemacher, Stans, 12. Mai 2018)

In den beiden Hauptrollen: Jeannine Soffner als jüngste Zarentochter Maruschka mit Arni Häcki als Aljoscha, umrahmt von Marina Ivanova (Präsidentin russischer Verein Zentralschweiz ganz rechts) und deren Tochter Diana Ivanova. (Bild Marion Wannemacher, Stans, 12. Mai 2018)

Frauen in bunten Trachten und Blütenkränzen, russische Spezialitäten und Volkstänze – ins Spritzenhaus Stans zog am Samstag ein Stück russische Kultur ein. Zumindest mit dem Finger auf der Landkarte reisten die Mitglieder des Vereins Märli-Biini kreuz und quer durch Russland, moderiert von Präsident Christof Sigrist und Marina Ivanova, Präsidentin des Russischen Vereins Zentralschweiz. Die «Märli-Biini» hat sich damit einen Wunsch erfüllt: Dieses Jahr führt sie ein russisches «Märli» auf. Regisseur Claudio Schenardi, der bereits «König Drosselbart», «Aschenputtel» und den «Froschkönig» inszenierte, entschied sich für «Aljoscha und die drei Teufel», nach dem Märchen «Der Ungewaschene», dessen Herkunft unbekannt ist.

Es sei nicht einfach gewesen, dieses aus einer Fülle von Märchen zu finden. «Viele russische Märchen sind sehr episch mit nicht nachvollziehbaren Erzählsträngen. Thematisch sind sie oft kriegerisch und voller Anspielungen und Kritik an politischen Verhältnissen», erklärt Claudio Schenardi. Klassische Märchenmotive gebe es nicht viele. «An dem ‹Ungewaschenen› haben mich die reizvollen Motive angesprochen, der Pakt mit dem Teufel, dass sich Aljoscha nicht waschen darf und lange auf Erlösung warten muss.»

Doch worum geht es im aktuellen Stück? Für sein Orchester der «Armen Seelen» trachtet der Teufel (gespielt von Beat Barmettler) nach Aljoscha (in der Hauptrolle Arni Häcki). Des Teufels Gehilfen haben leichtes Spiel bei dem arbeitslosen Musiker. Schnell unterzeichnet dieser den Vertrag mit seinem Blut. Er gibt seine Seele her und hat dafür immer Taschen voller Gold. Ebenso schnell bereut er den Handel aber wieder. Er verliebt sich in Maruschka, die jüngste Zarentochter (Jeannine Soffner).

Sieben Jahre lang die Haare und Nägel wachsen lassen

Doch zum Glück weiss deren Magd Luba (Ramona von Deschwanden) Rat: Wenn sich Aljoscha sieben Jahre lang nicht wäscht, Haare und Nägel nicht schneidet, ist er frei. Es kommt wie es kommen muss, schon bald schneidet ihn die Moskauer Gesellschaft. Als Eremit verkriecht sich Aljoscha in den Wald. Unterstützung findet er bei Freunden, denen er einst mit seinem Gold geholfen hat. Und immer wieder versuchen ihn die Gehilfen des Teufels, der Unterteufel (Lena Spichtig) und der Unterunterteufel (Adrian Murer) zum Haare Schneiden zu verführen.

Am Stoff habe ihn vor allem das Thema der sozialen Ausgrenzung gereizt, betont der Zürcher Regisseur. Aljoscha bleibe sich dennoch treu. «Die Message hinter dem Märchen heisst: Geld allein macht nicht glücklich, man kann sich keine Freunde kaufen», so Schenardi. Auch reize ihn, «das Böse» darzustellen. «Es kommt alltäglich daher, in mannigfaltiger Gestalt», hält er fest.

Alles live gespielt und gesungen

Eine wichtige Rolle bei der Produktion wird die Musik spielen. Roman Glaser, der ebenfalls im «Froschkönig» und vergangenes Jahr in den «Zertanzten Schuhen» die musikalische Leitung hatte, hat sich viel vorgenommen: «Dieses Jahr wird alles live gespielt und gesungen. Wir haben ein neunköpfiges Orchester und drei Gesangsstimmen», kündigt er an. Eine stimmungsvolle Kostprobe der Kompositionen gab er bereits am Wochenende. Was Kostüme und Maske anbelangt, setzt die «Märli-Biini» mit Brigitte Fries und Christine Zwiesigk (ehemalige Scherbaum) wieder auf bewährte Besetzungen. Neu dagegen übernimmt Sonia Rocha aus Zürich die Choreografie. Für das Bühnenbild zeichnet Armint Barmettler verantwortlich.

Die «Märli-Biini» wäre nicht «Märli-Biini», wenn sie nicht Neueinsteigern eine Chance geben würde. Glücklich ist Jeannine Soffner aus Ennetmoos, die jetzt in Meggen wohnt. «Als ich den Anruf bekam, dass ich die Rolle der jüngsten Prinzessin spiele, war mir erst nicht klar, dass das ja die weibliche Hauptrolle ist.» Gemeinsam mit Arni Häcki, der den Aljoscha geben wird, probten die beiden an der Konzeptvorstellung bereits mit Marina Ivanova, Präsidentin des Russischen Vereins Zentralschweiz, die Aussprache ihres Bühnennamens.

Premiere von «Aljoscha und die drei Teufel» am 22. September. Derniere 17. November. Theater an der Mürg, Stans. Vorverkauf ab 17. August.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.